Quelle: ChatGPT

Renk-Aktie: Kommt die Trendwende oder stürzt der Kurs weiter ab?

Auftragsboom trifft auf Shortseller
Die Renk-Aktie befindet sich seit Juni 2025 in einem klaren Abwärtstrend und notiert inzwischen rund -50% unter den damaligen Höchstständen. Am Dienstag konnte das Papier jedoch kräftig zulegen und beendete den Handel mit fast +4% im Plus. War das nur ein kurzes Aufflackern beim Panzergetriebehersteller oder kündigt sich hier möglicherweise eine Trendwende an?

Morgan Stanley bleibt vorsichtig

Für Gesprächsstoff sorgte zuletzt vor allem Morgan Stanley. Die US-Investmentbank nahm Renk mit „Equal Weight“ und einem Kursziel von 50 € in ihre Bewertung auf. Ausgehend vom aktuellen Niveau bedeutet das zwar Aufwärtspotenzial, eine klare Kaufempfehlung sieht jedoch anders aus. Für eine optimistischere Einschätzung verlangt Morgan Stanley vor allem neue Großaufträge und mehr Klarheit darüber, wann steigende Verteidigungsbudgets tatsächlich in konkrete Bestellungen umgewandelt werden.

Andere Analysten sind deutlich bullischer. J.P. Morgan sieht den fairen Wert der Aktie bei 75 €, die Deutsche Bank bei 73 € und Berenberg bei 72 €. Der Analystenkonsens liegt mit knapp 65 € gut +50% über dem aktuellen Kurs.

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Auftragsbücher prall gefüllt

Fundamental kann Renk durchaus überzeugen. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Auftragseingang um 29,7% auf rund 1,2 Milliarden €. Der Auftragsbestand erreichte mit 7,4 Milliarden € ein Rekordniveau, das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei starken 1,9.

Auch operativ ging es voran. Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal auf 353,6 Millionen € nach 283,6 Millionen € im ersten Quartal. Das bereinigte EBIT lag im ersten Halbjahr bei 98,2 Millionen €, die Marge verbesserte sich auf 15,4%. Besonders stark entwickelte sich Vehicle Mobility Solutions: Hier stieg das bereinigte EBIT um 20,5% auf 80,3 Millionen €.

Für 2026 hält das Management an mehr als 1,5 Milliarden € Umsatz und 255 bis 285 Millionen € bereinigtem EBIT fest. Neue Panzerprogramme und der Ausbau der Produktionskapazitäten sollen langfristig für weitere Dynamik sorgen.

Shortseller gegen Milliarden-Auftragsbestand

Trotz dieser Zahlen bleibt die Börse skeptisch. Capital Fund Management erhöhte seine Netto-Leerverkaufsposition zuletzt auf 1,13%. Damit verschärft sich der Kampf zwischen fundamentalem Auftragsboom und charttechnischem Verkaufsdruck.

Auch die Bewertung ist kein Selbstläufer. Das aktuelle KGV von mehr als 40 wirkt zunächst einmal sehr ambitioniert. Auf Basis der erwarteten Gewinne sinkt das Multiple allerdings deutlich. Anleger bezahlen somit heute für kräftiges Wachstum, das sich erst in den kommenden Jahren vollständig in den Ergebnissen niederschlagen muss.

40 € werden zum Lackmustest

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Seit rund 15 Monaten bewegt sich die Aktie in einem Abwärtskanal und prallte im August erneut an dessen oberer Begrenzung nach unten ab. Nach dem Rutsch unter die 50-Tage-Linie kommt nun dem 61,8%-Fibonacci-Retracement der Rallye von Ende 2024 bis Juni 2025 eine zentrale Bedeutung zu. Es liegt bei 43,81 €.

Hält diese Unterstützung nicht nachhaltig, rückt die 40-€-Marke in den Fokus. Sie ist im übergeordneten Chartbild von elementarer Bedeutung. Fällt auch sie, könnte sich der Abverkauf in Richtung 30 € ausweiten.

ℹ️ Renk Group AG in Kürze

  • Die Renk Group (WKN: RENK73) mit Hauptsitz in Augsburg ist ein weltweiter Hersteller von Getrieben, Motoren, Hybridantriebssystemen, Federungssystemen für Fahrzeuge, Gleitlagern, Kupplungen und Prüfsystemen.
  • Das Unternehmen baut Spezialgetriebe für Panzer, Fregatten, Eisbrecher und industrielle Anwendungen und ist führender Lieferant von Fahrwerken und Dämpfungssystemen für militärische Ketten- und Radfahrzeuge.
  • Renk produziert an drei Standorten in Deutschland sowie in der Schweiz, Großbritannien und den USA.
  • Renk notiert seit Ende März im Nebenwerteindex MDAX und ist ca. 4,36 Milliarden € wert.

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Fazit

Renk verfügt über volle Auftragsbücher, steigende Verteidigungsausgaben und langfristig attraktive Wachstumsperspektiven. Gleichzeitig sprechen die hohe Bewertung, Shortseller und ein angeschlagener Chart gegen die Aktie. Der jüngste Kurssprung ist deshalb zunächst als Erholungsversuch zu werten –und keineswegs als Trendwende.

Solange 40 € nicht nachhaltig verteidigt und wichtige Widerstände zurückerobert werden, bleibt Vorsicht angebracht. Trotz der strukturell starken Rüstungskonjunktur drängt sich daher meiner Meinung nach aktuell keine Kaufempfehlung auf.

Zum Abschluss: Weitere Aktienempfehlungen, bei denen wir noch Potenzial bis zum Jahresende sehen, findest Du in unseren Top-Picks 2026. Schau mal rein!