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SAP-Aktie vor den Zahlen: Lage analysiert

Spannung vor dem 23. April

Die Aktie von SAP hat sich in den vergangenen Tagen nach zuvor schwächerer Entwicklung leicht stabilisiert. Nun richtet sich der Blick der Investoren auf den 23. April, wenn der Softwarekonzern seine Quartalszahlen vorlegt und neue Impulse für den weiteren Kursverlauf liefern könnte.

SAP logo displayed on a blue circuit-board backdrop, signaling enterprise software and tech infrastructure.
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Erwartungen vor den Quartalszahlen

Am 23. April wird SAP die Ergebnisse für das erste Quartal vorlegen. Die Markterwartungen fallen insgesamt positiv aus. Analysten rechnen damit, dass der Cloud-Umsatz im Jahresvergleich um rund 18 Prozent wächst. Der Gesamtumsatz dürfte um etwa fünf Prozent steigen, während beim operativen Ergebnis ein Plus von rund elf Prozent erwartet wird.

Gleichzeitig richtet sich der Blick der Investoren verstärkt auf die Qualität des Auftragsbestands. Hintergrund ist die Veröffentlichung im Januar, bei der das Unternehmen die Markterwartungen verfehlte. Seitdem steht insbesondere die Frage im Raum, wie zuverlässig und schnell sich der bestehende Auftragsbestand tatsächlich in Umsatz umwandeln lässt.

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Zentrale Rolle der Cloud-ERP-Plattform

SAP bleibt ein zentraler Anbieter für geschäftskritische Unternehmenssoftware. Die Lösungen des Konzerns sind tief in Finanzprozesse, Lieferkettensteuerung, Personalmanagement und Beschaffung integriert. Darüber hinaus baut das Unternehmen seine Plattform kontinuierlich um Daten- und KI-Funktionen aus.

Diese enge Verzahnung verschiedener Anwendungen sorgt für hohe Wechselkosten und eine starke Kundenbindung. Angesichts des rasanten Aufstiegs von KI-Technologien positioniert sich SAP zunehmend mit einer Strategie, die sowohl auf künstliche Intelligenz als auch auf integrierte Software-Suiten setzt.

Das wirtschaftliche Zentrum des Geschäfts bildet dabei die Cloud-ERP-Suite. Im Geschäftsjahr 2025 entfielen 86 Prozent des gesamten Cloud-Umsatzes auf diesen Bereich. Gleichzeitig wuchs er währungsbereinigt um 32 Prozent. Im Vergleich dazu legte der gesamte Cloud-Umsatz um 26 Prozent zu, während Erweiterungslösungen lediglich fünf Prozent Wachstum erreichten. Infrastrukturservices gingen sogar deutlich zurück.

Sollte sich das Wachstum der Cloud-ERP-Suite deutlich abschwächen, wäre dies ein stärkeres Warnsignal für strukturelle Probleme im Geschäftsmodell als eine bloße Verschiebung innerhalb des Produktmixes.

Diskussion über Qualität des Auftragsbestands

Ein wichtiger Diskussionspunkt am Markt ist derzeit die Struktur der Großaufträge. Investoren fragen sich, ob große Verträge zunehmend zeitlich nach hinten verschoben werden, flexiblere Konditionen enthalten oder einfach langsamer anlaufen.

Die Aktie reflektiert bereits eine gewisse Skepsis hinsichtlich dieser sogenannten Konversionsrisiken. Gleichzeitig ist der gesamte Cloud-Auftragsbestand des Unternehmens auf 77,3 Milliarden Euro gestiegen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt auch dem Bereich Software-Support. Marktschätzungen gehen hier von einem Rückgang von rund zehn Prozent im Jahresvergleich aus, nachdem im ersten Quartal 2025 lediglich ein Minus von drei Prozent verzeichnet worden war.

Künstliche Intelligenz verändert das Plattformgeschäft

Wie bei vielen großen Technologieplattformen ist die Einführung von KI-Funktionen auch bei SAP in vollem Gange. Die entscheidende Frage bleibt jedoch, wie sich diese Innovationen monetarisieren lassen. Die finanziellen Auswirkungen sind derzeit schwer zu quantifizieren, da ein großer Teil der Effekte in Effizienzgewinnen innerhalb bestehender Prozesse entsteht.

Im vierten Quartal entfielen bereits zwei Drittel der Cloud-Auftragseingänge auf Lösungen mit integrierter Business-AI. Laut Unternehmensangaben ist der digitale Assistent Joule mittlerweile in 35 Anwendungen integriert und arbeitet mit mehr als 40 spezialisierten Agenten sowie über 2400 Funktionen.

Von besonderem Interesse ist, ob diese KI-Integration den Vertragswert steigert, zusätzliche Produkte verkauft oder die Abschlussquote verbessert. Ebenso relevant ist die Frage, ob bestehende Kunden ihre Verträge aufgrund der neuen Funktionen häufiger verlängern.

Parallel entwickelt SAP seine Datenplattform weiter. Die Business Data Cloud wandelt sich von einer reinen Dateninfrastruktur zu einer Umgebung mit vorgefertigten intelligenten Anwendungen. Die Integration von Databricks sowie semantischen Wissensgraphen und Master-Data-Management-Technologien soll dabei helfen, KI-Agenten effektiver in verschiedenen Anwendungen einzusetzen.

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Bewertung signalisiert günstiges Einstiegsniveau

Aus technischer Perspektive notiert die SAP-Aktie derzeit unter ihrem 200-Wochen-Durchschnitt. Für etablierte Unternehmen mit stabilem Wachstum gilt ein solcher Kursbereich häufig als attraktiver Einstiegszeitpunkt.

Auch die Bewertung im Branchenvergleich wirkt moderat. Das erwartete Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis liegt leicht unter dem Median des Sektors. Beim erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis ergibt sich ebenfalls ein Abschlag gegenüber vergleichbaren Unternehmen. Besonders deutlich fällt der Bewertungsunterschied bei der GAAP-Berechnung aus.

Noch aussagekräftiger erscheint jedoch die Kombination aus Bewertung und langfristigen Wachstumsprognosen. Analysten rechnen mit einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von rund 16 Prozent pro Jahr. In Verbindung mit der aktuellen Kursposition deutet dies auf eine attraktive Bewertung hin.

Sollte der normalisierte Gewinn pro Aktie im Jahr 2028 etwa 10,70 US-Dollar erreichen und die Aktie im Jahr 2027 mit einem moderaten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23 bewertet werden, ergäbe sich ein Kurs von rund 245 US-Dollar. Beim aktuellen Niveau von etwa 180 US-Dollar entspricht dies einem möglichen Kurspotenzial von rund 37 Prozent.

Risiken für Investoren

Trotz der attraktiven Bewertung bestehen mehrere Risiken. Besonders relevant ist die Möglichkeit, dass die Begeisterung rund um KI und Datenlösungen schneller wächst als deren tatsächliche monetäre Wirkung.

Bereits heute enthalten rund 90 Prozent der größten SAP-Verträge Komponenten aus den Bereichen Daten oder künstliche Intelligenz. Gleichzeitig baut das Unternehmen seine Datenstrategie weiter aus und plant zusätzliche Integrationen sowie Übernahmen, um Daten aus SAP- und Nicht-SAP-Systemen zu vereinheitlichen.

Sollte sich jedoch herausstellen, dass diese Initiativen kurzfristig weniger Umsatz generieren als erwartet, könnte dies vorübergehend zu einer negativen Stimmung an der Börse führen.

Hinzu kommen klassische Umsetzungsrisiken. Der Übergang vom traditionellen Supportgeschäft hin zu Cloud-Abonnements ist komplex. Sollte das Cloud-Wachstum hinter den Erwartungen zurückbleiben oder sich die Margenverbesserung verzögern, könnte die Bewertung länger unter Druck bleiben.

Bewertung und Perspektive

Auch wenn SAP nicht zu den dynamischsten Technologieunternehmen gehört, bietet das Unternehmen eine solide Marktposition mit hohen Eintrittsbarrieren. Die Kombination aus etabliertem Plattformgeschäft, wachsender Cloud-Basis und zunehmender Integration von KI-Funktionen spricht für langfristige Stabilität.

Vor diesem Hintergrund erscheint das aktuelle Kursniveau als ungewöhnlich attraktiver Einstiegspunkt für ein Unternehmen mit gefestigtem Wettbewerbsvorteil. Die laufende Transformation des Geschäftsmodells dürfte zwar weiterhin Anpassungen erfordern, doch viele dieser Veränderungen sind bereits im Gange und im Kurs teilweise eingepreist.

Damit ergibt sich ein Umfeld, in dem die Risiken zwar präsent bleiben, die Bewertung jedoch deutlich Spielraum für langfristige Wertsteigerung eröffnet.

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Unser Übernahme-Favorit des Jahres

SAP-Anleger sollten einen Blick über den Tellerrand wagen: Erfahre in diesem Artikel kostenlos, welcher US-Small-Cap aus dem Biotech-Sektor für uns der Übernahme-Favorit des Jahres ist. Nach einem Kursvervielfacher in 2025 winken hier erneut dreistellige Prozente.

ℹ️ SAP in Kürze

  • Die SAP SE (WKN: 716460) gehört weltweit zu den größten Softwareunternehmen im Bereich der Unternehmenssteuerung. Für kleinere und mittelgroße Unternehmen bietet der Konzern Standardlösungen an, für größere Unternehmen gibt es individuelle Angebote.
  • Der Hauptsitz des Konzerns ist im baden-württembergischen Walldorf, weltweit verfügt der IT-Konzern über zahlreiche Niederlassungen.
  • Die Aktie des Unternehmens ist im DAX gelistet und wird an der Börse aktuell mit rund 182 Milliarden € bewertet.
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