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Nuklear-Aktien: Diese 2 Titel stehen im Zentrum der Atomkraft-Renaissance

Strom für die KI-Revolution
Redaktion
Die Kernenergie erlebt weltweit eine Renaissance. Der steigende Strombedarf durch Rechenzentren und künstliche Intelligenz trifft auf das Ziel zahlreicher Staaten, ihre nuklearen Kapazitäten langfristig deutlich auszubauen. Für Anleger eröffnen sich dadurch Chancen sowohl bei Stromerzeugern als auch bei Unternehmen entlang der nuklearen Brennstoffkette.

Constellation Energy-Aktie

Constellation Energy gilt als einer der interessantesten Profiteure des wachsenden Strombedarfs von Rechenzentren und KI-Anwendungen. Das US-Unternehmen betreibt die größte Nuklearflotte des Landes und erzeugt jährlich mehr als 180 Terawattstunden Strom. Im Gegensatz zu Solar- und Windkraftanlagen liefert Kernenergie rund um die Uhr CO₂-armen Grundlaststrom – eine Eigenschaft, die für große Technologiekonzerne mit ständig wachsendem Energiebedarf besonders attraktiv ist.

Zu den potenziellen Großkunden zählen unter anderem Microsoft, Meta Platforms, Amazon und Alphabet. Diese sogenannten Hyperscaler benötigen für ihre KI-Rechenzentren nicht nur enorme Strommengen, sondern zugleich eine zuverlässige und möglichst emissionsarme Energieversorgung. Constellation kann hier mit langfristigen Stromabnahmeverträgen punkten, die dem Unternehmen eine hohe Planungssicherheit verschaffen.

Besonders bedeutend ist die Vereinbarung mit Microsoft. Im Rahmen eines auf 20 Jahre angelegten Stromabnahmevertrags soll das Crane Clean Energy Center wieder in Betrieb genommen werden. Dabei handelt es sich um den früheren Reaktor von Three Mile Island Unit 1. Für Constellation ist die geplante Wiederinbetriebnahme ein wichtiger Schritt, um zusätzliche Kapazitäten für den wachsenden Strombedarf der US-Techbranche bereitzustellen. Auch mit Unternehmen wie Walmart hat Constellation langfristige Verträge zur Lieferung von Atomstrom abgeschlossen.

Weitere Fortschritte gibt es bei den regulatorischen Voraussetzungen für Crane. Das Unternehmen erhielt eine wichtige Genehmigung der US-Nuklearaufsicht für die Brennstoffversorgung des Standorts. Zudem genehmigte die Federal Energy Regulatory Commission die Übertragung bestehender Netzanschlussrechte von einem Gaskraftwerk auf das Crane-Projekt. Damit rückt die Wiederaufnahme des Betriebs näher.

Auch die Geschäftszahlen unterstreichen die operative Stärke von Constellation. Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 7,5 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 22,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 33,5 Prozent auf 2,55 US-Dollar. Zusätzlich sicherte sich Constellation weitere langfristige Stromabnahmeverträge über insgesamt 920 Megawatt nuklearer Erzeugungskapazität.

Unterstützt wird das Geschäftsmodell zudem durch den Nuclear Production Tax Credit aus dem Inflation Reduction Act. Die staatliche Förderung schafft eine Art Umsatzuntergrenze für die Stromproduktion aus Kernenergie und kann damit die Margen in Phasen niedriger Großhandelspreise stabilisieren. Steigen die Strompreise oder lassen sich besonders lukrative Verträge mit Rechenzentren abschließen, bleibt gleichzeitig weiteres Aufwärtspotenzial bestehen.

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Cameco-Aktie

Während Constellation unmittelbar von der steigenden Nachfrage nach Atomstrom profitiert, setzt die Cameco Corporation an einer anderen Stelle der Wertschöpfungskette an: beim Uran. Das kanadische Unternehmen gehört zu den weltweit bedeutenden Uranproduzenten und verfügt über rund 433 Millionen Pfund an nachgewiesenen und wahrscheinlichen Uranreserven.

Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil liegt in den hochwertigen Lagerstätten im Athabasca-Becken in Saskatchewan. Dazu zählen insbesondere Cigar Lake und McArthur River beziehungsweise Key Lake. Die hohen Erzgehalte ermöglichen es Cameco, vergleichsweise viel Uran aus einer Tonne Gestein zu gewinnen. Das kann die Kostenstruktur und damit die Margen des Unternehmens auch in schwächeren Phasen des Uranzyklus schützen.

Für Cameco spricht darüber hinaus die zunehmende geopolitische Bedeutung westlicher Uranlieferketten. Westliche Staaten versuchen, ihre Abhängigkeit von russischem Uran und russischer Verarbeitungstechnologie zu reduzieren. Als großer westlicher Produzent könnte Cameco von dieser strategischen Neuausrichtung profitieren. Das Unternehmen hat bereits Uranverkäufe von rund 28 Millionen Pfund pro Jahr bis 2030 vertraglich abgesichert.

Cameco ist zudem längst nicht mehr ausschließlich ein Uranproduzent. Über eine Beteiligung von 49 Prozent an Westinghouse Electric ist das Unternehmen auch im Bereich der Reaktortechnologie und nuklearen Dienstleistungen engagiert. Gemeinsam mit Brookfield Renewable Partners hat Cameco damit sein Geschäftsmodell deutlich erweitert.

Westinghouse-Technologie kommt bei einem erheblichen Teil der weltweit betriebenen Kernreaktoren zum Einsatz. Dadurch entstehen wiederkehrende Einnahmen unter anderem aus Wartung, Brennstoffwechsel, Software und Ersatzteilen. Gleichzeitig eröffnet die Beteiligung Cameco Zugang zum Neubau großer Reaktoren. Das Unternehmen kann damit an mehreren Stationen des nuklearen Lebenszyklus verdienen – von der Uranförderung über die Brennstoffherstellung bis hin zur Wartung und Modernisierung von Reaktoren.

Die jüngsten Geschäftszahlen zeigen allerdings auch, dass Cameco kurzfristig Schwankungen ausgesetzt ist. Im zweiten Quartal sank der Gewinn je Aktie gegenüber dem Vorjahr um 75 Prozent auf 0,18 US-Dollar, während der Umsatz um 7 Prozent auf 814 Millionen US-Dollar zurückging. Ein Teil dieser Entwicklung ist auf den zeitlichen Verlauf der Kundenabrufe zurückzuführen, die typischerweise in den Wintermonaten höher ausfallen.

Deutlich positiver entwickelte sich dagegen das Uransegment. Der Umsatz der Sparte stieg um 15 Prozent auf 712 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA legte sogar um 48 Prozent auf 423 Millionen US-Dollar zu. Für 2026 erhöhte Cameco zudem seine Prognosen. Das Unternehmen erwartet nun einen durchschnittlich erzielten Uranpreis von 91 bis 96 US-Dollar je Pfund, nachdem zuvor 85 bis 89 US-Dollar in Aussicht gestellt worden waren.

Auch beim Uranumsatz rechnet Cameco mit einem Anstieg. Die Prognose liegt nun bei 2,7 bis 2,91 Milliarden US-Dollar gegenüber zuvor 2,54 bis 2,73 Milliarden US-Dollar. Für das Fuel-Services-Geschäft werden 610 bis 630 Millionen US-Dollar erwartet. Insgesamt soll der Konzernumsatz 2026 zwischen 3,32 und 3,75 Milliarden US-Dollar liegen.

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Redaktion

Fazit

Constellation Energy und Cameco bieten Anlegern zwei unterschiedliche Möglichkeiten, vom langfristigen Comeback der Kernenergie zu profitieren. Constellation setzt direkt auf die steigende Nachfrage nach zuverlässig verfügbarem Atomstrom und könnte insbesondere durch den Energiehunger von KI-Rechenzentren und Hyperscalern profitieren. Langfristige Stromabnahmeverträge und die geplante Wiederinbetriebnahme des Crane Clean Energy Centers stärken dabei die Perspektive des US-Stromproduzenten.

Cameco wiederum bietet einen breiteren Zugang zur nuklearen Wertschöpfungskette. Das Unternehmen profitiert nicht nur von steigenden Uranpreisen und der wachsenden Nachfrage nach westlichen Brennstofflieferanten, sondern über Westinghouse auch vom Geschäft mit Reaktortechnologie und nuklearen Dienstleistungen. Beide Aktien sind damit auf unterschiedliche Weise positioniert, um von der strukturellen Renaissance der Kernenergie zu profitieren – wobei Anleger sowohl die langfristigen Chancen als auch die branchentypischen Schwankungen und Bewertungsrisiken berücksichtigen sollten.

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