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VW-Vorzugsaktie: Ein Sanierungsfall?

Externe Berater beauftragt

Die VW-Vorzugsaktie kommt auf keinen grünen Zweig. Die Ursache hierfür sind die Probleme im VW-Konzern. Seit dem letzten Jahr bewegt sie sich überwiegend in einer Range von 90 bis 105 €. Am Mittwoch gewinnt sie aktuell leicht und steht bei rund 90 €. Jetzt soll es ein erneuter Konzernumbau richten. Was ist hier zu erwarten?

Volkswagen iD.Buzz
stock.adobe.com/Gabriel

Probleme über Probleme

In den letzten Jahren ist bei VW immer von neuen Restrukturierungsplänen die Rede. Das soll auch so weitergehen. Der CEO Oliver Blume will die Kosten bis 2030 um 6 Milliarden € senken.

Die Problemlage ist klar: Die Nachfrage nach E-Fahrzeugen läuft nicht wie geplant, der Absatz in China und den USA ist rückläufig und die Kosten im Konzern sind zu hoch. Bei jedem neuen Plan geht es darum, die Kosten an den Bedarf anzupassen.

Bei VW besteht jedoch die Besonderheit, dass das Land Niedersachsen ein bedeutender Aktionär ist. Hier werden staatliche Interessen vertreten. Darüber hinaus ist die IG Metall ein wesentlicher Machtfaktor beim Konzern. Diese beiden Faktoren bremsen die eigentlich notwendigen Anpassungsmaßnahmen.

Die Mehrheitsgesellschaft, die Investmentgesellschaft der Familien Porsche und Piëch, drängt massiv auf eine Erhöhung der Rentabilität. Auch der jetzige CEO Blume geriet in die Kritik. Die Gemengenlage im Konzern ist demnach sehr kompliziert.

Externe Berater angeheuert

Um sich für die zukünftigen Gespräche vorzubereiten, wurden die Beratungsgesellschaften McKinsey und BCG mit Vorschlägen beauftragt. Dabei soll es keine Tabus geben. Laut Medienberichten ist McKinsey zu einem drastischen Ergebnis gekommen. Es soll zukünftig in Deutschland nur noch zwei Werke geben: Wolfsburg und Ingolstadt. Auch das Porsche-Werk in Stuttgart steht demnach zur Disposition.

Offizielle Vorschläge liegen noch nicht vor, die sollen auf der Hauptversammlung vorgestellt werden. So radikal, wie es in den Medien geschildert wird, dürften die Ergebnisse nicht ausfallen.

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Konzernumbau ist dringend erforderlich

Der Konzern wurde unter dem Vorsitzenden Winterkorn zu dem weltgrößten Autokonzern aufgebläht. Dabei kam es nicht auf die Rentabilität, sondern auf die reine Absatzmenge an. Neben dem PKW-Geschäft wurde auch die LKW-Sparte massiv erweitert. Sogar die Motorradmarke Ducati gehört zum Konzern.

Solche Konzernmodelle funktionieren, solange die Nachfrage hoch ist. Mittlerweile ist das Geschichte. China ist bei den E-Fahrzeugen führend und die USA erschweren den Import durch hohe Zölle.

Statt immer nur teilweise Kostensenkungen erfolgen, sollte ein kompletter Konzernumbau erfolgen. Die Mehrheitsbeteiligung an der LKW-Tochter Traton sollte deutlich reduziert werden oder ganz abgespalten werden. Ein Motorrad-Tochter ist reiner Luxus – weg damit. Auch wenn es wehtut, so sollten auch Werksschließungen erfolgen.

Was bedeutet das für die Aktie?

Momentan ist der Konzern eine Baustelle. Wenn keine gravierenden Maßnahmen ergriffen werden, bleibt es auch weiterhin eine Baustelle. Für die Aktie bedeutet das, dass sie sich vorerst weiterhin in der genannten Range bewegt. Es fehlen die positiven Impulse.

Was weiterhin für die Aktie spricht, ist die gute Dividendenrendite von aktuell 5,8%.

Die Analysten sehen das mehrheitlich ebenso; deren Einschätzungen liegen zwischen 92 und 110 €. Lediglich RBC mit 139 € und Jefferies mit 140 € halten die Aktie für unterbewertet.

Insgesamt halte ich die Aktie für wenig aussichtsvoll. Unter Renditeaspekten bietet das jetzige Kursniveau jedoch gute Einstiegschancen.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.

ℹ️ VW in Kürze

  • Die Volkswagen AG, kurz VW, (WKN: 766400) ist ein weltweit führender Hersteller von Automobilen und Nutzfahrzeugen mit einem Portfolio von zehn Automarken. Neben der Kernmarke VW gehören unter anderem Audi, Skoda, Seat, Bentley und Porsche zum Konzern.
  • Neben dem Hauptsitz in Wolfsburg unterhält der Konzern weltweit Produktionsstätten.
  • Die Marktkapitalisierung der Vorzugsaktie liegt bei ca. 45 Milliarden €.
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