ARM-Aktie +10%: Darum geht sie durch die Decke
Die Aktie des britischen Chipdesigners ARM befindet sich seit Anfang Februar in einer starken Aufwärtsbewegung. Und diese erfährt am Mittwoch einen weiteren Schub. Vorbörslich schießt der Nasdaq-Titel um rund +10% nach oben und steht damit vor dem Sprung über die 150-US$-Marke. Das steckt hinter der Rallye und so kann es jetzt weitergehen.
Starke Wachstumsaussichten
Mein Kollege Peter Wolf-Karnitschnig hatte bereits am Dienstag ausführlich beschrieben, dass ARM große Fortschritte im Bereich der KI-Beschleuniger macht. Die Briten haben einen strategischen Schwenk vollzogen. In Zukunft will man nicht mehr nur Baupläne für Chipdesigns bereitstellen und dafür Lizenzgebühren einstreichen, sondern fertige Teillösungen entwickeln, um sich einen größeren Teil vom KI-Kuchen zu sichern.
Damit könnte ARM zu einem direkten Konkurrenten von Nvidia und anderen Chipherstellern werden. Und wie der Zufall es will, hat CEO Rene Haas am Dienstagabend nach Börsenschluss schon mal skizziert, was für einen finanziellen Impact der neue, eigens entwickelte KI-Chip "AGI CPU" für das Unternehmen haben könnte.
Nach Aussage von Haas soll der Chip bis 2031 jährlich rund 15 Milliarden US$ zu den Umsätzen beitragen. Der Gesamtumsatz soll dann auf 25 Milliarden US$ klettern. Verglichen mit den Erlösen von etwa 4 Milliarden US$ im Jahr 2025 entspräche dies einem Anstieg von 525%. Beim Gewinn je Aktie peilt der Konzern 9 US$ an – ein deutliches Plus gegenüber den 0,75 US$ in 2025.
Mit dem neuen Chip erweitert sich der adressierbare Markt, was neue Gewinnpotenziale eröffnet, so Finanzvorstand Jason Child. Er beziffert die Bruttomarge des Chips auf etwa 50%.
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Agentische KI als Treiber
Zentraler Treiber der neuen Strategie von ARM ist der Boom rund um agentische Künstliche Intelligenz – KI-Systeme, die nicht nur auf Befehle reagieren, sondern autonom handeln, um ein vorgegebenes Ziel zu erreichen. Der Konzern erwartet, dass sich die Nachfrage nach klassischen Prozessoren (CPUs) in diesem Umfeld vervierfachen wird. Mindestens, denn möglicherweise sei die Nachfrage tatsächlich noch viel höher, so Haas.
Analysten erhöhen Kursziele
Die neuen Wachstumsperspektiven zeigen auf, wohin die Reise gehen kann und sorgen an der Börse prompt für Begeisterung. Die Analysten reagieren ebenfalls zustimmend und schrauben ihre Kursziele nach oben. Raymond James sieht den fairen Wert der Aktie nun bei 166 US$, Oddo BHF und UBS trauen ARM mit 190 bzw. 205 US$ aber noch deutlich mehr zu.
Was bedeutet das für die Aktie?
Der Kurssprung befördert die Aktie wieder deutlich über die 200-Tage-Linie (SMA200). Damit dürfte das positive Momentum weiter zunehmen, sodass die Hochs im Bereich 180/190 US$ wieder in den Fokus rücken könnten.
Langfristig wird entscheidend sein, ob ARM die großen Versprechungen auch in verwertbare Ergebnisse ummünzen kann und inwieweit es gelingt, im neuen Geschäftsfeld Marktanteile von Wettbewerbern wie Nvidia, aber auch AMD und Intel abzugreifen. Erst dann wird sich zeigen, ob der Schwenk vom Chip-Designer zum Chip-Entwickler auch wirklich von Erfolg gekrönt ist.
Kurzum: An der Börse erhält die Aktie gerade die Vorschusslorbeeren, die erst einmal mit harten Fakten untermauert werden müssen. Das Potenzial ist aber zweifelsohne vorhanden.
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ℹ️ ARM vorgestellt
- ARM (WKN: A3EUCD) ist ein britisches Unternehmen mit Sitz in Cambridge, welches das Design von RISC-Prozessoren entwickelt.
- Die ARM-Chiparchitektur wird von fast allen Chipherstellern weltweit übernommen.
- Während einige Unternehmen die Chipdesigns von ARM lizenzieren, entwickeln andere auf Basis der ARM-Architekturlizenz eigene Prozessordesigns (darunter Apple, Qualcomm und Samsung).
- ARM ging im September 2023 an die Börse, ist jedoch mehrheitlich im Besitz der japanischen Softbank.
- ARM ist Mitglied des Nasdaq 100-Index und aktuell mit rund 145 Milliarden US$ bewertet.