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Iran: USA starten massive Offensive gegen alle Einnahmequellen

Sanktionen verschärft
Redaktion | Wirtschaft

Washington dreht die Sanktionsschraube gegen den Iran weiter. US-Finanzminister Scott Bessent hat heute klargemacht, was das Ziel ist: die vollständige Isolation Teherans von der Weltwirtschaft. Jede potenzielle Einnahmequelle der iranischen Revolutionsgarden soll trockengelegt werden, konkret in den Bereichen digitale Vermögenswerte, Technologie, Gold, Luftfahrt und Schifffahrt. Das klingt nach einem umfassenden Schlag. Nur: konkrete Maßnahmen gegen Handelspartner des Irans nannte Bessent nicht.

Drohungen ohne Zeitplan

Jede Institution, die im Auftrag des Irans Geldwäsche ermöglicht, soll künftig aus dem US-Dollar-System ausgeschlossen werden. Noch bis Ende dieser Woche kündigte Bessent eine "große Ankündigung" zur Sanktionierung eines Finanzinstituts an. Was genau darunter zu verstehen ist, ließ er offen. Auf die Frage, in welchem Zeitraum die Maßnahmen zu erfüllen sind, schwieg er. Mitarbeiter des Finanzministeriums, des Außenministeriums sowie des Militärs treffen sich derweil mit internationalen Partnern, um Washingtons Erwartungen zu kommunizieren.

Trump hatte vergangene Woche noch von "Maßnahmen historischen Ausmaßes" gesprochen und sein Vorhaben mit einem "wirtschaftlichen D-Day" verglichen, in Anlehnung an die Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944. Gefragt, warum er nicht sofort Sanktionen verhänge, antwortete Bessent: "Warum sollte ich das globale Finanzsystem sprengen wollen?" Das Finanzministerium habe jeden Knotenpunkt und jedes Netzwerk erfasst, das der Iran für Ölschmuggel und die Umgehung von Sanktionen genutzt hat.

Sanktionen gegen Firmen, Personen und Schiffe

Parallel kündigte die US-Regierung Sanktionen gegen einzelne Firmen, Personen und Schiffe an. Im Visier sind Unternehmen und Personen im Nahen Osten und in Ostasien, darunter auch Firmen aus China, die den Iran bei der Beschaffung von Technologien für Nuklearforschung und Raketenentwicklung unterstützt haben sollen. Das US-Außenministerium belegte zudem mehrere ranghohe Militärvertreter mit Sanktionen, darunter den Chef der iranischen Revolutionsgarden.

US-Sanktionen gegen den Iran sind freilich nicht neu. Die Vereinten Nationen, die USA und die EU haben im Laufe der Jahre umfangreiche Strafmaßnahmen verhängt, begründet mit dem iranischen Atomprogramm, Menschenrechtsverletzungen und der iranischen Unterstützung Russlands im Krieg gegen die Ukraine.

Straße von Hormus bleibt der Knackpunkt

Die Sanktionen fallen in eine Phase, in der der Konflikt zwischen Washington und Teheran seit Wochen feststeckt. Militärische Angriffe haben keinen Durchbruch gebracht, auch nach knapp sechs Monaten nicht. Schwerer wiegt, dass die Straße von Hormus zum zentralen Streitpunkt geworden ist. Iranische Kontrollen des Schiffsverkehrs und die Seeblockade iranischer Häfen durch das US-Militär machen einen verlässlichen Ölhandel derzeit faktisch unmöglich.

Die Eskalation rund um den Iran und die anhaltende Blockade der Straße von Hormus dürfte den Ölmarkt weiter belasten. Aktien von Energieunternehmen und Ölproduzenten könnten von einem dauerhaft angespannten Angebot profitieren, solange die Durchfahrt nicht gesichert ist. Gleichzeitig wären Reederei- und Logistikwerte unter Druck zu sehen, da die Unsicherheit im Persischen Golf die Transportkosten treibt. Eine schnelle Lösung ist weiter nicht in Sicht.

Quelle: dpa-AFX

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