Iran-Atom-Deal: Hängen die nächsten US-Gespräche in der Luft?
Die Straße von Hormus bleibt ein Pulverfass. Nach einer erneuten militärischen Eskalation am Persischen Golf lässt der Iran den nächsten Verhandlungstermin mit den USA demonstrativ offen. Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte, technische Sitzungen der Arbeitsgruppen seien für diese Woche nicht geplant. Ein Treffen werde stattfinden, sobald Termin und Veranstaltungsort feststehen. Konsultationen über Vermittler laufen weiter.
Waffenstillstand, der keiner ist
Am Sonntag hatten Washington und Teheran beschlossen, ihre gegenseitigen Angriffe vorerst einzustellen. Beide Seiten wollten von weiteren Maßnahmen absehen, hieß es aus informierten Kreisen in Washington. Dem US-Portal "Axios" zufolge war eigentlich ein Treffen für diesen Dienstag in Katars Hauptstadt Doha geplant. Daraus wird vorerst nichts. Beobachter sehen darin eine Verhandlungstaktik Teherans.
Iran beharrt auf Kontrolle der Meerenge
Der Streit dreht sich um unterschiedliche Auslegungen eines vor rund zwei Wochen unterzeichneten Rahmenabkommens. Konkret geht es um die Kontrolle über die für den Welthandel entscheidende Straße von Hormus, durch die Öl und Dünger in alle Welt transportiert werden. Irans Revolutionsgarden griffen zuletzt Ziele in Kuwait und Bahrain an, das US-Militär respondierte mit Angriffen im Iran. Außenminister Abbas Araghtschi sagte am Sonntag in Bagdad, die Straße von Hormus werde innerhalb der kommenden 30 Tage vollständig unter iranische Verwaltung gestellt. Irans Vizeaußenminister Gharibabadi reiste unterdessen in den Oman, um dort bei einer ersten Sitzung eines neu gegründeten Komitees über die künftige Verwaltung der Meerenge zu sprechen.
Was das für die Börse bedeutet
Eine ungeklärte Lage rund um die Straße von Hormus ist Gift für die Märkte. Rund 20 Prozent des weltweiten Öltransports laufen durch diese Meerenge. Jede weitere Eskalation treibt den Ölpreis und belastet damit Unternehmen, die auf günstige Energiekosten angewiesen sind. Öl- und Rüstungsaktien reagieren dagegen klassisch mit Kursgewinnen auf solche Nachrichten. Solange Teheran seinen Hebel nicht loslässt und eine finale Vereinbarung ausbleibt, bleibt die Unsicherheit an den Märkten hoch.
Quelle: dpa-AFX
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