The CoreWeave logo appears on a smartphone screen in this photo illustration in Ontario, Canada, on March 9, 2026.

CoreWeave-Aktie: Fast +12% Plus – warum der Kurs so stark anspringt

KI-Infrastruktur wieder gefragt
Bei CoreWeave kam gestern wieder richtig Bewegung rein. Die Aktie schloss rund +11,7% im Plus und war damit einer der stärksten Werte im Tech-Bereich. Einen einzelnen neuen Unternehmensdeal gab es dabei gar nicht. Vielmehr kam gleich an mehreren Stellen wieder mehr Fantasie in das Thema KI-Infrastruktur und CoreWeave gehört zu den Aktien, die auf solche Bewegungen besonders stark reagieren.

Der ganze KI-Infrastruktur-Trade ist wieder angesprungen

Ein wichtiger Auslöser war die Vorstellung von OpenAIs neuem Astra-Modell. Die Veröffentlichung hat bei Anlegern erneut die Frage aufgeworfen, wie viel zusätzliche Rechenleistung die nächste Generation von KI-Modellen eigentlich brauchen wird. Davon profitieren Anbieter wie CoreWeave, die große Mengen an GPU-Kapazität bereitstellen. Auch andere Infrastrukturwerte wie Lumentum oder Coherent zogen deutlich an.

Dazu kam noch eine neue Partnerschaft zwischen Nebius und Palantir, die ebenfalls positiv auf den gesamten Neocloud-Sektor abstrahlte. Für CoreWeave ist das zwar kein eigener Deal, zeigt aber einmal mehr, dass Unternehmen immer mehr KI-Rechenleistung außerhalb der klassischen Hyperscaler einkaufen. Anleger haben das gestern offenbar als Bestätigung für das Geschäftsmodell des gesamten Sektors gesehen.

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Die letzten Zahlen liefern dafür auch eine ziemlich gute Grundlage

CoreWeave hatte im zweiten Quartal den Umsatz um 112% auf 2,58 Milliarden US$ gesteigert. Zudem hatte das Unternehmen einen Auftragsbestand von rund 104 Milliarden US$. Darin waren noch nicht einmal mehr als 25 Milliarden US$ an neuen Kundenverpflichtungen enthalten, die zu Beginn des dritten Quartals dazukamen.

Die Nachfrage ist also weiterhin hoch. Für CoreWeave geht es jetzt vor allem darum, diesen riesigen Auftragsbestand Schritt für Schritt abzuarbeiten und gleichzeitig neue Rechenkapazitäten aufzubauen. Davon hängt am Ende auch ab, wie schnell das starke Wachstum weitergehen kann.

Analysten sehen noch Luft nach oben

Die Analysten bleiben insgesamt eher positiv. Das durchschnittliche Kursziel liegt aktuell bei rund 144 US$, während die Aktie nach dem gestrigen Anstieg knapp unter 100 US$ geschlossen hat. Citi sieht beispielsweise 159 US$, Wells Fargo 160 US$, Cantor Fitzgerald 176 US$ und Rosenblatt sogar 250 US$.

Dass die Kursziele teils so weit über dem aktuellen Niveau liegen, hängt vor allem mit dem starken Wachstum, dem riesigen Auftragsbestand und der weiter hohen Nachfrage nach KI-Rechenleistung zusammen.

Die hohen Investitionen bleiben aber ein Risiko

Ganz ohne Risiko ist die Story bei CoreWeave natürlich nicht. Das Unternehmen steckt enorme Summen in neue Rechenzentren und GPUs und muss diesen Ausbau auch finanzieren. Entsprechend schaut der Markt inzwischen ziemlich genau auf die Schulden und darauf, wie teuer neue Finanzierungen für CoreWeave werden.

Auch die Kreditabsicherung liegt weiter auf einem hohen Niveau und zeigt, dass Investoren die Risiken durchaus im Blick haben. Das erklärt auch einen Teil der hohen Volatilität. Läuft es bei KI-Infrastruktur gut, kann die Aktie sehr schnell stark anspringen. Kommen dagegen neue Sorgen rund um Finanzierung oder den Ausbau der Kapazitäten auf, geht es bei CoreWeave genauso schnell wieder in die andere Richtung.

ℹ️ CoreWeave in Kürze

  • CoreWeave (WKN: A413X6) mit Sitz in Livingstone im US-Bundesstaat New Jersey ist ein 2017 gegründetes KI-Cloud-Computing-Startup.
  • Das Unternehmen baut und betreibt Hochleistungsrechenzentren mit einer Cloud-basierten GPU-Infrastruktur.
  • Die Kunden von CoreWeave sind im Wesentlichen die Entwickler von KI-Anwendungen, darunter Alphabet, Meta Platforms, Microsoft und OpenAI.
  • CoreWeave gab im März 2025 sein Debüt an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist Mitglied im Nasdaq 100-Index. Das Tech-Unternehmen ist ca. 55 Milliarden US$ wert.

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Fazit

Der starke Anstieg gestern zeigt, wie schnell bei CoreWeave wieder Kaufdruck reinkommen kann, wenn die Stimmung rund um KI-Infrastruktur dreht. Nach so einem Sprung wären Gewinnmitnahmen kurzfristig natürlich keine Überraschung. Solange die Nachfrage nach zusätzlicher Rechenleistung hoch bleibt und CoreWeave seinen riesigen Auftragsbestand weiter abarbeitet, bleibt die Story aber spannend. Gleichzeitig bleibt die Aktie wegen der hohen Investitionen und Finanzierungskosten ziemlich volatil, ruhiger dürfte es hier also erstmal nicht werden.