UniCredit-Aktie: Gestärkt in den Übernahmepoker?

Neue Quartalszahlen

Die UniCredit-Aktie konnte sich zuletzt wieder teilweise von dem starken Rückgang aufgrund des Iran-Konflikts erholen. Nachdem sie gestern einen Anstieg von rund +7,4% erzielte, geht der Kursanstieg am Mittwoch weiter. Aktuell notiert sie bei 71,80 €. Was ist hier jetzt noch zu erwarten?

UniCredit Unternehmensgebäude
Foto von Andrea Ferrario auf Unsplash

Neuer Ergebnisrekord gemeldet

Die italienische Großbank wurde in den letzten Jahren auf Profitabilität ausgerichtet. Das Ergebnis zeigt sich in den jeweiligen Quartalsergebnissen. Seit 21 Quartalen steigt der Überschuss stetig. In den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres wurde mit 3,2 Milliarden € ein neuer Rekord erreicht. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg von 16%.

Die Erträge legten lediglich um 5% auf 6,9 Milliarden € zu. Die Eigenkapitalverzinsung (Rote) erreichte mit 26% einen hervorragenden Wert.

Andrea Orcel, Vorstandsvorsitzender von UniCredit, kommentierte die Zahlen so:

UniCredit hat erneut Rekordquartalsergebnisse in allen wichtigen Finanzkennzahlen erzielt und damit die Stärke und Beständigkeit unseres Geschäftsmodells sowie die erfolgreiche Umsetzung unserer Strategie unter Beweis gestellt.

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Jahresprognose leicht erhöht

Bisher wurde ein Jahresüberschuss von ca. 11 Milliarden € erwartet. Jetzt stehen mindestens 11 Milliarden € auf dem Zettel. Bei der Kosten-Ertrags-Quote wird ein Wert von 0,38 erwartet.

Mit der Strategie „UniCredit Unlimited“ wird ein nachhaltiges, profitables Wachstum angestrebt.

Weg für Übernahme freigemacht

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung der UniCredit am 4. Mai wurde die Kapitalerhöhung von 6,7 Milliarden € beschlossen. Am selben Tag wurde das angekündigte Übernahmeangebot für die Commerzbank offiziell bestätigt.

Demnach ist ein Aktienumtausch im Verhältnis von 0,485 zu 1 vorgesehen. Für eine Commerzbank-Aktie erhalten die Aktionäre 0,485 Aktien der UniCredit. Aktuell entspricht das einem rechnerischen Gegenwert für eine Commerzbank-Aktie von etwa 34,80. Der Kurs der Aktie der Commerzbank steht am Mittwoch aktuell bei knapp 37,40 €. Somit liegt er deutlich über dem angebotenen Kurs. Für die Übernahme sind insgesamt 35 Milliarden € eingeplant.

Eine Nachbesserung des Übernahmeangebotes lässt sich die italienische Bank offen. Sollte die Übernahme zustande kommen, ist ein Stellenabbau von 7 000 vorgesehen. Die Commerzbank soll ebenfalls auf eine hohe Profitabilität getrimmt werden.

Laut Angaben der Bank besitzt sie einen Anteil an der Commerzbank von 32,4%; davon hält sie 27% in Aktien. Der Rest sind Finanzderivate.

Potenzial vorhanden

Der starke Kursrückgang seit dem Hoch im Februar auf rund 60 € konnte zwar teilweise wieder aufgeholt werden, dennoch besteht noch eine Differenz von rund 9 € zum damaligen Kurs von 80 €. Der faire Wert der Aktie dürfte aus meiner Sicht bei 83 € liegen – das entspricht einem Potenzial von rund +15%.

Was ebenfalls für die Aktie spricht, ist die hohe Dividendenrendite von 4,4%. Aufgrund des deutlichen Gewinnanstiegs dürfte es zu einer Anhebung der Dividende von zuletzt 3,15 € kommen.

Die Analysten sehen einheitlich ebenfalls Potenzial. Deren Bandbreite der Bewertungen reicht von 77 bis 90 €.

Im Übernahmepoker um die Commerzbank bleibt es spannend. Die Commerzbank, die Bundesregierung und die Gewerkschaften lehnen die Übernahme ab. Ohne eine Nachbesserung dürfte eine schnelle Übernahme nicht erfolgen. Allerdings spielt die UniCredit auf Zeit. Mit ihrem Anteil könnte sie die Geschäftspolitik der Commerzbank wesentlich beeinflussen.

Mein Fazit. Neben einer guten Dividendenrendite besteht auch weiteres Potenzial.

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ℹ️ Unicredit in Kürze

  • Die UniCredit (WKN: A2DJV6) ist eine italienische Großbank und Holding von Finanzdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Mailand.
  • Neben dem Heimatmarkt Italien ist die Finanzgruppe vor allem in Zentral- und Osteuropa aktiv, wo sie in einigen Ländern Marktführer auf dem Bankensektor ist.
  • In Deutschland ist die Unicredit über die Hypovereinsbank und in Österreich über die Bank Austria tätig. Die italienische Großbank versucht gegenwärtig, die Commerzbank vollständig zu übernehmen.
  • Die UniCredit ist sowohl Mitglied im italienischen Leitindex FTSE MIB auch als im europäischen Leitindex Euro Stoxx 50. Sie ist ca. 104,5 Milliarden € wert.
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