Der CLARITY Act hat sein selbst gestecktes Ziel nicht erreicht. Der 4. Juli ist verstrichen, ohne dass der US-Senat über den Digital Asset Market Clarity Act abstimmen konnte. Jetzt rückt ein anderes Datum ins Zentrum: der 7. August.
Warum der 7. August zählt
Der Blick auf den Senatskalender zeigt: Der 7. August ist der letzte reguläre Sitzungstag vor der Sommerpause, die vom 10. August bis zum 11. September dauert. Die Krypto-Interessengruppe Stand With Crypto hat ihre Unterstützer bereits dazu aufgerufen, Senatoren zu einer Abstimmung über den CLARITY Act noch vor diesem Termin zu bewegen. Da der Senat erst am 13. Juli aus der Juli-Pause zurückkehrt, bleibt dafür nur ein enges Zeitfenster.
Ein Wettlauf gegen den Kalender ist in Washington zwar nichts Ungewöhnliches, beim CLARITY Act ist der Zeitdruck jedoch besonders groß. Entscheidend ist, dass die Senatsführung überhaupt ausreichend Plenumszeit für die Abstimmung einräumt. Senatorin Cynthia Lummis hat den Entwurf als Weichenstellung für das globale Finanzsystem beschrieben: die USA entweder als Anführer des nächsten Finanzsystems oder als Zuschauer. Kein kleiner Anspruch.
Das Gesetz hat bereits eine Etappe hinter sich
Das Repräsentantenhaus hat H.R. 3633 im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen verabschiedet. Der Bankenausschuss des Senats leitete den Entwurf mit einem überparteilichen Ergebnis von 15 zu 9 an das Plenum weiter. Der Inhalt umfasst ein regulatorisches Rahmenwerk für digitale Vermögenswerte, mit Regeln zu Börsen, Kundenvermögen, Offenlegungspflichten sowie einer klaren Aufgabenteilung zwischen CFTC und SEC.
Rutscht das Gesetz in den Herbst, bleibt der Markt weiter ohne verbindliche föderale Regeln. Registrierungswege, Emittenten-Offenlegungen, Schutzvorkehrungen für Kundenvermögen und Behördenzuständigkeiten bleiben dann ungeklärt. Für Börsen und Token-Emittenten ändert sich vorerst nichts.
Was das für Krypto-Investments bedeuten könnte
Eine Abstimmung vor dem 7. August wäre ein starkes Signal für den gesamten Krypto-Sektor. Unternehmen wie Coinbase, die seit Jahren auf klare Regulierung warten, könnten bei einem positiven Votum einen spürbaren Impuls erhalten. Der Grund ist einfach: Rechtssicherheit senkt das Risiko, und niedrigeres Risiko zieht institutionelles Kapital an. Bleibt das Gesetz liegen, dürfte der Markt die Unsicherheit weiter einpreisen. Das wäre für Krypto-Assets kurzfristig belastend.
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