Deutsche-Telekom-Aktie: Bündnis gegen Starlink – trotz Starlink-Deal!
Es geht zunächst nicht um eigene Satelliten
Die vier Telekommunikationskonzerne prüfen nach Medienberichten ein gemeinsames Gebot für europäische Satellitenfrequenzen im 2-Gigahertz-Bereich. Über diese Frequenzen lassen sich gewöhnliche Smartphones direkt aus dem Weltraum mit Mobilfunk versorgen, wenn am Boden kein Netz verfügbar ist.
Die bisherigen europäischen Nutzungsrechte laufen im Mai 2027 aus. Die EU-Kommission will anschließend ein Drittel des Frequenzbereichs für staatliche Anwendungen wie Katastrophenschutz, Sicherheit und Verteidigung reservieren. Zwei Drittel sollen kommerziell genutzt werden, wobei europäisch kontrollierte Anbieter bevorzugt werden.
Die Telekom, Vodafone, Orange und Telefónica würden somit nicht automatisch ein eigenes Satellitennetzwerk bauen. Zunächst geht es um die Kontrolle über das knappe Frequenzspektrum. Die eigentliche Kapazität könnten anschließend unterschiedliche Satellitenbetreiber bereitstellen.
Noch befinden sich die Gespräche in einer frühen Phase. Weder die Bildung des Konsortiums noch ein gemeinsames Gebot sind beschlossen. Auch mögliche Investitionen und die Aufteilung der Nutzungsrechte stehen noch nicht fest.
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Die Telekom sichert sich mehrere Optionen
Im März vereinbarte die Deutsche Telekom bereits eine Zusammenarbeit mit Starlink. Ab 2028 sollen Satelliten von SpaceX Funklöcher in mehreren europäischen Telekom-Märkten schließen. Neben Textnachrichten sind perspektivisch auch Sprache und mobile Daten vorgesehen.
Die drei möglichen Konsortialpartner verfolgen bislang einen anderen Weg. Vodafone betreibt gemeinsam mit AST SpaceMobile das Gemeinschaftsunternehmen Satellite Connect Europe. Auch Orange und Telefónica haben Vereinbarungen für Tests mit diesem Netzwerk geschlossen.
Ein gemeinsames Frequenzgebot muss die bestehenden Partnerschaften nicht ersetzen. Vielmehr könnten die Netzbetreiber verhindern, dass Starlink oder AST SpaceMobile gleichzeitig Satelliten, Frequenzen und den Zugang zum Endkunden kontrollieren.
Besitzen die europäischen Mobilfunkanbieter selbst die Nutzungsrechte, können sie Kapazitäten verschiedener Satellitennetze einkaufen und gegeneinander ausspielen. Das stärkt ihre Verhandlungsposition und verringert die Abhängigkeit von einem einzelnen US-Anbieter. Gleichzeitig blieben Kundendaten, Tarife und Abrechnung stärker unter europäischer Kontrolle.
Wirtschaftlich ist das vor allem eine Absicherung
Zum neuen Wachstumsmotor wird das Satellitengeschäft für die Deutsche Telekom vorerst nicht. In Deutschland fehlte zuletzt lediglich auf rund 1,2% der Fläche eine Versorgung durch das Telekom-Netz. Die erreichbare zusätzliche Kundenzahl ist damit überschaubar.
Der größere Nutzen liegt bei der Kundenbindung und Netzqualität. Satelliten können Verbindungen in abgelegenen Regionen, auf See oder nach Naturkatastrophen aufrechterhalten. Für Geschäftskunden, Logistikunternehmen und vernetzte Maschinen könnten daraus zusätzliche Premium- und IoT-Angebote entstehen.
Gleichzeitig lassen sich die Kosten auf vier große Konzerne verteilen. Das erscheint sinnvoller, als für die letzten Funklöcher neue Mobilfunkmasten zu errichten oder selbst Milliarden in eine Satellitenflotte zu investieren.
Risiken bleiben dennoch. Vier Konzerne müssen sich auf Investitionen, Tarife und Zuständigkeiten einigen. Zudem besitzen Starlink und AST SpaceMobile bei Satelliten und praktischen Erprobungen einen deutlichen Vorsprung. Ein rein europäisches Angebot dürfte deshalb noch mehrere Jahre benötigen.
ℹ️ Deutsche Telekom in Kürze
- Die Deutsche Telekom (WKN: 555750) gehört zu den weltweit führenden Konzernen für Telekommunikations- und Informationstechnologie. Die Leistungen sind sehr breit gefächert, von der Breitbanktelefonie, Mobilfunk sowie TV oder komplexe ICT-Lösungen bietet der Konzern alles aus einer Hand an.
- Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bonn ist weltweit in 50 Ländern tätig. Mit der Tochter T-Mobile US gehört es zu den führenden Telekommunikationsanbietern in den USA.
- Die Marktkapitalisierung der im DAX gelisteten Aktie beträgt rund 138 Milliarden €.
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Fazit
Die Deutsche Telekom baut keinen unmittelbaren Starlink-Konkurrenten auf. Sie versucht vielmehr, die Kontrolle über Frequenzen und Kundenbeziehungen zu behalten und sich mehrere Satellitenpartner offenzuhalten. Für die Aktie ist das kein kurzfristiger Kurstreiber, aber eine strategisch kluge und vergleichsweise kapitalarme Absicherung des europäischen Mobilfunkgeschäfts.