Bitcoin: Haben die Bullen versagt?
Institutionelle Anleger ziehen Kapital ab
Die Stimmung am Kryptomarkt bleibt angespannt. Neben der allgemeinen Risikoaversion an den Finanzmärkten belasten vor allem die jüngsten Kapitalabflüsse aus den US-Spot-Bitcoin-ETFs. Allein am Freitag wurden netto rund 412 Millionen US$ abgezogen, wobei der iShares Bitcoin Trust von BlackRock mit Abflüssen von etwa 403 Millionen US$ besonders hervorstach. Insgesamt summierten sich die Mittelabzüge in der ersten Novemberwoche auf rund 1,28 Milliarden US$. Von einer breiten Rückkehr institutioneller Käufer kann daher derzeit keine Rede sein.
Bemerkenswert bleibt dennoch, dass Bitcoin trotz dieses Gegenwinds bisher keinen vergleichbaren Kurseinbruch wie einige der zuletzt besonders schwachen Technologiewerte verzeichnete. Allerdings sollte diese relative Widerstandsfähigkeit nicht mit tatsächlicher Stärke verwechselt werden. Schließlich hat die Kryptowährung seit dem Rekordhoch vom Oktober 2025 ebenfalls erheblich an Wert verloren. Die historisch oftmals freundliche November-Saisonalität liefert zwar weiterhin ein unterstützendes Argument, doch ohne steigende Kurse und eine wieder anziehende Nachfrage bleibt sie lediglich ein statistischer Hoffnungsträger.
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Quelle: stock3
Die zuletzt favorisierte Aufwärtsbewegung ist bislang ausgeblieben, dennoch bleibt das konstruktive Szenario grundsätzlich möglich. Nach dem Rückfall unter 76.650 US$ rückt nun die Unterstützung bei 75.285 US$ in den Mittelpunkt. Solange diese verteidigt wird, besteht weiterhin die Chance auf eine Stabilisierung mit anschließendem Anstieg. Zunächst müssten die Käufer allerdings die Marken von 76.650 und 78.617 US$ zurückerobern. Darüber würde sich der Weg bis zur Widerstandszone zwischen 81.294 und 83.695 US$ öffnen. Ein nachhaltiger Ausbruch über diesen Bereich könnte schließlich eine stärkere Erholung in Richtung 85.577 bis 86.663 US$ ermöglichen. Die Bullen stehen somit unter Zugzwang, denn ohne eine zeitnahe Rückeroberung der genannten Widerstände dürfte die jüngste Seitwärts- und Abwärtsbewegung anhalten.
Das alternative Szenario gewinnt dagegen an Bedeutung, sobald die Unterstützung bei 75.285 US$ nachhaltig unterschritten wird. In diesem Fall wäre mit weiteren Abgaben bis 73.666 US$ zu rechnen. Darunter könnte sich die Korrektur bis zur ansteigenden Trendlinie im Bereich von rund 71.000 US$ ausdehnen. Auch die breite Unterstützungszone zwischen 67.011 und 70.000 US$ wäre dann wieder ein Thema. Ein solcher Rückgang würde die bisherige relative Stabilität deutlich infrage stellen und die Hoffnung auf eine zeitnahe Fortsetzung der Sommererholung erheblich schwächen. Umso wichtiger erscheint die Verteidigung der aktuellen Kursregion.
Interessenkonflikt: Der Autor hält Bitcoin. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, Bitcoin – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.
ℹ️ Bitcoin in Kürze
- Bitcoin (BTCUSD) ist die erste und größte Kryptowährung, dient primär als digitales, knappes Wertaufbewahrungsmittel und wird häufig als „digitales Gold“ bezeichnet.
- Die Kryptowährung basiert auf einem dezentral organisierten Buchungssystem, bei dem Zahlungen kryptografisch legitimiert und über ein Peer-to-Peer-Netzwerk (P2P) abgewickelt werden.
- Diese dezentrale Datenbank ist die sogenannte Blockchain.
- Der aktuelle Preis von Bitcoin liegt bei etwa 80.250 US$ und einer Marktkapitalisierung von rund 1,52 Billionen US$.
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Fazit
Die Bullen haben ihre Chance bislang nicht genutzt, endgültig gescheitert sind sie jedoch weiterhin nicht. Trotz der schwachen Kursdynamik bleibt eine Erholung in Richtung 82.290 und anschließend 85.577 US$ möglich. Voraussetzung ist allerdings, dass die Unterstützung bei 75.285 US$ hält und zeitnah neue Kaufimpulse folgen. Unterhalb dieser Marke würde sich das technische Bild weiter eintrüben und eine Korrektur bis mindestens 73.666 US$ wahrscheinlich werden. Für Neueinstiege erscheint es deshalb sinnvoll, zunächst eine bestätigte Stabilisierung abzuwarten.
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