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Bayer-Aktie: Wird dieser Glyphosat-Termin jetzt zum Wendepunkt?

Milliardenrisiko könnte sinken
Bei Bayer rückt heute mal wieder das Thema in den Mittelpunkt, das die Aktie seit Jahren begleitet. In Missouri wird über den geplanten 7,25-Milliarden-US$-Vergleich zu den Roundup-Klagen verhandelt. Für Bayer wäre eine finale Zustimmung ein ziemlich großer Schritt, denn damit könnte bei einem der teuersten Altlasten aus der Monsanto-Übernahme endlich etwas mehr Ruhe reinkommen.

Beim Roundup-Vergleich steht heute viel auf dem Spiel

Der geplante Vergleich soll rund 65.000 Klagen abdecken, in denen Betroffene behaupten, durch Roundup an Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt zu sein. Vorgesehen sind Entschädigungen zwischen 10.000 und 165.000 US$, abhängig unter anderem von Alter, Krankheitsverlauf und Art der Nutzung.

Ganz durch ist die Sache allerdings noch nicht. Einige Klägeranwälte halten den Vergleich für zu niedrig und kritisieren, dass Betroffene dadurch stärker in ein festes System gedrängt werden. Richter Timothy Boyer prüft deshalb heute, ob die Vereinbarung fair genug ist. Eine Entscheidung muss nicht direkt am selben Tag fallen.

Für Bayer wäre eine Zustimmung trotzdem enorm wichtig. Die Roundup-Klagen hängen seit der Monsanto-Übernahme 2018 wie ein dauerhafter Abschlag über der Aktie. Jede weitere juristische Unsicherheit kostet Vertrauen, während ein klarer Weg aus den Verfahren zumindest einen Teil dieses Risikos aus der Bewertung nehmen könnte.

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Bayer hat juristisch zuletzt schon Rückenwind bekommen

Ganz aus dem Nichts kommt die Hoffnung auf eine Einigung nicht. Ende Juni hatte der US Supreme Court in einem zentralen Roundup-Fall zugunsten von Monsanto entschieden. Das Gericht stellte klar, dass bestimmte Klagen wegen fehlender Warnhinweise auf Ebene einzelner Bundesstaaten durch Bundesrecht ausgeschlossen werden können, wenn die US-Umweltbehörde EPA zuvor eine klare Sicherheitsbewertung abgegeben hat.

Ende August kam dann noch ein weiterer Punkt dazu. Ein Bundesberufungsgericht wies den Versuch einiger Gegner des Vergleichs zurück, das Verfahren wieder vor ein Bundesgericht zu ziehen. Damit blieb die Entscheidung beim zuständigen Gericht in Missouri und der Weg zur heutigen Anhörung frei.

Für Bayer heißt das zwar noch nicht, dass das Kapitel Roundup endgültig erledigt ist. Die juristische Lage sieht aber deutlich besser aus als noch vor einigen Monaten und deshalb bekommt der heutige Termin so viel Aufmerksamkeit.

Analysten trauen der Aktie trotzdem noch einiges zu

Auch bei den Analysten bleibt die Stimmung überwiegend freundlich. Barclays sieht die Bayer-Aktie aktuell bei 70 €, Goldman Sachs bei 63,50 €, UBS bei 62 €, JPMorgan bei 61 € und die Deutsche Bank bei 60 €. Jefferies ist mit 46 €deutlich vorsichtiger. Dazu kommt noch eine neue strategische Geschichte aus Abu Dhabi.

Über das Abu Dhabi Investment Office wird derzeit eine Zusammenarbeit mit Bayer in den Bereichen Gesundheit, Life Sciences und Ernährungssicherheit geprüft. Für die Aktie ist das heute zwar nicht das Hauptthema, zeigt aber, dass Bayer neben den juristischen Baustellen weiter versucht, neue Wachstumsfelder aufzubauen.

ℹ️ Bayer in Kürze

  • Die Bayer AG ist einer der weltgrößten Chemie- und Pharmakonzerne. Der Konzern ist in drei Geschäftsbereiche untergliedert: Pharmaceuticals (rezeptpflichtige Arzneimittel), Consumer Health (rezeptfreie Medikamente) und Crop Science (Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung).
  • Bayer hat seine Konzernzentrale in Leverkusen und unterhält weltweit Niederlassungen.
  • Das Unternehmen ist im DAX gelistet. An der Börse wird es aktuell mit 47,32 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Bei Bayer hängt heute viel am Roundup-Termin in Missouri. Eine finale Zustimmung zum 7,25-Milliarden-US$-Vergleich würde nicht alle Probleme auf einen Schlag lösen, könnte aber einen großen Teil der jahrelangen Rechtsunsicherheit deutlich kleiner machen. Weil sich die Aktie zuletzt wieder etwas gefangen hat, könnte der Gerichtstermin jetzt umso mehr Bewegung reinbringen.