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Teheran unter Beschuss: Eskalation bedroht US-Basen jetzt akut

Nahost-Krise eskaliert

Mitten in der Nacht hat die Flugabwehr in Teheran wieder angeschlagen. Gegen 3.30 Uhr Ortszeit schreckte das Feuer viele Bewohner der Millionenmetropole aus dem Schlaf, rund eine halbe Stunde lang waren dumpfe Detonationen zu hören. Es war das erste Mal seit Beginn der jüngsten Eskalationsrunde, dass die Flugabwehr in der iranischen Hauptstadt überhaupt wieder aktiv wurde. Die iranische Nachrichtenagentur Fars bestätigte erst Stunden später, dass eine feindliche Drohne über Teheran abgeschossen worden sei.

Jordanien, Kuwait und Bahrain unter Beschuss

Parallel dazu meldeten Irans Streitkräfte neue Angriffe auf Stützpunkte in Jordanien, Kuwait und Bahrain. Jordanien fing vier von sechs ballistischen Raketen ab, Schäden oder Opfer gab es laut der staatlichen Nachrichtenagentur Petra nicht. Videos zeigten Rauch über der Küstenstadt Akaba, die erst vor wenigen Tagen ebenfalls beschossen worden war. Das Königreich wurde im Krieg bislang weniger angegriffen als die Golfstaaten, beherbergt aber US-Truppen und Maschinen der US-Luftwaffe und liegt direkt auf der Fluglinie zwischen dem Iran und Israel.

Elfte Nacht in Folge, Ziel Straße von Hormus

Das US-Militär hat den Iran in dieser Nacht bereits zum elften Mal in Folge angegriffen. Das für die Region zuständige US-Kommando Centcom erklärte, man wolle die Fähigkeiten des Irans schwächen, Handelsschiffe in der für den globalen Ölhandel zentralen Straße von Hormus anzugreifen. Ziele der gut einstündigen Angriffswelle waren militärische Kommandozentren, die iranische Marine und Standorte der Luftwaffe. US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zuvor mit Angriffen auf das als "Pickaxe Mountain" bekannte Areal nahe der Nuklearanlage Natans im Zentraliran gedroht, er wolle diesen Bereich "mit voller Wucht" ins Visier nehmen.

Eskalation am Roten Meer

Auch am Roten Meer wächst die Gefahr. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen haben eine Blockade für saudische Schiffe angekündigt. Mindestens drei Öltanker sollen auf dieser Route bereits umgekehrt sein, so das Fachmedium "Lloyd's List". Saudi-Arabien weicht mit einem Teil seiner Ölexporte bereits auf eine Pipeline zum Hafen Janbu am Roten Meer aus, um die Straße von Hormus zu umgehen. Pakistans Regierung, die im Konflikt vermittelt, behält sich nun militärische Unterstützung für seinen Bündnispartner Saudi-Arabien vor und stellt damit seine Vermittlerrolle zunehmend infrage.

Was bedeutet das für Öl-Aktien und den Markt?

Meiner Meinung nach dürften die Ereignisse den Ölpreis weiter stützen, solange beide Seewege, also Straße von Hormus und Bab al-Mandab, unter Druck stehen. Für Anleger in Ölaktien wie TotalEnergies, Shell oder BP könnte das kurzfristig positiv sein, weil Angebotsengpässe die Notierungen treiben würden. Gleichzeitig sollte man sich bewusst sein, dass eine weitere Eskalation die globalen Lieferketten belasten und damit vor allem exportabhängige Branchen in Mitleidenschaft ziehen würde. Das Chartbild für den Ölpreis und verwandte Werte dürfte vor diesem Hintergrund volatil bleiben, solange keine politische Lösung in Sicht ist.

Quelle: dpa-AFX

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