SAP-Aktie: Kurs halbiert – wendet sich jetzt das Blatt?
Bei SAP ist weiterhin kein Boden in Sicht. Die Aktie befindet sich nun schon seit über einem Jahr in einem massiven Downturn und hat gegenüber den Rekordständen von 283,50 € fast -50% eingebüßt. Allein in diesem Jahr stehen bereits Verluste von knapp -30% zu Buche. Stellt sich für Anleger die Frage: Geht der Ausverkauf weiter oder ist das Ende der Talfahrt nah?
Vom Highflyer zum Sorgenkind
Die SAP-Aktie bleibt eines der großen Sorgenkinder am deutschen Aktienmarkt. Der Kurs des Walldorfer Softwareriesen hat jegliche Bodenhaftung verloren und rauscht immer weiter gen Süden. Dabei ist es noch gar nicht mal so lange her, dass das DAX-Schwergewicht Rekorde um Rekorde schrieb.
2024 schnappte sich SAP zunächst einmal den Titel des wertvollsten Technologiekonzerns in Europa von ASML, nur um Anfang 2025 auch zum wertvollsten Börsenunternehmen auf dem alten Kontinent aufzusteigen. Diesen Status hatte zuvor Novo Nordisk inne. Doch von dem alten Glanz ist wenig übriggeblieben.
Inzwischen notiert die Aktie auf dem tiefsten Niveau seit Januar 2024. Mehr als die Hälfte der seit 2022 aufgelaufenen Gewinne hat der Wert wieder abgeben.
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Eine Vielzahl an Problemen
Die Belastungsfaktoren sind vielschichtig. Hervorzuheben sind dabei sicherlich die jüngsten Quartalszahlen, die ein enttäuschendes Wachstum im Cloud-Bereich zeigten und dazu auch noch einen konservativen Ausblick bereithielten.
Im März machten zudem Berichte über kritische Sicherheitslücken die Runde, was ebenfalls zu Kurverlusten führte.
Nicht zu vergessen ist die Debatte um das Thema Künstliche Intelligenz. Am Markt herrscht auch weiterhin eine große Skepsis gegenüber Softwareunternehmen aufgrund der Sorge vor möglichen Disruptionen in den Geschäftsmodellen.
Zu allem Überfluss führt der Konflikt im Nahen Osten dazu, dass Anleger das Risiko zurückschrauben und Aktien so generell einen schweren Stand haben.
In dieser doch sehr schwierigen Gemengelange haben zuletzt auch noch zahlreiche Analysten ihre Kursziele zurückgeschraubt. Besonders hervorzuheben ist dabei eine Studie von JPMorgan. Die US-Investmentbank hat SAP von „Overweight“ auf „Neutral“ abgestuft und dies mit Bedenken hinsichtlich der Margenentwicklung und Cloud-Erlöse begründet. Gleichzeitig wurde das Kursziel von 260 auf 175 € gesenkt.
Aktienrückkauf verpufft
Um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, hat der DAX-Konzern ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 10 Milliarden € ins Leben gerufen, das bis Ende 2027 läuft. Außerdem wurde vorgeschlagen, die Dividende für 2025 auf 2,50 € je Aktie zu erhöhen.
Was bedeutet das für die Aktie?
Doch bislang sind diese Stabilisierungsversuche nicht von Erfolg gekrönt. Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass die Aktie schon bald einen Boden finden könnte. Der Kurs ist massiv überverkauft, mit RSI-Werten (Wochenchart), die es letztmals nach dem Platzen der Dotcom-Blase gegeben hatte. Zudem nähert sich die Aktie einer ganz entscheidenden Unterstützung mit dem 2020er-Doppeltop bei 143,20/143,32 €. Ein weiterer wichtiger Support befindet sich bei 130 €.
Der Abverkauf ist heftig, keine Frage – doch genau in solchen Phasen entstehen oft die spannendsten Chancen. Die Kombination aus massiv überverkauftem Zustand, einer technisch extrem wichtigen Unterstützungszone und ersten Gegenmaßnahmen des Unternehmens spricht dafür, dass sich die Talfahrt ihrem Ende nähern könnte.
Kurzfristig bleibt das Umfeld zwar fragil und weitere Rücksetzer sind nicht auszuschließen. Doch wer einen längeren Anlagehorizont mitbringt, sollte die aktuelle Schwächephase nicht nur als Risiko, sondern auch als mögliche Einstiegschance betrachten. Dreht die Stimmung – etwa durch stabilere Cloud-Zahlen oder Entspannung im Marktumfeld – könnte die Aktie schneller zurückkommen, als viele derzeit erwarten.
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ℹ️ SAP in Kürze
- Die SAP SE (WKN: 716460) gehört weltweit zu den größten Softwareunternehmen im Bereich der Unternehmenssteuerung. Für kleinere und mittelgroße Unternehmen bietet der Konzern Standardlösungen an, für größere Unternehmen gibt es individuelle Angebote.
- Der Hauptsitz des Konzerns ist im baden-württembergischen Walldorf, weltweit verfügt der IT-Konzern über zahlreiche Niederlassungen.
- Die Aktie des Unternehmens ist im DAX gelistet und wird an der Börse aktuell mit rund 171 Milliarden € bewertet.