Deutz-Aktie: Auf zu neuen Ufern?
Massiver Ausbau des Rüstungsgeschäfts
Seit Beginn des Ukraine-Krieges hat der Konzern seine Rüstungsaktivitäten deutlich ausgebaut. Mit der Einführung des Sondervermögens und der damit verbundenen Aufrüstung vieler NATO-Staaten wurde dieser Ausbau zusätzlich forciert.
Mit der Übernahme der FFG (Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft) gewinnt das Rüstungsgeschäft eine neue Dimension innerhalb der Konzernstruktur.
Die FFG ist ein Hersteller von gepanzerten Ketten- und Radfahrzeugen. Neben der Produktion spielen auch die Instandhaltung und Modernisierung der Fahrzeuge eine wichtige Rolle.
Die FFG beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 760 Millionen €. Durch die Aufrüstung vieler NATO-Staaten verfügt das Unternehmen über einen Auftragsbestand, der ein Vielfaches des Jahresumsatzes beträgt.
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Neuer Ankeraktionär
Die bisherige Eigentümerfamilie der FFG wird im Zuge der Übernahme mit einem Anteil von 29,9% zugleich zum größten Aktionär von DEUTZ. Als Ankeraktionär verleiht die Beteiligung dem Konzern eine gewisse Stabilität.
Eine Übernahme von DEUTZ ist ohne Zustimmung des neuen Großaktionärs damit praktisch nicht möglich.
Zweistelliges Wachstum erzielt
Die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr fiel deutlich besser aus als im Vorjahreszeitraum. Sowohl der Umsatz als auch der Ertrag konnten spürbar gesteigert werden.
Der Konzernumsatz erhöhte sich um 10,7% auf 1,12 Milliarden €. Getragen wurde das Wachstum vor allem von der hohen Nachfrage in den Bereichen Engines, Service und Energy.
Noch besser entwickelte sich das operative Ergebnis. Das EBIT vor Sondereffekten stieg um 43% auf 80 Millionen €. Hier machte sich insbesondere das Effizienzprogramm „Future Fit“ im Engines-Segment bemerkbar. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 5,5 auf 7,1%.
Damit zeigen die Halbjahreszahlen, dass der strategische Umbau zunehmend Wirkung zeigt. DEUTZ wächst nicht nur beim Umsatz, sondern verbessert gleichzeitig seine Profitabilität.
Jahresprognose bestätigt
Für das laufende Geschäftsjahr hält DEUTZ an seiner Prognose fest. Erwartet wird weiterhin ein Konzernumsatz von 2,3 bis 2,5 Milliarden € sowie eine EBIT-Marge von 6,5 bis 8%.
Noch interessanter ist jedoch der mittelfristige Ausblick. Bis 2030 will DEUTZ einen Umsatz von 4 Milliarden € und eine EBIT-Marge von 10% erreichen.
Bewertung
Die Übernahme der FFG bringt den bisherigen Motorenkonzern deutlich voran. Mit dem massiven Ausbau des Rüstungsgeschäfts wird die Abhängigkeit vom zyklischen Motorengeschäft verringert.
Unabhängig von der Übernahme unterzieht sich DEUTZ einem Restrukturierungsprozess. Ziel ist es, die Profitabilität weiter zu verbessern. Erste Erfolge sind bei der Ertragslage bereits sichtbar.
Die Einbeziehung der FFG-Zahlen wird sich allerdings erst im nächsten Geschäftsjahr vollständig in den Konzernzahlen zeigen.
ℹ️ Deutz in Kürze
- Die Deutz AG (WKN: 630500) mit Hauptsitz in Köln ist einer der weltweit führenden unabhängigen Hersteller von Antriebssystemen. Das Unternehmen entwickelt und produziert sowohl Diesel- und Gasmotoren als auch Wasserstoff- und Elektromotoren.
- Neben dem Hauptsitz in Köln gibt es weitere 4 Produktionsstandorte. Über 13 Vertriebsgesellschaften arbeitet das Unternehmen mit rund 800 Partnern in 130 Ländern zusammen.
- Deutz ist Mitglied im MDAX und an der Börse etwa 2 Milliarden € wert.
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