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Deutsche Telekom

Deutsche Telekom-Aktie: Hält die Unterstützung stand?

Downgrade mit Folgen
Konrad Speckmaier
Ein Analystenhaus hat der Deutschen Telekom deutlich das Vertrauen entzogen und Kursziel wie Einstufung kräftig gesenkt. Grund ist vor allem die alte Fusionsspekulation rund um die US-Tochter T-Mobile US, die den Anlegern wieder Sorgen bereitet. Charttechnisch steht die Aktie derweil genau an der Marke, die über die nächste Richtung entscheidet.

Downgrade trifft auf Verwässerungssorgen

Belastet wurde der Kurs von einer Herabstufung durch Bernstein. Die Analysten kappten ihr Kursziel von 37,00 auf 28,10 € und stuften die Aktie von Outperform auf Market Perform zurück. Sie verweisen auf anhaltende Unsicherheit rund um die US-Tochter T-Mobile US sowie auf zunehmenden Wettbewerbsdruck im deutschen Heimatmarkt. Konkret rechnet Bernstein vor, dass eine mögliche Komplettübernahme der verbleibenden T-Mobile-US-Anteile mit einer Prämie von 20% die Bonner Altaktionäre um bis zu 11% verwässern könnte. Erst im Sommer war ein entsprechender Fusionsplan am Widerstand des T-Mobile-US-Managements und an regulatorischen Bedenken in den USA gescheitert. Dennoch hält sich die Spekulation hartnäckig. Der Hedgefonds Elliott hat Anfang September eigens eine Beteiligung an der Deutschen Telekom aufgebaut, um sich gegen eine erneute Fusion zu stellen.

Operativ zeigt sich derweil ein gemischtes Bild im Breitbandgeschäft. Im zweiten Quartal verlor der Konzern rund 20.000 klassische Breitbandkunden, dafür kamen 161.000 neue Glasfaseranschlüsse hinzu. Nicht alle Häuser sehen das Risiko so drastisch wie Bernstein. Deutsche Bank und Goldman Sachs taxieren die Aktie weiterhin auf 40 €, UBS auf 36,20 €. Nur JPMorgan liegt mit 27,50 € nahe an Bernsteins neuer Einschätzung. Immerhin treibt der Konzern parallel sein Aktienrückkaufprogramm voran, das im August um bis zu 3 Milliarden € auf insgesamt bis zu 5 Milliarden € für 2026 aufgestockt wurde. Allein in der vergangenen Woche kaufte die Telekom rund 3,29 Millionen eigene Aktien zurück. Bei T-Mobile US selbst lief es zuletzt besser. Der Mobilfunker erhöhte seine Quartalsdividende um +15% auf 1,17 US$ je Aktie.

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Der Chart-Check

Quelle Chart: Tradingview

Die Deutsche Telekom hat es nicht geschafft, die Widerstandszone zwischen 29,30 und 29,80 € sowie die darüberliegende Trendlinie zu überschreiten. Stattdessen kam es zu erneuter Abweisung und der Markt notiert nun wieder an der Unterstützungszone zwischen 25,70 und 26,40 €. An dieser Marke dürfte sich die nächste Richtung entscheiden. Der Bereich fungiert nun als Unterstützung und sollte auch so behandelt werden.

Solange sich der Kurs über der Zone hält und dort vielleicht sogar konsolidiert, kann sich daraus eine Chance ergeben. Das erste Ziel auf der Oberseite wäre das offene GAP zwischen 27,70 und 28,30 €, was von der Mitte der Unterstützungszone aus gerechnet rund +8,8% entsprechen würde. Das läge auch in der Nähe der Trendlinie. Das nächste Ziel auf der Oberseite wäre dann erneut die Widerstandszone. Bricht der Markt dagegen unter das aktuelle Niveau, spricht das für eine Fortsetzung der Schwäche. Dann dürfte er die letzten Tiefs und den Supportbereich aus Juli bei 23,60 bis 24,10 € anlaufen.

ℹ️ Deutsche Telekom in Kürze

  • Die Deutsche Telekom (WKN: 555750) gehört zu den weltweit führenden Konzernen für Telekommunikations- und Informationstechnologie. Die Leistungen sind sehr breit gefächert, von der Breitbanktelefonie, Mobilfunk sowie TV oder komplexe ICT-Lösungen bietet der Konzern alles aus einer Hand an.
  • Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bonn ist weltweit in 50 Ländern tätig. Mit der Tochter T-Mobile US gehört es zu den führenden Telekommunikationsanbietern in den USA.
  • Die Marktkapitalisierung der im DAX gelisteten Aktie beträgt rund 126 Milliarden €.

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Konrad Speckmaier

Fazit

Aktuell deutet sich im Chart eine Long-Chance an. Entscheidend ist die Reaktion an der Unterstützungszone und ob hier ausreichend Käufer auftreten. Ist das der Fall, wäre das erste Ziel das GAP zwischen 27,70 und 28,30 € zusammen mit der Trendlinie – im zweiten Schritt dann die Widerstandszone bei 29,30 bis 29,80 €. Rutscht der Kurs dagegen nachhaltig unter die Unterstützung, wird es auf der Long-Seite eng. Dann dürfte es weiter Richtung der Juli-Tiefs bei 23,60 bis 24,10 € gehen.

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