SK Hynix-Aktie: Kommt jetzt der große US-Deal mit Intel?
Intel könnte SK Hynix den Weg in die USA öffnen
Nach Informationen von Reuters werden aktuell mehrere Varianten diskutiert. SK Hynix könnte einen Teil von Intels geplanter Fabrik in Ohio anmieten und dort selbst Speicherchips produzieren. Eine andere Möglichkeit wäre ein gemeinsames Unternehmen mit Intel und größeren Cloud-Anbietern, die sich langfristig mehr Speicherchip-Kapazitäten sichern wollen.
Noch befinden sich die Gespräche in einer frühen Phase und SK Hynix selbst sagt lediglich, dass verschiedene Möglichkeiten für zusätzliche Produktionsstandorte geprüft werden. Ein fertiger Deal steht damit noch nicht. Trotzdem wäre allein eine Einigung ziemlich bemerkenswert, weil SK Hynix seine eigentliche Chipproduktion bisher vor allem in Südkorea konzentriert.
In den USA entsteht bereits eine Packaging-Anlage in Indiana. Dort geht es allerdings vor allem um die Weiterverarbeitung und das Packaging von Chips. Eine echte Speicherfertigung wäre nochmal eine andere Größenordnung.
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Für Intel käme so ein Partner ziemlich gelegen
Intel hat in Ohio schon vor Jahren ein riesiges Fabrikprojekt angekündigt, der Zeitplan wurde inzwischen aber mehrfach nach hinten geschoben. Die beiden geplanten Werke sollen mittlerweile erst 2030 beziehungsweise 2031 fertig werden.
Mit SK Hynix könnte Intel einen Partner an Bord holen, der gerade in einem Bereich extrem stark wächst. Gleichzeitig könnte ein solcher Deal helfen, die hohen Kosten des Ohio-Projekts besser auszulasten. Reuters berichtet, dass Intels Aktie nach Bekanntwerden der Gespräche vorbörslich um mehr als +5% anzog. SK Hynix schloss in Seoul rund +4,1% höher.
Ganz einfach wäre die Sache trotzdem nicht. Vor allem bei fortschrittlichen Speicherchips wie HBM oder DRAM könnte die südkoreanische Regierung mitreden, weil Teile der Technologie dort als besonders sensibel gelten. Das Handelsministerium hat bereits darauf hingewiesen, dass bei sogenannten nationalen Kerntechnologien eine Prüfung notwendig wäre.
HBM bleibt trotzdem die eigentliche Wachstumsmaschine
Hinter der ganzen US-Diskussion steht weiterhin der KI-Boom. SK Hynix gehört zu den wichtigsten Lieferanten von High Bandwidth Memory, kurz HBM, und beliefert unter anderem Nvidia. HBM sitzt direkt neben leistungsfähigen KI-Beschleunigern und sorgt dafür, dass riesige Datenmengen schnell genug verarbeitet werden können.
Im Juni hatte SK Hynix bereits erste Muster seiner nächsten HBM4E-Generation an große Kunden ausgeliefert. Die 12-Layer-Chips erreichen laut Unternehmen bis zu 16 Gigabit pro Sekunde und Pin und sollen mehr als 20% energieeffizienter sein als die vorherige Generation.
Auch beim klassischen Speicher bleibt die Nachfrage hoch. SK Hynix selbst spricht inzwischen von einem Markt, in dem die Nachfrage die verfügbaren Kapazitäten übersteigt. Das erklärt auch, warum Cloud-Konzerne überhaupt Interesse daran haben könnten, sich direkt an einem gemeinsamen US-Projekt zu beteiligen.
ℹ️ SK Hynix in Kürze
- SK Hynix (WKN: A1JWRE) mit Hauptsitz im südkoreanischen Icheon ist der weltweit zweitgrößte Hersteller von Speicherchips und ein technologischer Pionier der Halbleiterindustrie.
- Das Unternehmen ist der globale Marktführer im Bereich von Hochgeschwindigkeits-Speicherchips (High Bandwidth Memory – HBM), die als unverzichtbare Schlüsselkomponente in KI-Beschleunigern von Branchenriesen wie Nvidia zum Einsatz kommen.
- Neben HBM produziert SK Hynix ein breites Spektrum an Speicherlösungen, darunter dynamische Schreib-Lese-Speicher (DRAM) sowie NAND-Flash-Speicher für Smartphones, PCs, Rechenzentren und Automobilanwendungen.
- Mit hochmodernen Produktionsstätten in Südkorea und China sowie globalen Entwicklungszentren treibt das Unternehmen die Errichtung des weltweit größten Halbleiter-Megaclusters voran.
- Die Aktie ist an der koreanischen Börse in Seoul gelistet (KOSPI-Index) und feiert durch ein milliardenschweres ADR-Listing zudem ihr Debüt an der US-Technologiebörse Nasdaq. Der Börsenwert beträgt umgerechnet rund 899,20 Milliarden US$.
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Fazit
Die Gespräche mit Intel passen ziemlich gut in die aktuelle Lage von SK Hynix. Der Konzern verkauft so viele Speicherchips für KI-Anwendungen, dass zusätzliche Kapazitäten gebraucht werden, während Washington gleichzeitig immer stärker auf Produktion in den USA drängt. Ein Deal in Ohio könnte beide Probleme auf einmal angehen. Noch laufen allerdings nur Gespräche und gerade bei sensibler HBM- oder DRAM-Technologie könnte Südkorea den Plänen Grenzen setzen. Dass die Aktie heute trotzdem direkt über +4% zulegt, zeigt aber ziemlich gut, wie viel Fantasie in einem möglichen US-Ausbau steckt.