Commerzbank-Aktie: Maximaler Druck der UniCredit
Management und Dividende wackeln
Am vergangenen Freitag ging die verlängerte Annahmefrist für das Aktientauschangebot der UniCredit zu Ende. Das finale Ergebnis der Annahmequote wird am Mittwoch offiziell bekanntgegeben.
Die Fronten im Übernahmekrieg zwischen den Deutschen und den Italienern sind sind extrem verhärtet und die UniCredit spielt nun Hardball. Das Management der italienischen Großbank rund um CEO Andrea Orcel geht davon aus, dass es durch die Kombination aus früheren Aktienkäufen, Derivaten und den im Juni während der regulären Frist angedienten Papieren inzwischen über 42% der Commerzbank-Aktien kontrolliert.
Orcel hat bereits offen damit gedroht, bei ausreichender Aktionärsunterstützung auf der nächsten Hauptversammlung die gesamte Führungsriege der Commerzbank auszutauschen. Das könnten die Italiener sogar, denn künftig dürften sie zehn der 20 Mitglieder des Commerzbank-Aufsichtsrates stellen, einschließlich des Vorsitzenden. Damit könnten CoBa-Chefin Orlopp und weitere Vorstandsmitglieder ihren Job los sein.
Und die UniCredit erhöht den Druck auf die Commerzbank-Aktionäre weiter. Laut Aussage der italienischen Bank könnte die Dividende der deutschen Bank wackeln. Die UniCredit geht davon aus, dass die Kombination aus Restrukturierungs- und Sanierungskosten sowie IT-Investitionen dazu führen wird, dass die hohen Ausschüttungen der Commerzbank der Vergangenheit angehören.
Damit wollen die Italiener selbstverständlich den verbliebenen Commerzbank-Aktionären die Daumenschrauben anziehen. Viele von ihnen halten die Aktien der deutschen Privatbank schließlich primär aufgrund ihrer Gewinnausschüttungen.
In diesem Zusammenhang: Du magst Dividendenaktien wie die Commerzbank? Dann wirf mal einen Blick auf unsere Top 10 Dividenden Picks 2026!
Still ruht der See
Still ruht der See im Chart der Commerzbank-Aktie. Der Kurs hat sich zuletzt zwischen 37,00 und 38,40 € eingependelt. Vielleicht ist am Mittwoch anlässlich der Bekanntgabe der Übernahmequote mit einer größeren Kursbewegung zu rechnen.
In keinem Szenario eine Gewinneraktie
Ich rate Anlegern auch weiterhin, die Finger von der Commerzbank-Aktie zu lassen. Wie bereits in meiner letzten Analyse dargelegt, ist sie in keinem der beiden Szenarien für mich ein Gewinner.
Ich gehe nicht davon aus, dass die UniCredit ihr Übernahmeangebot noch einmal erhöhen wird. Die Italiener bezahlen bereits jetzt schon einen wirtschaftlich kaum mehr vertretbaren Preis. Für eine weitere Übernahmeprämie sehe ich absolut keinen Spielraum.
Sollten sich die Bundesregierung und alle anderen Aktionäre der Commerzbank weiter querstellen und eine Übernahme der Bank blockieren, könnte die UniCredit irgendwann die Lust daran verlieren und ihre Commerzbank-Aktien mit großem Gewinn weiterveräußern. Das dürfte großen Druck auf den Aktienkurs der CoBa ausüben.
Wir halten euch up-to-date im Übernahmekampf um die Commerzbank. Abonniere dafür einfach unseren kostenlosen SD Insider Newsletter!
ℹ️ Commerzbank in Kürze
- Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
- Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
- Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit rund 42,6 Milliarden € bewertet.
Commerzbank kaufen, halten oder verkaufen? Unsere zehnköpfige Redaktion berichtet regelmäßig über Commerzbank und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.
Commerzbank weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »
Fazit
Die „Schlammschlacht“ um die Commerzbank wird vorerst weitergehen. Entscheidender Akteur ist nun Berlin. Erst wenn die Bundesregierung einlenkt, sind die Würfel endgültig gefallen.
Mein Fazit ist, dass bei den Commerzbank-Aktien keine Übernahmeprämie zu holen ist. Anleger, die jetzt noch investiert sind, können meiner Einschätzung nach nicht mehr mit höheren Kursen rechnen.