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Iran-Abkommen: Droht jetzt der totale Zusammenbruch?

Neue Eskalation

Neue Eskalationsstufe erreicht? Das US-Militär hat mehr als 80 Ziele im Iran bombardiert, darunter Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen und über 60 Boote der Revolutionsgarden in oder nahe der Straße von Hormus. Iranische Medien berichteten von Explosionen in der Hafenstadt Sirik, auf der Insel Gheschm und im Raum Bandar Abbas. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Gegenseitige Schläge mitten in Irans Trauerfeierlichkeiten

Was die Lage besonders brisant macht, ist der Zeitpunkt der  US-Angriffe. Diese trafen den Iran während der Trauerzeremonien für Ajatollah Ali Chamenei. US-Präsident Donald Trump hatte den Angriffsplan genehmigt, während er am Nato-Gipfel in der Türkei teilnahm. Die iranischen Revolutionsgarden antworteten umgehend und meldeten, ihrerseits 85 Ziele in US-Militäreinrichtungen attackiert zu haben, unter anderem im Bereich der fünften US-Flotte vor Bahrain und auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali Al Salem in Kuwait. Kuwait meldete kurz darauf feindlichen Beschuss, in Bahrain heulten früh morgens wiederholt die Sirenen.

Bahrain und Kuwait beherbergen US-Militärbasen, die sich nur wenige Hundert Kilometer vom Iran entfernt befinden. Beide Länder sind in dieser Auseinandersetzung keine neutralen Beobachter, sondern potenzielle Schauplätze.

Ölpreise ziehen leicht an, Sanktionen kehren zurück

Parallel zu den Angriffen setzten die USA zuvor gelockerte Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft, wie das US-Finanzministerium mitteilte. Die Folge ließ erwartungsgemäß nicht lange auf sich warten. Die Ölpreise zogen wieder leicht an. Ein US-Beamter nannte die Angriffe gegenüber CNN eine "Bestrafung". Die US-Angriffe seien vier oder fünf Mal heftiger als die Attacken vor anderthalb Wochen. Trump hatte dem Iran zuletzt gedroht, es werde entweder ein Abkommen geben oder die USA würden "den Job zu Ende bringen".

Irans Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf schrieb auf X, die Ära der Schikane sei vorbei. Das Hauptquartier Chatam al-Anbija ließ verlauten, man werde "unter keinen Umständen eine Einmischung" in Angelegenheiten rund um die Straße von Hormus dulden.

Was bedeutet das für Anleger?

Meiner Meinung nach bleibt die aktuelle Lage für Öl, Energie und Rüstung  eher volatil. Die Straße von Hormus ist eine der kritischsten Wasserstraßen der Welt für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger. Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz bringt es auf den Punkt: Entweder akzeptiert Washington, dass es keine Rückkehr zum Status quo vor Beginn des Krieges am 28. Februar gibt, oder die Chancen auf ein Abkommen "sinken erheblich, während das Risiko einer erneuten Eskalation steigt." Beides wäre schlecht für die Märkte.

Öl-Titel und Rüstungsaktien könnten kurzfristig profitieren, solange die Unsicherheit anhält. Für alles andere, insbesondere exportabhängige Branchen und die Schifffahrt, bleibt das Bild trüb. Solange keine klare Deeskalation sichtbar ist, würde ich bei betroffenen Sektoren sehr genau hinschauen, bevor ich hier investiere.

Quelle: dpa-AFX

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