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Inflation sinkt jetzt spürbar – das bedeutet es für Deinen Geldbeutel

Preise endlich stabiler
Redaktion | Wirtschaft

Die Inflation in Deutschland hat im Juni deutlich nachgelassen. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Daten meldet. Im Mai lag die Rate noch bei 2,6 Prozent, im April sogar bei 2,9 Prozent, dem höchsten Wert seit Januar 2024. Von Mai auf Juni sanken die Verbraucherpreise insgesamt um 0,3 Prozent.

Ölpreise und Tankrabatt drücken die Teuerung

Haupttreiber des Rückgangs ist der Energiepreisrückgang. Im Juni lagen Haushaltsenergie und Sprit noch 3,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Zum Vergleich: Im Mai waren es noch 6,6 Prozent, im April rund 10 Prozent. Rohöl der Sorte Brent kostet zuletzt wieder rund 74 US$ je Barrel, nachdem die Ölpreise im Zuge des Iran-Kriegs zeitweise auf über 110 US$ je Barrel geklettert waren. Hinzu kommt der Tankrabatt der Bundesregierung, der seit Mai die Energiesteuer auf Diesel und Benzin um rund 17 Cent je Liter senkt. Die Bundesbank schätzt dessen dämpfenden Effekt auf die Inflation auf etwa einen Viertel Prozentpunkt. ADAC-Daten zeigen: In den ersten 29 Tagen des Juni war E10-Benzin knapp 6 Prozent günstiger als im Mai, Diesel sogar knapp 9 Prozent.

Ab Juli wird es wieder teurer

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer rechnet damit, dass die Inflation im Juli wieder steigt, weil der Tankrabatt an diesem Dienstag ausläuft. Silke Tober vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung gibt sich etwas optimistischer: Hält die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran an, könnte der gesunkene Rohölpreis den Effekt des auslaufenden Rabatts abfedern. Nahrungsmittel verteuerten sich im Juni um 0,4 Prozent, Dienstleistungen um 3,1 Prozent. Der Sachverständigenrat erwartet für das Gesamtjahr eine Inflationsrate von im Schnitt 3,0 Prozent, nach 2,2 Prozent im Jahr 2025.

Was das für die Börse bedeutet

Für Anleger bleibt die EZB das entscheidende Stichwort. Die Notenbank hat die Leitzinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren angehoben und EZB-Direktorin Isabel Schnabel hat weitere Zinsschritte in Aussicht gestellt. Höhere Zinsen belasten Aktien, weil sie Kredite verteuern und die Konjunktur bremsen. Gleichzeitig profitieren Banktitel und der Finanzsektor oft von einem höheren Zinsniveau. Solange die Lage im Persischen Golf fragil bleibt und die Inflationsentwicklung im Juli wieder anzieht, dürfte die Unsicherheit an den Märkten hoch bleiben.

Quelle: dpa-AFX

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