BASF-Aktie: Jetzt wieder verkaufen?

Neues Werk in China eröffnet

Die BASF-Aktie gewinnt am Donnerstag aktuell +1,2% und steht bei 50,60 €. Auf Jahressicht bewegte der Kurs sich jedoch weitestgehend in einer Range von 44 bis 50 €. Der Ludwigshafener Chemiekonzern leidet nach wie vor unter einer schlechten Konjunktur. Sind das wieder Ausstiegskurse?

POZNAN, POL - JAN 11, 2023: Advertisement billboard displaying logo of BASF, a chemical company and the largest chemical producer in the world, headquartered in Ludwigshafen, Germany.
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Werk in China eröffnet

Das bereits im November angelaufene Werk im chinesischen Zhanjiang wurde am 26. März offiziell eröffnet. Es ist neben Ludwigshafen und Antwerpen der drittgrößte Verbundstandort des Konzerns.

Insgesamt wurden 8,7 Milliarden € in das neue Werk investiert. Die Produkte dienen hauptsächlich zur Versorgung des chinesischen Marktes. BASF erwartet bis 2035 in China einen Anstieg der Nachfrage nach Chemieprodukten um 75%. Schon heute benötigt China mehr als die Hälfte des weltweiten Chemiebedarfs. Am gesamten Absatz der Ludwigshafener beträgt der Chinaanteil jedoch nur 13%.

Trotz aller Kritik hielt der Konzern an dem Bau fest und begründete das mit dem dortigen Absatzmarkt. BASF ist mit zwei Werken in China vertreten. Momentan ist auch in China die Lage angespannt.

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Rohstoffe werden teurer

Momentan verschärft sich die Lage in der Chemiebranche. Neben der schwachen Nachfrage kommen jetzt auch noch höhere Preise für Rohstoffe hinzu. Durch die Blockade der wichtigen Seefahrtsstraße von Hormus durch den Iran, sind die Preise für Erdöl und Gas stark angestiegen.

Die Chemiebranche benötigt Erdöl als Ausgangsbasis für viele Produkte. Für die weitere Preisentwicklung kommt es jetzt auf den weiteren Verlauf des Konflikts an. Asien ist sehr stark auf die Transporte aus dem Nahen Osten angewiesen. Das könnte daher auch ein Problem für das neue Werk in China werden.

Geschäftsentwicklung rückläufig

In dem Geschäftsbericht für 2025 zeigt sich, dass der Chemiekonzern Rückgänge beim Umsatz und Ertrag hinnehmen musste. Das kam jedoch nicht überraschend, sondern wurde in der Prognose frühzeitig kommuniziert.

Der Umsatz reduzierte sich von 61,4 auf 59,7 Milliarden €. Hier machten sich die gesunkenen Preise negativ bemerkbar. Der Rückgang fand in allen Segmenten statt.

Das operative EBITDA reduziert sich von 7,2 auf 6,6 Milliarden €. Die EBITDA-Marge blieb mit 11% jedoch relativ konstant. Unterm Strich erhöhte sich der Konzernüberschuss von 1,45 auf 1,7 Milliarden €. Hier machten sich Sondereffekte aus dem Verkauf des Bautenanstrichgeschäfts positiv bemerkbar.

Eine schnelle Erholung der Konjunktur erwartet der Konzern nicht. Dennoch gibt er sich für das laufende Geschäftsjahr etwas zuversichtlicher. Das operative EBITDA soll bei 6,2 bis 7 Milliarden € liegen. Hier bleibt abzuwarten, ob diese Ertragsprognose im Jahresverlauf konkretisiert wird. Beim Free Cashflow wird ein Anstieg auf 1,5 bis 2,3 Milliarden € erwartet. Hier dürften sich die geringeren Investitionen positiv bemerkbar machen. 2026 wird somit ein weiteres Jahr der Transformation.

Kursgewinne sichern

Ich bin oft darauf eingegangen, dass sich die BASF-Aktie vorerst nur zum Traden eignet. Der Kurs verlief auf Sicht eines Jahres überwiegend in einer breiten Range von 44 bis 50 €. Das dürfte vorerst auch so bleiben. Der obere Wert der Range wurde überschritten; somit ist das aus meiner Sicht wieder ein Verkaufssignal.

Die Dividendenrendite ist mit 4,4% zwar immer noch gut, bei einem erneuten Kursrückgang steigt sie jedoch.

Einige Analysten sind zuversichtlicher, das gilt insbesondere für Goldman Sachs mit 61 € sowie die DZ Bank mit 55 €.

Mein Fazit: Momentan ist ein Verkauf der Aktie ratsamer als ein Kauf.

Ergänzend dazu: Manche Dividenden-Titel werden derzeit vom Markt unterschätzt und bieten dadurch attraktive Einstiegschancen. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten, die sowohl durch Ausschüttungen als auch durch Kurspotenzial überzeugen könnten.

ℹ️ BASF in Kürze

  • BASF (WKN: BASF11) ist der nach Umsatz größte Chemiekonzern der Welt. Er ist in den sechs Segmenten Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Surface Technologies, Nutrition & Care und Agricultural Solutions tätig.
  • Neben dem Hauptwerk in Ludwigshafen am Rhein betreibt der Konzern weltweit über 230 Produktionsstandorte in mehr als 90 Ländern.
  • Der 1865 gegründete Traditionskonzern ist Mitglied im DAX und aktuell an der Börse mit knapp 45 Milliarden € bewertet.
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