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ExxonMobil-Aktie: Klimaschutz statt Ölförderung?

Neues Geschäftsfeld, neues Exxon
Polina Dmitrovskaya
Diesmal heißt es nicht vom Ölförderer zum KI-Unternehmen, sondern vom Ölförderer zum Klimaschützer. ExxonMobil investiert Milliarden in Carbon Capture and Storage (CCS) – ein langes Pipelinenetzwerk entlang des US-amerikanischen Golfs, das das schädliche CO₂ von Industriekunden unter die Erde pumpt. Das Ziel: das weltgrößte CCS-Unternehmen aufzubauen. Doch wo hakt es und wird es den Kurs weiter treiben oder zurückwerfen? 

Die Umweltfrage wird uns alle mal betreffen..

..darauf wettet der amerikanische Ölförderer und übernahm deswegen bereits 2023 den Konkurrenten Denbury, wodurch das größte bestehende CO₂-Pipelinenetz der USA in den Besitz von Exxon überging. Jetzt dient es der Vision, das weltweit größte Netz zur Speicherung von schädlichem CO₂ unter der Erde zu werden (auch „Carbon Capture and Storage” (CCS) genannt). Der offizielle kommerzielle Start und Anbindung von großen Industriekunden an das Netz wurde von ExxonMobil vergangenen Montag, den 25. Mai 2026 verkündet und soll den neuen Fokus des Ölkonzerns auf den Klimaschutz einleiten. 

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Nicht jeder findet das so toll wie Exxon

Obwohl das bestehende Netz bereits läuft, stößt der geplante Ausbau aktuell auf heftige politische und gesellschaftliche Blockaden. Der Bundesstaat Louisiana hat im Oktober einen Antragsstopp für den Ausbau verhängt. Grund dafür sind Sorgen um das Grundwasser, Eigentumsrechte und die Sicherheit der Leitungen. Das gefährdet milliardenschwere Erweiterungspläne.

Was macht das Projekt dennoch sicher

ExxonMobil ist derzeit eine absolute Cash-Maschine und hat das Geld, um nicht nur in den Ausbau, sondern auch in alle mögliche Rechtskonflikte zu investieren. Der Konzern hat nach der Pandemie radikal umstrukturiert und bis zu diesem Jahr über 20 Milliarden US$ an strukturellen Kosten dauerhaft eingespart.

Das Geniale an Exxon ist, dass der Konzern seine Hauptfördergebiete so effizient betreibt, dass die Produktionskosten pro Barrel extrem niedrig sind. Selbst wenn der Ölpreis fallen sollte, generiert Exxon bis 2030 schätzungsweise 145 Milliarden US$ an kumuliertem, freiem Überschuss-Cashflow. Diese Bewegung spiegelt sich auch im Kurs wider, denn Exxon erlebte seit Jahresanfang ein Plus von +27%.

Was erhofft sich ExxonMobil aber wirklich?

Die Realität

Finanziell gesehen macht die CCS-Sparte bei Exxon derzeit noch einen sehr kleinen Bruchteil aus. CCS soll bis 2030 rund 1 Milliarde US$ jährlich zum Gewinn beisteuern. Bei einem Gesamtkonzern-Gewinn von über 30 Milliarden US$ ist das vorerst ein kleiner Nebenschauplatz.

Das Management betont aber, dass CCS das Potenzial hat, bis 2040 auf 13 Milliarden US$ jährlichen Gewinn zu skalieren. Das hört sich schon mal besser an, denn die Übernahme der Pipeline 2023 hat Exxon damals 5 Milliarden US$ gekostet. Bis das Projekt sich rentiert, wird es also noch eine Weile dauern.

ℹ️ ExxonMobil in Kürze

  • Exxon beginnt mit der Gründung der legendären Standard Oil Company durch John D. Rockefeller im Jahr 1870 und sitzt heute in Texas, USA.
  • Als globaler Öl- und Gaskonzern teilen sich die Geschäfte in Upstream (Suche und Förderung von Rohöl/Erdgas), Product Solutions (Raffinerien, Treibstoffe der Marke Esso, Chemie und Mobil) sowie die wachsende Sparte Low Carbon Solutions auf.
  • ExxonMobil besitzt entlang der US-Golfküste ein über 900 Meilen (ca. 1.450 km) langes CO₂-Pipelinenetz.
  • Mit einer Marktkapitalisierung von rund 621 Milliarden US$ liegt Exxon global im Energiesektor nur hinter dem staatlichen Riesen Saudi Aramco.

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Polina Dmitrovskaya

Fazit

Das neue Pipelinenetzwerk hat strategisch ein gigantisches, langfristiges Potenzial, bringt aber kurzfristig regulatorische Risiken (wie den Gegenwind in Louisiana oder Klagen der Konkurrenz wegen Monopolgefahr) mit sich. Das bedeutet, dass der Kurs vorerst volatil bleiben dürfte. 

Dennoch scheint Exxon All-in zu gehen und ist sich seines zukünftigen wachsenden Gewinns aus dem CO₂-Geschäft mehr als sicher. Ich würde allerdings warten, bis das Projekt schon etwas länger läuft und erste Zahlen vorliegen, denn womöglich könnte Exxon weitere Hürden erleben.

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