Novo Nordisk-Aktie: Nur noch 36 € Kursziel – ist das viel zu pessimistisch?
Ozempic wird zum Problem
BMO Capital begründet die Zielsenkung insbesondere mit den Herausforderungen beim Diabetesmedikament Ozempic. Der Wettbewerb nimmt zu, gleichzeitig verliert Novo Nordisk Marktanteile und muss in wichtigen Märkten niedrigere Preise akzeptieren.
Besonders der US-Markt belastet die Entwicklung. Hinzu kommt die Konkurrenz durch Eli Lilly, das sowohl bei Diabetes als auch bei Adipositas mit eigenen Medikamenten zunehmend erfolgreich ist.
Dabei wächst die Zahl behandelter Patienten weiterhin. Das Problem besteht vor allem darin, dass Novo Nordisk nicht mehr dieselben Preise und Wachstumsraten wie in den vergangenen Jahren durchsetzen kann.
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2026 wird kein Wachstumsjahr für Novo Nordisk
Die operative Entwicklung bestätigt diese Probleme. Für 2026 erwartet Novo Nordisk inzwischen einen währungsbereinigten Rückgang des bereinigten Umsatzes um bis zu -6%. Im günstigsten Fall könnte der Umsatz stagnieren. Auch beim bereinigten operativen Gewinn rechnet das Management mit einer Entwicklung zwischen -6% und 0%.
Immerhin hatte das Unternehmen seine ursprüngliche Prognose im August angehoben. Im zweiten Quartal stieg der bereinigte Umsatz währungsbereinigt um +7%, während das bereinigte operative Ergebnis um +11% zulegte.
Eine nachhaltige Rückkehr zum Wachstum ist damit allerdings noch nicht bewiesen. Auch für 2027 erwarten Analysten derzeit lediglich ein leichtes Umsatzplus. Die eigentliche Erholung könnte sich deshalb über mehrere Jahre erstrecken.
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Novo Nordisk: Nur noch das 12-Fache des Gewinns!
Genau hier wird die Bewertung interessant. Die Novo Nordisk-Aktie wird mittlerweile mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 12 gehandelt. Das ist für ein Unternehmen mit seiner Marktstellung, den hohen operativen Margen und langfristig attraktiven Absatzmärkten vergleichsweise günstig.
Natürlich wäre diese Bewertung bei dauerhaft stagnierenden Gewinnen keine außergewöhnliche Gelegenheit. Interessant wird sie erst, wenn Novo Nordisk ab 2027 wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zurückfindet.
Selbst eine Rückkehr zu mittleren einstelligen Wachstumsraten könnte ausreichen, um die aktuelle Bewertung attraktiver erscheinen zu lassen. Schließlich benötigt die Aktie für eine langfristig solide Rendite keine Wiederholung der außergewöhnlichen Wachstumsjahre von 2023 und 2024.
Der Diabetesmarkt wächst weiter
Für mich wird dabei ein Aspekt unterschätzt: Novo Nordisk ist nicht ausschließlich eine Wette auf den boomenden Markt für Abnehmspritzen.
Das klassische Diabetesgeschäft besitzt ebenfalls langfristiges Wachstumspotenzial. Nach Angaben der International Diabetes Federation lebten 2024 weltweit rund 589 Millionen Erwachsene mit Diabetes. Bis 2050 könnte diese Zahl auf 853 Millionen steigen.
Novo Nordisk verfügt mit Ozempic, Rybelsus und seinem breiten Insulingeschäft über eine etablierte Marktposition. Das Unternehmen könnte somit langfristig von steigenden Patientenzahlen profitieren, auch wenn der Preisdruck einen Teil dieses Wachstums aufzehrt.
Hinzu kommt das Adipositasgeschäft. Wegovy und zukünftige Medikamente eröffnen zusätzliche Absatzmöglichkeiten. Auch die Entwicklung oraler Therapien könnte neue Patientengruppen erschließen.
Langfristig will Novo Nordisk bis 2030 weltweit mehr als 60 Millionen Patienten versorgen. Das zeigt, dass das Management weiterhin erhebliche Wachstumsmöglichkeiten sieht.
ℹ️ Novo Nordisk in Kürze
- Novo Nordisk (WKN: A3EU6F) mit Sitz in Bagsværd bei Kopenhagen produziert und vermarktet pharmazeutische Produkte und Dienstleistungen.
- Der Konzern ist der weltweit führende Hersteller von Insulin. Fast jedes dritte Diabetes-Präparat weltweit stammt vom dänischen Pharmakonzern. Außerdem ist Novo Nordisk in den Bereichen Blutgerinnungsmedikamente und Hormonersatztherapien aktiv.
- Darüber hinaus ist Novo Nordisk eines der weltweit führenden Unternehmen in der Herstellung von Adipositas-Medikamenten (Mittel zur Gewichtsabnahme).
- Das Unternehmen wird aktuell mit rund 158 Milliarden € bewertet – inklusive der nicht handelbaren A-Aktien.
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Fazit
Das neue BMO-Kursziel verdeutlicht, wie skeptisch der Markt Novo Nordisk inzwischen betrachtet. Die operativen Probleme sind real und auch 2027 dürfte noch kein Selbstläufer werden. Trotzdem halte ich die Aktie bei einem erwarteten KGV von rund 12 für günstig. Das wachsende Diabetesgeschäft bietet eine langfristige Grundlage, während Adipositas zusätzliche Chancen eröffnet. Für geduldige Anleger sehe ich auf dem aktuellen Kursniveau deshalb eine attraktive Kaufgelegenheit.