OHB-Aktie: Startet nun das große Comeback?
Milliardenaufträge sorgen für Rückenwind
Fundamental gibt es bei OHB ebenfalls gute Argumente. Im ersten Halbjahr 2026 stieg die Gesamtleistung um 11% auf 627,9 Mio. €. Das bereinigte EBIT legte sogar um 46% auf 38,9 Mio. € zu. Gleichzeitig erreichte der Auftragsbestand mit 3,304 Mrd. € einen neuen Rekord.
Besonders wichtig ist der rund 1 Mrd. € schwere Auftrag von SES. OHB soll 18 Satellitenplattformen für das europäische Kommunikationssystem IRIS² entwickeln und bauen. Die ersten Satelliten sollen 2029 starten. Weitere Aufträge, unter anderem für die PRISMA-Mission, sorgen für zusätzliche Visibilität.
Damit steht die operative Entwicklung in einem bemerkenswerten Kontrast zum Aktienkurs.
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Kapitalerhöhung belastet
Der Kurssturz hat allerdings Gründe. Im Sommer nahm OHB über Kapitalmaßnahmen mehrere hundert Millionen € frisches Kapital auf. Zwar stärkt dies die Bilanz und schafft Spielraum für weiteres Wachstum, gleichzeitig wurden bestehende Aktionäre verwässert. Hinzu kam der Verkauf eines großen Aktienpakets durch Großaktionär KKR.
Auch die Aufnahme in den SDAX konnte den Abwärtstrend nicht stoppen. Und bei der Tochter Rocket Factory Augsburg sorgt die Verzögerung des Erstflugs weiterhin für Unsicherheit.
Vor allem aber war die Aktie zuvor extrem heiß gelaufen. Von rund 200 € Anfang 2025 schoss sie bis in der zweiten Maihälfte auf 672 €. Die anschließende Korrektur ist daher auch eine Bereinigung überzogener Erwartungen.
Analysten sehen deutliches Potenzial
Trotz des Kurseinbruchs bleiben die Analysten überwiegend konstruktiv. Oddo BHF startete Ende August die Abdeckung mit „Outperform“ und einem Kursziel von 290 €. Kepler Cheuvreux kommt mit „Buy“ auf 260 €. Damit sehen die Experten vom aktuellen Niveau aus erhebliches Erholungspotenzial.
200 € als Schlüsselmarke
Charttechnisch wird es jetzt spannend. Das Tief bei 175 € vom vergangenen Mittwoch führte die Aktie zurück an das frühere Rekordhoch von Anfang Oktober 2025 bei rund 192 €. Hier könnte nun wieder stärkeres Kaufinteresse einsetzen.
Dafür spricht auch die überverkaufte Marktlage. Gleichzeitig bleibt das Chartbild angeschlagen: Anfang September bildete sich ein sogenanntes Death Cross, bei dem die 50-Tage-Linie die 200-Tage-Linie von oben nach unten durchkreuzte.
Dennoch spricht einiges dafür, dass sich zwischen 175 und 200 € ein tragfähiger Boden bildet. Gelingt die Rückeroberung der 200-€-Marke, könnte die Erholung deutlich an Dynamik gewinnen. Fällt die Unterstützung dagegen nachhaltig, droht ein weiterer Abverkauf in Richtung 100 €.
ℹ️ OHB in Kürze
- Die OHB SE (WKN: 593612) mit Sitz in Bremen ist ein deutscher Luft- und Raumfahrtkonzern, der in den beiden Geschäftsfeldern Space Systems und Aerospace aktiv ist.
- Im Bereich Space Systems entwickelt und produziert OHB Satelliten und sonstige Raumfahrtsysteme.
- Im Segment Aerospace ist das Technologieunternehmen in der Produktion von Komponenten für die Luft- und Raumfahrtindustrie aktiv, darunter Trägerraketen, Raumfahrzeuge und Flugzeuge.
- Mehrheitseigentümer von OHB ist die Gründerfamilie Fuchs. Seit 2024 ist die amerikanische Investmentfirma KKR im Besitz eines Minderheitsanteils.
- OHB ist seit August 2026 Mitglied im SDAX und ca. 4,03 Milliarden € wert.
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