Shell-Aktie: Ist die Party jetzt doch vorbei?
Mitte vergangener Woche kletterte die Shell-Aktie auf ein neues Allzeithoch, doch seitdem hat sie den Rückwärtsgang eingelegt. Am Montagvormittag setzt sich die Abwärtsbewegung mit einem Kursverlust von fast -2% fort. Ist die Party nun vorbei oder gönnt sich der Energiekonzern nur eine Atempause?
Alles hängt von Trump ab
Die Antwort auf diese Frage kann momentan wohl nur ein Mann geben, und zwar US-Präsident Trump. Sein Angriff auf den Iran hat zu einer Explosion der Ölpreise geführt — sehr zur Freunde des Ölmultis Shell.
Doch zum Wochenauftakt sorgte Trump für einen Einbruch des Ölpreises um über 3%. Der US-Präsident verschob die angekündigten Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Irans um fünf Tage.
Als Grund gab Trump produktive Gespräche mit Vertretern des iranischen Regimes an. Welchen Wahrheitsgehalt diese Aussage habt, lässt sich nicht beurteilen. Möglicherweise wurde der US-Präsident auch vor den umkalkulierbaren Folgen einer weiteren Eskalation der Angriffe auf die Weltwirtschaft gewarnt.
Der Iran kündigte für den Fall von Angriffen auf seine Energieanlagen massive Vergeltungsschläge an. Diese Schläge würden sich voraussichtlich gegen Schiffe in der Straße von Hormus richten.
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Eine Gelddruckmaschine für Anleger
Gleichzeitig tut Shell viel dafür, seine Aktionäre zu erfreuen. Rund 50% des operativen Cashflows aus dem vergangenen Jahr in Höhe von ca. 43 Milliarden € fließen in Form von Aktienrückkäufen und Dividenden zurück an die Anteilseigner. Von Anfang Februar bis Anfang Mai läuft ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 3,5 Milliarden US$.
Zudem dürfen sich Anleger Ende März über eine Dividende in Höhe von 0,32 € je Aktie freuen. Das ist zwar nicht mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, aber ich gehe davon aus, dass der europäische Energiekonzern seine Gewinnausschüttungen aufgrund der exzellent laufenden Geschäfte in den kommenden Quartalen noch erhöhen wird.
Die aktuelle Dividendenrendite von 3,2% ist für einen Öl- und Gaskonzern zwar recht bescheiden, aber Shell erfreut seine Anleger seit einigen Jahren durch ein recht kontinuierliches Dividendenwachstum. Es lag in den vergangenen fünf Jahren bei ca. 8%.
Ist der Aufwärtstrend zu Ende?
Die Shell-Aktie befindet sich seit Anfang Januar in einem massiven Aufwärtstrend. Doch dieser Trend gerät zum Wochenbeginn in Gefahr. Ein weiter sinkender Kurs würde die untere Trennlinie durchbrechen. In Abhängigkeit des Ölpreises könnte dadurch eine Trendwende ausgelöst werden.
Für Dividendenanleger ein Must-have
Shell ist einer der großen Profiteure des aktuellen geopolitischen Entwicklung. Die Preisexplosion bei Öl und Gas wirkt sich unmittelbar auf Umsatz und Gewinn des Konzern aus.
Zugleich profitiert Shell als weltweltgrößter Händler von Flüssigerdgas massiv von der aktuellen Energieknappheit. Zudem ist der Öl- und Gasmulti aufgrund seiner globalen Aufstellung nicht vom Geschäft im Nahen Osten abhängig.
Analysten sehen derzeit ein weiteres Upside von bis zu +40% für die Shell-Aktie. Für mich ist sie weiterhin einen Kauf wert.
Ich gehe zwar davon aus, dass es in einigen Wochen zu einer Stabilisierung der Situation im Nahen Osten kommt, was zu einem deutlichen Rückgang der Ölpreise führen wird. Trotzdem haben die letzten Wochen die Kasse bei Shell klingen lassen.
Und dieses Extrageld wird der Konzern wahrscheinlich zur Hälfte an seine Aktionäre ausschütten. Besonders für Dividendenanleger ist die Shell-Aktie deshalb ein ausgezeichneter Portfoliowert.
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ℹ️ Shell in Kürze
- Shell (WKN: A3C99G) ist ein multinationaler Energiekonzern mit Schwerpunkt auf der Öl- und Gasindustrie. Das Unternehmen wurde 1907 gegründet und hat heute seinen Hauptsitz in London.
- Es ist in allen Bereichen der Öl- und Gasproduktion sowie der Raffination aktiv. Darüber hinaus engagiert sich Shell in der Petrochemie, im Flüssigerdgas (LNG)-Geschäft und in erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarenergie.
- Die Shell-Aktie ist an der Börse rund 190 Milliarden € wert.