Ondas-Aktie: Dieser Drohnen-Titel ist besser als DroneShield
Vom Drohnenanbieter zum integrierten Verteidigungskonzern
Ondas bietet über das Segment Ondas Autonomous Systems ein breites Portfolio an Verteidigungstechnologien an. Dazu gehören Systeme zur Drohnenerkennung und Drohnenabwehr, Aufklärungs- und Überwachungslösungen, autonome Präzisionsschlagsysteme sowie unbemannte Bodenfahrzeuge und Robotik.
Der entscheidende Bestandteil der Strategie ist One Ondas. Unter dieser Plattform sollen die verschiedenen Technologien, Daten und Softwaresysteme des Konzerns zusammengeführt werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei SkyWeaver, eine gemeinsam mit Palantir entwickelte Software mit künstlicher Intelligenz, die als übergreifende Intelligenzschicht für die unterschiedlichen Systeme dienen soll.
Damit verfolgt Ondas einen deutlich umfassenderen Ansatz als den reinen Verkauf einzelner Drohnen oder Verteidigungsprodukte. Das Unternehmen will komplette Systeme anbieten, die Luft- und Bodeneinheiten, Aufklärung, Drohnenabwehr und Command-and-Control-Technologien miteinander verbinden.
Akquisitionen treiben das Umsatzwachstum
Im zweiten Quartal 2026 explodierte der Umsatz von 6,3 Millionen auf 83,7 Millionen Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 1.235 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Allerdings ist diese Zahl stark von Übernahmen geprägt. Sentrycs steuerte 21,8 Millionen Dollar bei, Omnisys weitere 13,2 Millionen Dollar und andere übernommene Unternehmen rund 35 Millionen Dollar. Damit stammten etwa 70 Millionen Dollar des Quartalsumsatzes aus Unternehmen, die nach dem zweiten Quartal 2025 übernommen wurden.
Das ursprüngliche Kerngeschäft von Ondas erwirtschaftete dagegen rund 6,8 Millionen Dollar. Der organische Anteil am gesamten Quartalsumsatz lag damit nur bei etwa acht Prozent.
Ein aussagekräftigeres Bild liefert die Pro-forma-Betrachtung, bei der unterstellt wird, dass das heutige Portfolio bereits im Vorjahreszeitraum zum Konzern gehört hätte. Auf dieser Basis wuchs der Umsatz um 85 Prozent. Das ist weiterhin ein sehr solides Wachstum, relativiert allerdings die spektakuläre Steigerungsrate von 1.235 Prozent.
Auftragsbestand signalisiert anhaltende Nachfrage
Neben dem Umsatz entwickelte sich auch der Auftragsbestand dynamisch. Er stieg gegenüber dem Vorquartal um 33 Prozent auf 757 Millionen Dollar. Allein im zweiten Quartal kamen neue Aufträge im Volumen von 175 Millionen Dollar hinzu.
Die Profitabilität bleibt allerdings eine Baustelle. Die Bruttomarge fiel von 53 auf 43 Prozent, während sich der Nettoverlust von 10,8 auf 89,7 Millionen Dollar erhöhte. Gleichzeitig stiegen die Verwaltungs-, Vertriebs- und Marketing- sowie Forschungskosten infolge der zahlreichen Übernahmen massiv.
Das bereinigte EBITDA lag mit einem Verlust von rund 51 Millionen Dollar ebenfalls deutlich im negativen Bereich. Das Management geht allerdings davon aus, dass damit der Höhepunkt der EBITDA-Verluste erreicht wurde.
Auf der Bilanzseite verfügt Ondas über einen erheblichen finanziellen Puffer. Rund 1,4 Milliarden Dollar an Barmitteln stehen lediglich etwa 41 Millionen Dollar Schulden gegenüber. Der freie Cashflow blieb mit minus 7,9 Millionen Dollar jedoch negativ.
One Ondas soll zusätzliche Synergien schaffen
Die übernommenen Unternehmen bringen neue Technologien, Produkte und Know-how ein. Ondas versucht im Gegenzug, ihnen über seine internationalen Kundenbeziehungen und den Zugang zu US-amerikanischen sowie verbündeten Streitkräften zusätzliche Absatzmöglichkeiten zu eröffnen.
Das Unternehmen ist mittlerweile in mehr als 60 Ländern aktiv. Dadurch können die übernommenen Technologien auf einen wesentlich größeren Markt zugreifen.
Zusätzliche Wachstumschancen entstehen durch die Kombination der einzelnen Produkte. Ein Beispiel ist Iron Wave, das Luft- und Bodensysteme, Aufklärung und Command-and-Control-Software in einer integrierten Lösung zusammenführt.
Auch bei der Drohnenabwehr werden Technologien verschiedener Tochterunternehmen kombiniert. Die Cyber-over-RF-Lösungen von Sentrycs sollen beispielsweise mit der Sawtooth-Technologie von DZYNE verbunden werden. Damit entsteht ein umfassenderes System zur Erkennung und Abwehr von Drohnen.
Das zweite Halbjahr könnte zum Wachstumstreiber werden
Für das dritte Quartal erwartet das Management einen Umsatz von 140 bis 155 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 wurde die Umsatzprognose auf 525 bis 550 Millionen Dollar angehoben.
Damit müsste Ondas im vierten Quartal rund 251 bis 261 Millionen Dollar Umsatz erzielen. Gegenüber dem zweiten Quartal wäre das eine massive Steigerung. Die Prognose setzt somit eine außergewöhnlich starke Umsatzbeschleunigung im zweiten Halbjahr voraus.
Mehrere Programme sollen dazu beitragen. Dazu zählen Mistral und das US-Army-LUS-Programm, Rotron Aerospace, INDO Earth sowie die DZYNE-Programme ULTRA und IonStrike. Erste Lieferungen und Produktionssteigerungen sollen insbesondere im zweiten Halbjahr beziehungsweise im vierten Quartal für zusätzliche Umsätze sorgen.
Bewertung spiegelt hohe Wachstumserwartungen wider
Bei der Bewertung ergibt sich ein gemischtes Bild. Beim erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis erscheint Ondas gegenüber AeroVironment und Kratos Defense günstiger, während das Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz auf eine höhere Bewertung hindeutet.
Beim erwarteten Umsatzwachstum liegt Ondas dagegen deutlich vor den beiden Vergleichsunternehmen. Für Ondas werden rund 420 Prozent Wachstum erwartet, gegenüber etwa 25 Prozent bei Kratos und 45,7 Prozent bei AeroVironment.
Bei der Profitabilität zeigt sich hingegen die Kehrseite der aggressiven Expansion. Ondas arbeitet weiterhin mit negativen EBIT- und EBITDA-Margen, während Kratos in diesem Vergleich bereits profitabel ist.
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Chancen und Risiken liegen eng beieinander
Das größte Risiko besteht in der Umsetzung der ambitionierten Strategie. Ondas muss zahlreiche Übernahmen integrieren, unterschiedliche Technologien miteinander verbinden und gleichzeitig zeigen, dass aus dem erweiterten Portfolio tatsächlich profitable Umsätze entstehen.
Hinzu kommt die Abhängigkeit von staatlichen Auftraggebern und Verteidigungsbudgets. Veränderungen bei politischen Prioritäten oder Beschaffungsprogrammen könnten sich unmittelbar auf das Wachstum auswirken.
Auch die Verwässerung bleibt ein Thema. Im zweiten Quartal erhöhte sich die aktienbasierte Vergütung um 60,3 Millionen Dollar. Gleichzeitig ist der freie Cashflow weiterhin negativ.
Auf der anderen Seite verfügt Ondas über eine außergewöhnlich starke Liquiditätsposition und einen deutlich wachsenden Auftragsbestand. Wenn es gelingt, die übernommenen Unternehmen erfolgreich zu integrieren und die geplanten Systeme gemeinsam zu vermarkten, könnte daraus erheblicher operativer Hebel entstehen.
Der nächste Beweis muss über die Profitabilität kommen
Ondas hat sich von einem Anbieter einzelner Drohnentechnologien zu einem Unternehmen entwickelt, das ein umfassendes Ökosystem autonomer Verteidigungssysteme aufbauen will. Die bisherigen Umsatz- und Auftragszahlen zeigen, dass diese Strategie bereits eine erhebliche Wachstumsdynamik erzeugt.
Gleichzeitig bleibt abzuwarten, ob dieses Wachstum langfristig auch bei Margen und Cashflow ankommt. Genau daran wird sich zeigen, wie nachhaltig die aktuelle Expansion tatsächlich ist.
ℹ️ Ondas in Kürze
- Ondas (WKN: A2QLNR) ist ein US-Technologieunternehmen mit Sitz in West Palm Beach im US-Bundesstaat Florida.
- Das Unternehmen entwickelt und produziert über seine Tochtergesellschaften American Robotics und Airobotics vollautonome Drohnensysteme, die zur Überwachung von Industrieanlagen und sonstiger kritischer Infrastruktur eingesetzt werden.
- Zudem ist Ondas durch die Übernahme von Sentrys auch im Bereich der Drohnenabwehr aktiv.
- Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen drahtlose Schmalband-Netzwerklösungen für Branchen, in denen öffentliches WLAN oder Mobilfunk zu unsicher oder instabil sind.
- Ondas ist an der Technologiebörse Nasdaq gelistet und ca. 4,2 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Ondas bietet eine Kombination aus extremem Umsatzwachstum, Milliarden an Liquidität, wachsendem Auftragsbestand und einem stark expandierenden Technologieportfolio. Die Chancen sind entsprechend groß, doch ebenso hoch sind die Anforderungen an Integration, operative Umsetzung und den Übergang zur Profitabilität.
Der unter hiesigen Anlegern beliebte Drohnenspezialist DroneShield ist zwar rein von den Kennzahlen auf den ersten Blick günstiger bewertet, jedoch auch deutlich weniger breit aufgestellt. Zudem sind die Wachstumsraten bei Ondas aktuell um Welten höher, wenn auch großteils auf Übernahmen zurückzuführen.
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