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Rheinmetall-Aktie -6%: Das reicht nicht aus

Nach Zahlen unter Druck

Die Rheinmetall-Aktie tut sich seit Wochen schwer und konnte zuletzt auch von der Eskalation im Nahen Osten nicht profitieren. Nun hat der Düsseldorfer Rüstungskonzern seine mit Spannung erwarteten Zahlen vorgelegt. Und die Börse reagiert zerknirscht: Zur Stunde fällt der Kurs am DAX-Ende um fast -6% auf 1.557 €. Sind die Zahlen wirklich so schwach und wie sollten sich Anleger nun verhalten?

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Umsatz schwächer als erwartet

Im abgelaufenen Geschäftsjahr stiegen die Umsätze im fortgeführten Geschäft – ohne die Autozulieferung – um 29% auf 9,94 Milliarden €. Damit wurde die ursprüngliche Wachstumsprognose von 30 bis 35% leicht verfehlt.

Gleichzeitig verbesserte sich das operative Ergebnis um rund ein Drittel auf 1,84 Milliarden €, die entsprechende Marge stieg auf 18,5%. Unter dem Strich sank der den Aktionären zurechenbare Gewinn jedoch leicht auf 696 Millionen €.

Grund waren vor allem höhere Verluste aus dem abgestoßenen Geschäft. Hier sank der Umsatz zuletzt um 13%, die operative Marge betrug lediglich 3%.

Für eine positive Überraschung sorgt dagegen die Dividende, die gegenüber dem Vorjahr von 8,10 auf 11,50 € je Aktie angehoben wird.

Hier sei erwähnt: Während Panzer und Drohnen boomen, enthüllt [unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“](link-trackable id="203335") zwei unterschätzte Rohstoffwerte mit direkter Exposure zu milliardenschweren Aufrüstungsprogrammen.

Rüstungsboom sorgt für prall gefüllte Orderbücher

Der weltweite Rüstungsboom sorgt derweil weiterhin für prall gefüllte Auftragsbücher. Per Ende Dezember lag der Auftragsbestand bei 63,8 Milliarden €, was einem neuen Rekord entspricht. Darin enthalten sind sowohl feste Bestellungen als auch langfristige Rahmenverträge.

Die sogenannte Nomination, die neben dem klassischen Auftragseingang auch neue Rahmenverträge umfasst, stieg im vergangenen Jahr um knapp 9% auf 26,4 Milliarden €.

Doch genau hier liegt das Problem: Rheinmetall sitzt zwar auf vollen Orderbüchern, allerdings erstrecken sich die Bestellungen oft über mehrere Jahre und schlagen sich daher nicht unmittelbar in den Umsätzen und Gewinnen nieder.

Weiteres Wachstum voraus

Nichtsdestotrotz bleibt das Management zuversichtlich. Im laufenden Jahr soll der Umsatz um 40 bis 45% auf 14 bis 14,5 Milliarden € steigen. Das organische Wachstum wird auf 28 bis 31% geschätzt. Zudem soll sich die operative Marge bei rund 19% einpendeln. Der Backlog dürfte sich nochmals mehr als verdoppeln.

Und langfristig setzt sich das Unternehmen noch höhere Ziele: Bis 2030 könnte der Umsatz auf rund 50 Milliarden € klettern und die operative Marge ein Niveau von 20% erreichen.

Rückenwind kommt dabei nicht nur vom Ukraine-Krieg, sondern auch von der generell steigenden Verteidigungsbereitschaft der NATO-Staaten und zunehmenden geopolitischen Spannungen. Dazu sorge der Iran-Krieg nach Aussagen von Konzernchef Armin Papperger für einen zusätzlichen Schub, da die Nachfrage nach Flugabwehrgeschützen in die Höhe schnelle.

Börse und Analysten enttäuscht

Die Kursreaktion spricht aber eine andere Sprache. Die Aktie bestätigt ihren jüngsten Negativtrend und fällt deutlich unter die Marke von 1.600 € zurück. Bei anhaltender Kursschwäche könnte nun die zentrale Unterstützung im Bereich 1.400/1.500 € in den Fokus rücken.

Auch die Analysten zeigen sich angesichts der Zahlen und des Ergebnisausblicks eher enttäuscht. Gleichzeitig verweisen sie darauf, dass der strategische Umbau zum Rüstungskonzern mit den neuen Geschäftsbereichen Luftverteidigung, Digital und Marine mehr Transparenz und einen besseren Blick auf die Zukunft verschaffe.

Im Durchschnitt sehen die Analysten die Aktie mit 2.180 € fair bewertet, was einem Aufwärtspotenzial von mehr als +40% entspricht.

Was bedeutet das für die Aktie?

Solange Ergebnisziele verfehlt werden und der Konzern mitten in einem großen strategischen Umbau steckt, dürfte die Aktie meines Erachtens volatil bleiben – trotz eines langfristig boomenden Geschäfts.

Hinzu kommt, dass die Bewertung mit einem Forward-KGV von 43 schon sehr ambitioniert ist. Daher drängt sich ein Investment in meinen Augen aktuell nicht auf.

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ℹ️ Rheinmetall in Kürze

  • Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
  • Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
  • Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
  • Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 77 Milliarden €.
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