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IonQ-Aktie: Nvidia, NATO – jetzt 60 US$?

Starke News
Vincent Uhr
IonQ rückt mit seinem neuen Quantencomputer bei Nvidia ins Zentrum eines der wichtigsten Forschungsprojekte der Branche. Gleichzeitig erklärt die NATO Quantentechnologien zu einem strategischen Schwerpunkt. Die Aktie notiert bei rund 43,60 US$, während Bank of America ein Kursziel von 60 US$ ausruft. Doch die entscheidende Frage lautet: Rechtfertigen die Chancen bereits eine Bewertung von 16 Milliarden US$?

Nvidia liefert wertvolle Bestätigung

IonQs neuer Superion 256 soll 2027 als erster Quantenprozessor im Nvidia Accelerated Quantum Research Center installiert werden. Dort wird das System über Nvidias NVQLink direkt mit einem GB200-NVL72-Supercomputer verbunden. Die CUDA-Q-Plattform soll anschließend klassische Berechnungen, künstliche Intelligenz und Quantenprozesse koordinieren.

Für IonQ ist das eine wichtige technologische Referenz. Nvidia entscheidet sich zwar nicht exklusiv für dessen Hardware, stellt sie aber in den Mittelpunkt der eigenen Quantenforschung. Gemeinsam sollen unter anderem Anwendungen für Finanzmodelle, Materialforschung und die Entwicklung neuer Medikamente untersucht werden.

Einen unmittelbar großen Umsatzsprung garantiert die Zusammenarbeit jedoch nicht. IonQ hat weder einen Auftragswert veröffentlicht noch eine Abnahme größerer Stückzahlen vereinbart. Zunächst handelt es sich vor allem um ein Forschungsprojekt, das die technische Glaubwürdigkeit erhöht.

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Die NATO öffnet einen weiteren Zukunftsmarkt

Zusätzlichen Rückenwind liefert die neue Quanten-Roadmap der NATO. Das Bündnis will Quantencomputer, sichere Kommunikation und Quantensensoren schneller erproben und später in militärische Systeme integrieren. Bis Ende 2027 soll unter anderem ein Konzept für ein gemeinsames Quantencomputer-Zugangsnetz entstehen.

IonQ könnte davon profitieren. Durch mehrere Übernahmen verfügt der Konzern inzwischen über Technologien für Quantencomputing, Netzwerke, Sensorik, Verschlüsselung und Satellitenanwendungen. Zudem bestehen bereits Beziehungen zu amerikanischen Verteidigungs- und Sicherheitsbehörden.

Die NATO-Roadmap enthält allerdings keinen konkreten Auftrag für IonQ. Sie schafft einen potenziellen Markt, aber noch keinen gesicherten Umsatz. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf der Identifikation geeigneter Anwendungen, technischen Tests und der Entwicklung gemeinsamer Standards.

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Die Bewertung verlangt gewaltige Fortschritte

IonQ will 2026 ein System mit bis zu 256 physischen und 12 fehlerkorrigierten logischen Qubits demonstrieren. Bereits 2027 sollen daraus 10.000 physische und 800 logische Qubits werden. Für 2030 nennt die Roadmap sogar 2 Millionen physische und 80.000 logische Qubits.

Gelingt dieser Technologiesprung, könnte IonQ tatsächlich zu einem wichtigen Infrastrukturanbieter der Quantenindustrie aufsteigen. Das Risiko liegt jedoch in der gewaltigen Lücke zwischen dem heutigen Entwicklungsstand und den versprochenen Systemen.

Im zweiten Quartal erhöhte sich der Umsatz um 287% auf 80,1 Millionen US$. Gleichzeitig entstand ein bereinigter EBITDA-Verlust von 120,3 Millionen US$. Für 2026 erwartet IonQ inzwischen Erlöse von 450 bis 460 Millionen US$, wobei der kräftige Anstieg gegenüber der vorherigen Prognose vor allem aus der Übernahme des Chipproduzenten SkyWater resultiert.

Gemessen am Börsenwert wird IonQ damit zum rund 35-Fachen des erwarteten Jahresumsatzes gehandelt. Bank of Americas Kursziel von 60 US$ verspricht zwar etwa 38% Potenzial, setzt aber weitere technische Erfolge und starkes Wachstum voraus.

ℹ️ IonQ in Kürze

  • IonQ (WKN: A3C4QT) ist ein 2015 gegründetes Quantencomputerunternehmen mit Sitz in College Park im US-Bundesstaat Maryland.
  • Das Unternehmen entwickelt einen Allzweckquantencomputer auf Basis von Ionen als Qubits, die mit elektromagnetischen Feldern gefangen und manipuliert werden.
  • Diese Computerarchitektur hat nach Ansicht einiger Experten eine Reihe von Vorteilen, wie eine höhere Genauigkeit, eine größere Skalierbarkeit, eine bessere Vorhersagbarkeit und eine längere Kohärenzzeit.
  • Die IonQ-Aktie notiert an der New York Stock Exchange und hat eine Marktkapitalisierung von aktuell rund 17,4 Milliarden US$.

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Vincent Uhr

Fazit

Nvidia und die NATO stärken IonQs langfristige Wachstumsstory, liefern aber noch keine Garantie für ein profitables Milliardengeschäft. Angesichts der extremen Bewertung bleibt die Aktie eine hochspekulative Zukunftswette. Nach der jüngsten Euphorie würde ich nicht hinterherlaufen und für einen Einstieg auf einen deutlicheren Rücksetzer warten.