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Circle-Aktie: Clarity Act gestoppt – was heißt das für USDC?

Rewards bleiben offen
Für Circle war das gescheiterte Clarity-Votum alles andere als eine Randnotiz. Die Aktie verlor nach der Abstimmung mehr als -11%, denn im Gesetz ging es nicht nur um klarere Regeln für den gesamten Krypto-Markt. Auch Stablecoin-Rewards waren Teil der Verhandlungen und damit ein Thema, das ziemlich nah an USDC und dem Wachstum von Circle hängt.

Der Clarity Act trifft Circle an mehreren Stellen

Am Dienstag bekam der Clarity Act im Senat nicht die nötigen 60 Stimmen, um weiterzukommen. Das Votum endete mit 49 zu 50, nachdem neben den Demokraten auch mehrere Republikaner nicht mitgingen. Circle rutschte daraufhin um rund -11,5% ab, Coinbase verlor gut -10%.

Bei Circle hängt daran mehr als nur die Hoffnung auf allgemein freundlichere Krypto-Regeln. Der Konzern lebt davon, dass USDC möglichst breit genutzt wird, auf Börsen, bei Zahlungen, im institutionellen Geschäft oder bei tokenisierten Vermögenswerten. Ein klarerer Rahmen für den gesamten Markt hätte dabei geholfen, weil Unternehmen und Finanzhäuser besser einschätzen könnten, welche Regeln für digitale Assets langfristig gelten.

Der Streit um den Clarity Act ging aber noch näher an das eigentliche Stablecoin-Geschäft. Banken und Krypto-Unternehmen haben monatelang darum gerungen, wie sogenannte Stablecoin-Rewards künftig behandelt werden sollen.

Bei den Stablecoin-Rewards hängt einiges dran

Der bereits geltende GENIUS Act verbietet Stablecoin-Emittenten wie Circle, Nutzern direkt Zinsen oder Renditen für das bloße Halten von USDC zu zahlen. Damit ist das Thema allerdings nicht komplett erledigt. Plattformen können weiterhin bestimmte Belohnungen anbieten und Circle teilt einen Teil seiner Reserveerträge beispielsweise mit Coinbase. Coinbase nutzt Stablecoin-Einnahmen wiederum auch für USDC-Rewards.

Und da wurde es beim Clarity Act wieder ziemlich knifflig. Der letzte Entwurf wollte Zinsen auf ungenutzte Stablecoin-Guthaben weiter begrenzen, erlaubte aber bestimmte nutzungsbezogene Rewards. Zusätzlich sollte das US-Finanzministerium für 18 Monate eingreifen können, falls solche Angebote zu größeren Abflüssen bei kleineren Banken führen.

Für Circle ist das kein kleines Detail. Rewards können ein zusätzlicher Grund sein, USDC überhaupt auf einer Plattform zu halten. Werden solche Angebote irgendwann stark eingeschränkt, könnte das die Nachfrage nach USDC bremsen. Und weniger USDC im Umlauf bedeuten am Ende auch weniger Reserven, auf denen Circle Zinserträge verdienen kann.

Wie empfindlich die Börse bei diesem Thema ist, hat man schon im März gesehen. Damals verlor die Circle-Aktie zeitweise rund -20%, nachdem ein Entwurf deutlich schärfere Regeln für Stablecoin-Rewards vorgesehen hatte. Durch das gescheiterte Votum treten diese neuen Clarity-Regeln jetzt erstmal nicht in Kraft. Das nimmt Circle kurzfristig zwar eine mögliche Verschärfung vom Tisch, lässt aber auch die komplette Frage offen, wie solche Rewards langfristig behandelt werden.

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USDC wächst weiter – und das ist für Circle enorm wichtig

Ein Blick auf die letzten Zahlen zeigt ziemlich schnell, warum jede Diskussion rund um USDC so viel Gewicht bekommt. Im zweiten Quartal kamen 95,2% des Umsatzes von Circle aus Reserveerträgen. Insgesamt lagen Umsatz und Reserveerträge bei 701 Millionen US$.

USDC selbst wächst weiter. Ende Juni waren 73,3 Milliarden US$ im Umlauf und damit 19% mehr als ein Jahr zuvor. Das On-Chain-Transaktionsvolumen stieg sogar um 151% auf 14,8 Billionen US$. Je mehr USDC im Umlauf sind, desto größer werden die Reserven dahinter. Auf diese Reserven verdient das Unternehmen Zinsen.

Wie stark der Zinssatz dabei reinspielt, konnte man zuletzt ebenfalls sehen. Das Wachstum der USDC-Bestände brachte Circle im zweiten Quartal rund 147 Millionen US$ zusätzliche Reserveerträge. Niedrigere Renditen auf die Reserven nahmen davon aber fast 114 Millionen US$ wieder weg.

Deshalb schaut Circle heute auch noch aus einem anderen Grund nach Washington. Die Fed dürfte den Leitzins nach aktuellen Markterwartungen um 25 Basispunkte anheben. Für Bitcoin und viele andere Krypto-Assets wäre das eher Gegenwind, Circle kann bei seinen Reserveerträgen dagegen von höheren kurzfristigen Zinsen profitieren.

Ganz erledigt ist der Clarity Act noch nicht

Das gescheiterte Votum bedeutet nicht automatisch, dass das Gesetz endgültig verschwunden ist. Senator Thom Tillis änderte seine Stimme aus verfahrenstechnischen Gründen auf Nein und hielt damit die Möglichkeit offen, später noch einmal über den Entwurf abstimmen zu lassen.

Ein schneller Durchbruch sieht nach dem Ergebnis trotzdem erstmal deutlich schwieriger aus. Neben den Ethik-Regeln blieben auch Themen wie Stablecoin-Rewards, Geldwäschevorgaben und die Ausstattung der CFTC umstritten.

Bis sich der Kongress wieder bewegt, arbeiten SEC und CFTC weiter an eigenen Regeln. Für Circle bedeutet das, dass USDC unter dem GENIUS Act weiterläuft, während der größere regulatorische Rahmen rund um den Krypto-Markt und die Reward-Frage erstmal offen bleibt.

ℹ️ Circle Internet Group in Kürze

  • Circle (WKN: CRCL01) ist ein US-Finanzdienstleister mit Sitz in New York City.
  • Das Unternehmen ist unter anderem Herausgeber des Stablecoins USD Coin (USDC), dem nach Tether zweitwichtigsten Stablecoin.
  • Circle notiert an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist aktuell rund 21,91 Milliarden US$ wert.

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Fazit

Der Kursrutsch bei Circle hat also durchaus einen konkreten Hintergrund. Der Clarity Act hätte nicht nur dem gesamten Krypto-Markt mehr Klarheit geben können, sondern hing auch mitten in der Debatte um Stablecoin-Rewards. Für Circle bleibt USDC das mit Abstand wichtigste Geschäft und damit spielt auch die Frage eine Rolle, wie attraktiv der Stablecoin für Nutzer auf Plattformen bleibt. Das gescheiterte Votum verhindert erstmal neue Einschränkungen aus diesem Entwurf, löst den Streit aber eben auch nicht. Dazu kommt heute noch die Fed-Entscheidung, die über die Rendite der USDC-Reserven wiederum ganz direkt bei Circle ankommt.