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Nato-Gipfel: Was jetzt für Europa auf dem Spiel steht

Sicherheit in Gefahr

Ob der NATO-Gipfel in Ankara das wird, was er sein soll, hängt an einer einzigen Person. US-Präsident Donald Trump hat kurz vor dem Treffen wieder Kritik an den europäischen Verbündeten geübt. Die Verteidigungsausgaben der anderen Mitglieder seien schlicht "lächerlich". Bundeskanzler Friedrich Merz sah sich daraufhin veranlasst, in einem Telefonat mit Trump die Zahlen richtigzustellen.

Europa nähert sich dem Fünf-Prozent-Ziel

NATO-Generalsekretär Mark Rutte hatte noch im Weißen Haus mit Schaubildern versucht darzustellen, wie deutlich die Verteidigungsbudgets der 31 Mitgliedsstaaten bereits gestiegen sind. Am Vorabend des Gipfels legte er nach: Europa liege bereits bei vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts und sei auf klarem Kurs in Richtung fünf Prozent. Fast alle Mitgliedsstaaten haben fest zugesagt, bis 2035 genau dieses Ziel zu erreichen. Deutschland will es nach Angaben der Bundesregierung bereits 2029 schaffen.

Bei der Ukraine-Hilfe haben Europa und Kanada ebenfalls deutlich zugelegt. Jeweils 70 Milliarden € soll das Land in diesem und im nächsten Jahr erhalten. 30 Milliarden € davon kommen jährlich aus dem EU-Kredit, den Rest stemmen die NATO-Staaten, ohne US-Beteiligung. Selenskyj, der persönlich in Ankara ist, fordert vom Gipfel konkrete Entscheidungen zur Stärkung der ukrainischen Luftabwehr, die angesichts anhaltender russischer Angriffe dringend benötigt wird.

Hormus und US-Truppenplanung als Konfliktpunkte

Spannungen könnte es beim Thema Straße von Hormus geben. Frankreich und Großbritannien haben eine Koalition von inzwischen rund 40 Ländern zur Sicherung der Meerenge zusammengestellt, darunter auch Deutschland mit einem Minensuchboot und einem Unterstützungsschiff. Die Schiffe befinden sich bereits in der Nähe der Region. Pentagon-Chef Pete Hegseth hatte bei seinem Besuch in Brüssel Mitte Juni unmissverständlich deutlich gemacht, dass Washington über die Eigeninitiative der Europäer verstimmt ist.

Auch die geplante Neuordnung der US-Streitkräfte in Europa dürfte für Gesprächsstoff sorgen. Mögliche Abzüge oder Umgruppierungen in Polen und Deutschland sowie die ausbleibende Lieferung von Tomahawk-Mittelstreckenraketen kamen für viele überraschend. Beim NATO Force Model hat die US-Regierung zwar Einzelheiten benannt, was sie "ausmeldet", aber die sofortige Wirksamkeit der Änderungen hat in Brüssel für Unruhe gesorgt.

Auswirkungen auf Rüstungsaktien

Für die Börse ist der Gipfel ein relevantes Signal. Die zugesagten Verteidigungsbudgets von mindestens fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2035 sowie die Ukraine-Hilfe von jeweils 70 Milliarden € pro Jahr bedeuten langfristig massive Aufträge für die Rüstungsbranche. Aktien wie Rheinmetall, Leonardo oder Thales dürften von anhaltend hohen staatlichen Rüstungsausgaben profitieren. Jede Eskalation im Streit zwischen den USA und Europa über Lastenteilung kann jedoch kurzfristig für Unsicherheit sorgen und die Kurse belasten.

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