Tesla-Aktie: Letzte Hoffnung „Baby-Tesla“?
Die Tesla-Aktie befindet sich seit Ende vergangenen Jahres in einem Abwärtstrend. Können die jüngsten Absatzzahlen für eine Trendwende sorgen und ist die Aktie auf dem aktuellen Kursniveau einen Kauf wert?
Langweilige Absatzzahlen
Die Absatzzahlen von Tesla sind in der Regel entweder ein Traum oder ein Albtraum. Diesmal fielen die Verkaufszahlen von Elon Musks Autofirma aber extrem langweilig aus.
Im ersten Quartal des Jahres setzte Tesla insgesamt rund 366.000 Fahrzeuge ab. Das ist zwar nur eine minimale Steigerung von 2,3% gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres, muss aber schon als Erfolg gefeiert werden. Denn einerseits erfüllte Tesla damit die Erwartungen der Wall Street, andererseits konnte der Absatzrückgang der jüngsten Vergangenheit gestoppt werden.
Die Absatzzahlen zeigen, dass der Elektroautobauer immer noch von zwei Modellen abhängig ist. Mit 312.000 Stück sind das Model 3 und das Model Y nach wie vor die „Brot-und-Butter-Modelle“ von Tesla.
Der Absatz des Cybertrucks konnte zwar auf rund 39.000 Stück im Jahresvergleich mehr als verdoppelt werden. Insgesamt spielt dieses Modell aber keine Rolle für den Konzern. Auch die Modelle S und X haben mit 12.000 verkauften Autos überhaupt keine Bedeutung für Tesla.
Hoffnungsträger Projekt "Redwood"
Da die Modellpalette des US-Autokonzerns inzwischen in die Jahre gekommen ist, ruht die Hoffnung der Börse nun auf dem sogenannten Projekt „Redwood“. Dabei handelt es sich um die Entwicklung eines günstigen Einstiegsmodells, das auch als „Model 2“ bezeichnet wird.
Der Preis des Kompaktwagens soll bei rund 25.000 US$ in der Basisversion liegen. Konzipiert ist das Modell als kompakter Crossover, der an eine Mischung aus einem geschrumpften Model Y und dem Cybertruck erinnert.
Das Besondere am Model 2 ist aber gar nicht so sehr das Auto selbst, sondern die Art, wie es gebaut wird. Tesla nutzt dafür erstmals das sogenannte „Unboxed“-Verfahren.
Das Fahrzeug wird nicht mehr am Stück auf einem Fließband zusammengesetzt. Stattdessen werden separate Module (Front, Heck, Unterboden, Innenraum) komplett fertiggestellt und erst ganz am Ende „zusammengefügt“. Der Vorteil dieser Produktionsmethode liegt darin, dass sie den Platzbedarf in der Fabrik um ca. 40% reduziert und die Produktionskosten angabegemäß im Vergleich zum größeren Model 3 halbiert.
Rund 2.000 Testmodelle wurden von Tesla bereits ausgeliefert. Wahrscheinlich kommt das Model 2 im zweiten Halbjahr auf den Markt.
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Den Abwärtstrend noch nicht beendet
Die Tesla-Aktie befindet sich seit Mitte Dezember vergangenen Jahres in einem kontinuierlichen Abwärtstrend, in dessen Zuge sie bereits über -20% verloren hat. Am Dienstag und Mittwoch schaffte die Aktie zwar eine Gegenbewegung, die sie an den oberen Rand der Trendlinie führte.
Für einen Durchbruch reichte es allerdings nicht. Am heutigen Donnerstag zeichnet sich wieder eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung ab.
Die Börse muss in der Wirklichkeit ankommen
Ich glaube nicht, dass das Projekt Redwood aus Tesla noch einen erfolgreichen Autohersteller macht. Es kommt meiner Meinung nach schlichtweg zu spät.
Die Wettbewerber Teslas, allen voran die chinesischen Autokonzerne, bieten seit Jahren Einstiegsmodelle im Preisbereich des Model 2 an. Ich glaube auch nicht daran, dass der „Baby-Tesla“ technologische Vorteile gegenüber Wettbewerbsmodellen besitzen wird.
Einzig und alleine für die Gewinnmarge von Elon Musks Autobauer dürfte das Model 2 eine Wohltat sein. Sollten sich die niedrigen Produktionskosten in der Serienproduktion bestätigen, könnte dieses Volumenmodell einen satten Gewinnbeitrag leisten.
Trotzdem liegt das Forward-KGV der Tesla-Aktie immer noch auf einem völlig absurden Niveau von rund 175. Ja, ich weiß, dass die Börse Tesla schon längst nicht mehr als Autobauer bewertet, sondern als Robotaxi- und Robotikkonzern.
Aber auf diesen beiden Zukunfsfeldern hat Tesla bislang nicht viel mehr produziert als heiße Luft. Die Robotaxis kommen nicht aus der ewigen Testphase hinaus und die Optimus-Roboter erledigen nur ein paar kleinere Jobs an den Fließbändern der Autowerke.
Die Börse sollte endlich in der Realität ankommen. Sie ist weitaus düsterer als die Fantasie.
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ℹ️ Tesla in Kürze
- Der 2003 gegründete US-Autohersteller mit Hauptsitz in Austin im US-Bundesstaat Texas ist derzeit der weltweit zweitgrößte Hersteller von Elektroautos. Neben Fahrzeugen stellt Tesla (WKN: A1CX3T) auch Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen her.
- Die Fahrzeuge und teilweise auch die Batterien werden in Gigafactories genannten Großfabriken produziert. Derzeit betreibt Tesla Gigafactories in den USA, Deutschland und China.
- Tesla ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500. Der Unternehmenswert liegt aktuell bei rund 1,19 Billionen US$.