Intel-Aktie: +46% im April – ist der Anstieg berechtigt?
Im letzten Jahr wurde noch über einen Notverkauf oder eine Zerlegung des US-Chipherstellers Intel spekuliert, mittlerweile ist das kein Thema mehr. Die Intel-Aktie erlebt inzwischen ein starkes Comeback. Seit Anfang April verbesserte sie sich um rund +46% und steht am Dienstag aktuell bei 55,70 €. Auf Jahressicht hat sie sich mehr als verdreifacht. Besteht jetzt noch Potenzial?
Beitritt zum Terafab-Projekt
Hierbei handelt es sich um ein Vorhaben von Elon Musk. Das Ziel bei diesem Projekt ist es, leistungsfähige Chips für seine Unternehmen Tesla, SpaceX sowie xAI in eigener Regie zu entwickeln und zu fertigen.
Für die zukünftigen Technologien der Robotik, KI und Weltraumrechenzentren werden solche modernen, leistungsfähigen Chips benötigt. Laut Unternehmensangaben soll die Produktion pro Jahr bei 1 Terawatt liegen. Mit dem Beitritt von Intel zu diesem Projekt werden die Visionen konkreter.
Intel hing bei der Chipentwicklung zwar hinterher, verfügt jedoch über eigene Fertigungskapazitäten (Foundry-Geschäft) und das damit verbundene Wissen. Weitere Kompetenzen liegen im Packaging sowie bei der industriellen Skalierbarkeit. Dieses Know-how fehlte bisher.
Wann der Startbeginn des Projektes ist, steht noch nicht fest. Die neue Fabrik soll in der Nähe des Hauptsitzes von Tesla in Austin im Bundesstaat Texas gebaut werden. Es sind zwei Chips geplant: einen für Teslaautos und Robotik sowie einen für SpaceX und xAI. Für jeden Chip gibt es eine eigene Produktionsstätte.
Ob das Projekt umgesetzt wird und in welcher Zeit, ist noch offen. Dennoch ist der Beitritt für Intel ein wichtiger Schritt.
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Solide Zahlen geliefert
Das vierte Quartal fiel im Gegensatz zum Vorjahreszeitraum schwächer aus; der Umsatz ging um 4% auf 13,7 Milliarden US$ zurück. Die Jahreszahlen fielen dennoch insgesamt solide aus. Der Jahresumsatz lag mit 52,9 Milliarden US$ geringfügig unter dem Vorjahresumsatz. Allerdings war darin noch der Umsatz der inzwischen verkauften Altera enthalten.
Der bereinigte Gewinn pro Aktie (auf Non-GAAP-Basis) lag bei 0,42 US$ – ein Jahr zuvor wurde ein bereinigter Verlust pro Aktie von 0,13 US$ erzielt. Der Cashflow lag bei soliden 9,7 Milliarden US$.
Für das erste Quartal rechnet der Konzern mit einem Umsatzrückgang auf 11,7 bis 12,7 Milliarden US$. Nach dem ersten Quartal soll es dann laut Unternehmensangaben immer besser werden.
Lip-Bu Tan, CEO von Intel, kommentierte den Geschäftsverlauf so:
Wir haben das Jahr solide abgeschlossen und Fortschritte auf unserem Weg zum Aufbau einer neuen Intel gemacht.
Was bedeutet das für die Aktie?
Bei Intel zählt jede positive Nachricht doppelt; der Chipkonzern befindet sich mitten in einer Transformation. Der Beitritt zum Terafab-Projekt von Musk führte zu überproportionalen Kursgewinnen. Aus meiner Sicht ist der Kursanstieg übertrieben hoch ausgefallen. Statt eines weiteren Anstiegs halte ich eine Korrektur für wahrscheinlicher. Größeres Potenzial sehe ich bei dem jetzigen Kursniveau nicht.
Wichtiger als große zukünftige Projekte ist es, dass Intel wieder profitabler wird. Die Richtung stimmt, jedoch ist es noch ein weiter Weg dorthin.
Die Analysten sehen das mehrheitlich ebenfalls so, deren mittlerer Zielkurs liegt bei 41 US$ (etwa 35,30 €).
Mein Fazit: Bei dem jetzigen Kursniveau ist ein Einstieg wenig ratsam.
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ℹ️ Intel in Kürze
- Die Intel Corporation (WKN:855681) mit Sitz im kalifornischen Santa Clara ist ein führender US-Anbieter von Halbleitern.
- In seinem Kerngeschäft mit der Herstellung von Mikroprozessoren für PCs und Laptops dominiert der Konzern 70% des weltweiten Markts.
- Das Unternehmen ist im Dow Jones sowie der Nasdaq gelistet und erreicht aktuell einen Börsenwert von rund 280 Milliarden €.