Heute Nacht haben die USA im Iran-Krieg zum neunten Mal in Folge Ziele angegriffen. Das US-Militär meldete am Morgen, man habe militärische Kommandozentralen, Flugabwehranlagen, Raketenabschussvorrichtungen, Drohnenstartrampen und Kommunikationsnetzwerke getroffen. Der Konflikt, den die USA und Israel vor mehr als vier Monaten begannen, zeigt keinerlei Anzeichen, sich zu beruhigen.
Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim gab es Explosionen in Täbris im Norden, in der Hafenstadt Tschahbahar am Golf von Oman, in Konarak, in Mahschahr sowie in Bandar Imam Chomeini am Persischen Golf. Die den Revolutionsgarden nahestehende Agentur Fars berichtete zusätzlich über Detonationen nahe der Straße von Hormus und in der Provinz Buschehr.
Drohnen aus dem Iran treffen Kuwait und Bahrain
Kuwaits Streitkräfte meldeten heute Morgen erneut Drohnenangriffe aus dem Iran. In Bahrain, wo die größte US-Marinebasis der Region liegt, heulten wieder die Sirenen. Der Schlagabtausch geht also in beide Richtungen.
An der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Handelsrouten weltweit, spitzte sich die Lage ebenfalls zu. Die britische Behörde UKMTO meldete, ein Schiff sei nahe der omanischen Küste angegriffen worden, an Bord kam es zum Brand, die Besatzung wurde evakuiert. Irans Revolutionsgarden behaupteten, zwei Öltanker seien in der Meerenge explodiert, weil diese eine vom Iran als unsicher eingestufte Route genutzt hätten. Wer die Durchfahrtsregeln durch die Straße von Hormus kontrolliert, bleibt damit ein zentraler Streitpunkt im Konflikt.
Trump und Rubio senden unterschiedliche Signale
US-Präsident Donald Trump begründete die jüngste Angriffswelle mit dem Tod mehrerer US-Soldaten. Die Angriffe seien zu deren Ehren erfolgt, sagte er nach seiner Rückkehr vom WM-Endspiel. US-Außenminister Marco Rubio betonte gleichzeitig, Washington bleibe gesprächsbereit, sofern Teheran eine getroffene Vereinbarung einhalten wolle. Der Iran bestätigte, Vermittlervorschläge für eine Wiederaufnahme von Verhandlungen erhalten zu haben. Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai machte jedoch klar, der Iran werde sich weiter entschlossen verteidigen.
Öl über 90 US$ und was das für die Börse bedeutet
Die wichtigste Zahl aus dieser Meldung ist der Ölpreis, der heute erstmals seit Anfang Juni die Marke von 90 US$ überschritten hat. Der Grund dafür ist offensichtlich: Die Straße von Hormus ist eine Schlagader für den globalen Energiehandel, und jeder neue Angriff dort treibt die Risikoprämie nach oben. Energie-Aktien und Ölkonzerne könnten kurzfristig profitieren, während Airlines, Chemiekonzerne und andere energieintensive Branchen unter Druck geraten dürften. Rüstungsaktien hätten angesichts der anhaltenden US-Militärpräsenz und der gemeldeten Verlegung weiterer Kampf- und Tankflugzeuge in die Region weiterhin Rückenwind. Solange keine belastbare Waffenruhe in Sicht sei, wird die Volatilität an den Märkten erhöht bleiben.
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