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Apple-Aktie: Friedensschluss mit Musk – kommt jetzt Grok?

Neue Chancen für den iPhone-Konzern
Vincent Uhr
Elon Musks Unternehmen X und SpaceXAI haben ihren Rechtsstreit mit Apple überraschend beigelegt. Ob hinter den Kulissen auch über eine Integration des KI-Modells Grok gesprochen wurde, ist nicht bekannt. Für Apple wäre eine Öffnung gegenüber weiteren KI-Anbietern dennoch strategisch interessant: Der Konzern könnte Siri zur zentralen Schnittstelle für verschiedene Sprachmodelle machen, ohne jeden technologischen Entwicklungsschritt selbst finanzieren zu müssen.

Ein Grok-Deal ist bislang reine Spekulation

Musk hatte Apple und OpenAI vorgeworfen, durch die Integration von ChatGPT in Apple Intelligence den Wettbewerb im Markt für KI-Assistenten einzuschränken. Nun zogen X und SpaceXAI ihre Ansprüche gegen Apple zurück. Die Klage gegen OpenAI wird dagegen fortgesetzt.

Die Gerichtsunterlagen nennen weder einen Grund noch mögliche Bedingungen der Einigung. Selbst OpenAI erklärte, an den Gesprächen nicht beteiligt gewesen zu sein und die Vereinbarung nicht zu kennen. Aus dem Ende des Rechtsstreits lässt sich daher noch kein Grok-Deal ableiten.

Der Friedensschluss beseitigt jedoch ein Hindernis für eine mögliche Zusammenarbeit. Apple hatte stets betont, dass die ChatGPT-Integration nicht exklusiv sei. Technisch und strategisch bleibt die Tür für Grok, Googles Gemini oder andere Modelle damit offen.

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Apple könnte die KI-Anbieter gegeneinander ausspielen

Apple besitzt mit seiner gewaltigen installierten Gerätebasis einen Vorteil, den kein Entwickler eines Sprachmodells einfach nachbauen kann. Wer direkt über Siri Milliarden potenzieller Nutzer erreicht, erhält einen attraktiven Vertriebsweg. Apple könnte diese Position nutzen, um mehrere KI-Anbieter einzubinden und jeweils das am besten geeignete Modell für eine bestimmte Aufgabe auszuwählen.

Damit würde sich der Konzern weniger von einem einzelnen Partner abhängig machen. Gleichzeitig könnte Apple einen Teil der enormen Kosten für Training und Betrieb leistungsfähiger Modelle bei OpenAI, SpaceXAI oder Alphabet belassen. Die eigene Kontrolle über Betriebssystem, Benutzeroberfläche und Kundenzugang bliebe trotzdem erhalten.

Ein Grok-Einsatz wäre allerdings nicht risikolos. Apple positioniert seine Produkte stark über Datenschutz, Verlässlichkeit und die Kontrolle des Nutzererlebnisses. Ein externes Modell müsste diese Anforderungen erfüllen, damit Fehler oder problematische Antworten nicht auf die Marke Apple zurückfallen.

Kurzfristig besitzt die Einigung ohnehin kaum finanzielle Bedeutung. Sie eröffnet Apple vor allem zusätzliche strategische Optionen. Erst eine konkrete Integration samt Informationen über Umsatzbeteiligungen oder Nutzungsentgelte ließe sich seriös bewerten.

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Die hohe Bewertung verlangt echte KI-Fortschritte

Das bestehende Geschäft entwickelt sich weiterhin stark. Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz um 16% auf 109,4 Milliarden US$, während der Gewinn je Aktie um 29% auf 2,02 US$ zulegte. iPhone, Mac und Services erreichten jeweils neue Rekordumsätze für ein Juni-Quartal.

Die ausgewiesenen Zahlen wurden allerdings durch Erstattungen bereits gezahlter Zölle begünstigt. Ohne diesen Effekt wäre die Bruttomarge rund zwei Prozentpunkte niedriger ausgefallen. Auch der Gewinn je Aktie profitierte davon mit 0,11 US$.

Bei einem Aktienkurs von rund 333 US$ wird Apple mittlerweile mit einem KGV von etwa 38 bewertet. Das durchschnittliche Analystenziel liegt dagegen nur bei ungefähr 325 US$. Der Markt setzt somit bereits voraus, dass Apple sein zweistelliges Wachstum fortsetzt und seine bisherige KI-Schwäche dauerhaft überwindet.

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Vincent Uhr

Fazit

Die Einigung mit Musk ist ein positives strategisches Signal, aber noch kein Beleg für eine Grok-Integration. Angesichts der starken Geschäftszahlen bleibt die Apple-Aktie ein hochwertiger Langfristwert. Bei den momentan hohen Bewertungen würde ich aber eher einen Fuß in die Tür stellen und nachkaufen, wenn die Bewertung günstiger wird.

ℹ️ Apple in Kürze

  • Apple (WKN: 865985) mit Sitz im kalifornischen Cupertino ist ein US-Technologiekonzern, der Hardware wie Smartphones, Notebooks, Tablets und Unterhaltungselektronik sowie Betriebssysteme und Anwendungssoftware entwickelt und vertreibt.
  • Darüber hinaus betreibt der Konzern ein Online-Portal für den Vertrieb von Filmen, Musik und Software.
  • Apple ist Mitglied in allen drei US-Leitindizes Dow Jones Industrial, Nasdaq 100 und S&P 500 und mit einer Marktkapitalisierung von ca. 4,86 Billionen US$ ist Apple derzeit das drittwertvollste Unternehmen der Welt.