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GameStop-Aktie: Diese Rechnung muss einfach aufgehen!

Neue Zahlen
Die GameStop-Aktie dümpelt seit der gescheiterten eBay-Übernahme zwischen 18 und 19 US$ auf und ab. Können die Quartalszahlen dem Computerspielhändler neuen Schwung verleihen und ist die Aktie auf diesem Kursniveau einen Kauf wert?

Umsatz hui, Ergebnis pfui

Die gestern vorgelegten Zahlen von GameStop lassen sich mit folgenden Worten zusammenfassen: Umsatz pfui, Ergebnis hui.

Der Umsatz der Videospielkette ging im abgelaufenen zweiten Quartal um satte 18,7% gegenüber dem Vorjahr auf 790,2 Millionen US$ zurück, übertraf damit jedoch die Erwartungen der Wall Street, die bei 756,9 Millionen US$ lagen. Hauptgründe für den Rückgang waren Filialschließungen, der Verkauf des Frankreich-Geschäfts sowie das Fehlen des starken Vorjahreseffekts durch den Launch der Nintendo Switch 2.

Im Produktsortiment von GameStop zeichnet sich bereits seit geraumer Zeit eine massive Verschiebung ab. Das Segment Collectibles (Sammelkarten, Spielzeug, Merchandise) legte um 57% auf 356,3 Millionen US$ zu und macht nun bereits 45,1% des Gesamtumsatzes aus. Der klassische Verkauf von Konsolen und Videospielen fiel dagegen deutlich ab.

Beim Ergebnis konnte GameStop hingegen eine sehr positive Entwicklung zeigen. Das operative Ergebnis betrug im abgelaufenen Vierteljahr 160,2 Millionen US$. Das war der höchste operative Gewinn in einem zweiten Quartal in der Unternehmensgeschichte.

Der Nettogewinn verdoppelte sich auf Jahressicht nahezu auf 298,7 Millionen US$, was einen Gewinn je Aktie von 0,51 US$ entspricht. Im Vorjahr lagen die EPS noch bei 0,31 US$.

Der Gewinn wurde jedoch massiv durch die Beteiligung an eBay gestützt. GameStop hielt zum Quartalsende rund 43,4 Millionen eBay-Aktien im Gesamtwert von etwa 4,90 Milliarden US$. Die Kursgewinne und Buchgewinne aus Derivaten trugen wesentlich zum Nettoüberschuss bei.

Angesichts der starken operativen Entwicklung hab das GameStop-Management die Prognose für das bereinigte EBITDA von zuvor „über 600 Millionen US$“ auf „über 650 Millionen US$“ an.

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Charttechnisch brenzlig

Die GameStop-Aktie befindet sich nach wie vor in einer charttechnisch brenzligen Situation. Erst Ende August fiel sie auf ein neues 2-Jahrestief bei 17,90 US$.

Eine nachhaltige Erholung ist ihr bislang noch nicht gelungen. Auch die Quartalszahlen scheinen GameStop keinen frischen Wind bringen zu können. Es steht zu befürchten, dass das Mehrjahrestief in den kommenden Tagen erneut getestet wird.

Was passiert nun mit eBay?

Im Mai machte GameStop ein unaufgefordertes Angebot für eBay im Wert von 125 US$ je Aktie, was damals einer Gesamtbewertung von rund 56 Millionen US$ entsprach. Finanziert werden sollte die Übernahme von Goliath durch David je zur Hälfte aus Cash und GameStop-Aktien.

Der eBay-Verwaltungsrat lehnte dieses Übernahmeangebot jedoch mit der Begründung ab, es sei nicht attraktiv bzw. nicht glaubwürdig. In den darauffolgenden Wochen hat GameStop seine Beteiligung an eBay massiv ausgebaut. Zuletzt hielt die Videospielkette rund 43,4 Millionen Aktien der Online-Handelsplattform, was rund 9,8% des Unternehmens entspricht.

Jüngsten Medienberichten zufolge erwägt GameStop-Chef Cohen, die vollständige Übernahme aufzugeben und stattdessen eine strategische Partnerschaft bzw. ein Joint Venture mit eBay anzustreben. Dabei könnte GameStop seine rund 1.600 US-Filialen für das Collectibles-/Trading-Card-Geschäft von eBay einsetzen. Beide Unternehmen haben zu den entsprechenden Berichten noch nicht offiziell Stellung genommen.

Diese Bewertung geht nicht auf

Spannend ist die eBay-Beteiligung von GameStop nicht nur in strategischer, sondern auch in finanzieller Hinsicht. Das eBay-Aktienpaket besitzt derzeit einen Wert von rund 4,9 Milliarden US$.

Hinzu kommen liquide Mittel und Wertpapiere in Höhe von 5,1 Milliarden US$. Zieht man die Finanzverbindlichkeiten von 2,8 Milliarden US$ ab, liegt die Netto-Cash-Position bei 2,3 Milliarden US$.

An der Börse ist GameStop aktuell allerdings nur mit 8,5 Milliarden US$ bewertet. Das bedeutet, dass der Markt dem operativen Geschäft der Einzelhandelskette lediglich einen Wert von 1,3 Milliarden US$ beimisst.

Ich kann diese niedrige Bewertung überhaupt nicht nachvollziehen. GameStop hat inzwischen bewiesen, dass es wieder Geld verdienen kann. Der Umsatzrückgang bei Videospielen kann zwar noch nicht durch das Wachstum im Bereich Collectibles ausgeglichen werden. Beim Ergebnis ist das allerdings schon der Fall. Das Unternehmen schreibt operativ schwarze Zahlen. Einen Grund, dem operativen Geschäft einen so niedrigen Wert beizumessen, sehe ich deshalb nicht.

Zum Abschluss: Weitere Aktienempfehlungen, bei denen wir noch Potenzial bis zum Jahresende sehen, findest Du in unseren Top-Picks 2026. Schau mal rein!

ℹ️ GameStop in Kürze

  • GameStop (WKN: A0HGDX) ist eine US-Einzelhandelskette für Computerspiele und Unterhaltungssoftware.
  • Die Kette betreibt weltweit mehr als 4.400 Filialen in Australien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, Neuseeland und den USA.
  • Das Unternehmen mit Sitz in Grapevine im US-Bundesstaat Texas ist an der Börse derzeit rund 8,5 Milliarden US$ wert.

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Fazit

Vor diesem Hintergrund empfehle ich die GameStop-Aktie auf dem aktuellen Kursniveau zum Kauf. Sie ist meiner Einschätzung nach zu niedrig bewertet.

Im Klartext: Würde man heute bei GameStop den Schlüssel umdrehen und das Unternehmen liquidieren, würden Aktionäre fast den gesamten Börsenwert bekommen. Diese Rechnung wird die Börse irgendwann korrigieren müssen.