SpaceX-Aktie fällt nach US-Midterms: Drohen Elon Musk jetzt größere Probleme?
Die SpaceX-Aktie gerät nach den US-Midterms deutlich unter Druck. Der Wahlsieg der Demokraten könnte für Elon Musks Unternehmen neue Probleme mit sich bringen. Besonders die geplante Expansion im KI-Bereich und eine mögliche Fusion mit Tesla stehen nun im Fokus.
US-Midterms belasten die SpaceX-Aktie
Während sich die US-Aktienmärkte am Mittwoch kräftig erholten, ging es für die SpaceX-Aktie deutlich nach unten. Am Ende verlor die Aktie rund 3,8 % und schloss bei 135,92 US-Dollar. Auch Tesla gab um mehr als 3 % nach. Der Auslöser für die schlechte Stimmung dürfte vor allem das Ergebnis der US-Midterms vom 3. November gewesen sein.
Die Demokraten haben sich bei den Zwischenwahlen die Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus gesichert. Für Elon Musk ist das ein Rückschlag, nachdem er im Wahlkampf mehrere Hundert Millionen US-Dollar für die Unterstützung republikanischer Kandidaten ausgegeben hatte. Auch in Texas, wo große Teile seines Unternehmensimperiums angesiedelt sind, mussten die Republikaner überraschend deutliche Niederlagen hinnehmen.
Dort gewann der Demokrat James Talarico die Senatswahl, während Gina Hinojosa zur neuen Gouverneurin gewählt wurde. Damit verändert sich die politische Lage ausgerechnet in einem Bundesstaat, der für SpaceX und Tesla eine große Rolle spielt. Anleger befürchten nun, dass neue Vorschriften und eine stärkere politische Kontrolle die Expansionspläne von Musk erschweren könnten.
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Neue Probleme beim Ausbau der KI-Infrastruktur?
Auch beim Ausbau der KI-Rechenzentren könnte SpaceX durch die US-Midterms Probleme bekommen. Die neu gewählte Gouverneurin von Texas, Gina Hinojosa, hatte sich im Wahlkampf für einen vorübergehenden Stopp neuer Genehmigungen ausgesprochen. Sie möchte strengere Regeln für den Strom- und Wasserverbrauch einführen und verhindern, dass die Kosten für neue Rechenzentren am Ende bei den Verbrauchern landen.
Für SpaceX kommt das zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Das Unternehmen plant den Bau weiterer großer KI-Rechenzentren in Texas und möchte seine Rechenkapazitäten deutlich ausbauen. Ein solches Projekt könnte durch neue Vorschriften teurer werden oder sich verzögern. Zwar waren bereits unter dem bisherigen Gouverneur Greg Abbott Genehmigungen vorübergehend ausgesetzt worden, Hinojosa möchte die Einschränkungen aber bis zur Verabschiedung neuer Schutzgesetze beibehalten.
Auch die mögliche Tesla-Fusion gerät in den Fokus
Hinzu kommt die geplante Annäherung zwischen SpaceX und Tesla. Elon Musk hatte erst im Oktober bestätigt, dass beide Unternehmen eine mögliche Fusion prüfen. Dafür wurden bereits unabhängige Sonderausschüsse eingesetzt, die sich mit den Bedingungen eines Zusammenschlusses beschäftigen.
Durch den Wahlsieg der Demokraten könnte das Vorhaben nun komplizierter werden. Der Kongress kann eine Fusion zwar nicht direkt verhindern, durch zusätzliche Untersuchungen und politische Anhörungen aber für Verzögerungen sorgen. Auch die zuständigen Wettbewerbsbehörden dürften einen Zusammenschluss dieser Größenordnung genau prüfen.
Für Anleger ist das durchaus relevant. An der Börse gibt es hohe Erwartungen an eine engere Zusammenarbeit zwischen SpaceX und Tesla, etwa bei künstlicher Intelligenz, Robotik und neuer Infrastruktur. Sollte sich die mögliche Fusion verzögern oder sogar scheitern, könnte das für weitere Enttäuschungen sorgen.
Ob es tatsächlich zu einem Zusammenschluss kommt, ist bislang ohnehin offen. Musk selbst hat zwar Interesse signalisiert, konkrete Bedingungen wurden aber noch nicht vereinbart.
KI-Geschäft sorgt bei SpaceX für enormes Wachstum
Trotz der politischen Unsicherheit läuft das Geschäft von SpaceX weiterhin auf Hochtouren. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 161 % auf 14,6 Milliarden US-Dollar. Den größten Anteil daran hatte inzwischen das KI-Geschäft, das mit rund 7,6 Milliarden US-Dollar erstmals mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes ausmachte. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Wachstum von rund 830 %. Auch das Satellitennetzwerk Starlink entwickelte sich mit einem Umsatzplus von 69 % weiterhin stark.
Auch Morgan Stanley sieht großes Potenzial und hat seine Prognosen für SpaceX zuletzt deutlich angehoben. Analyst Adam Jonas rechnet für die kommenden Jahre inzwischen mit wesentlich höheren Umsätzen und Gewinnen.
Einen positiven jährlichen freien Cashflow könnte SpaceX demnach früher erreichen als bislang angenommen. Die hohen Investitionen und mögliche Einschränkungen beim Bau neuer Rechenzentren bleiben allerdings ein Risiko.
ℹ️ SpaceX in Kürze
- SpaceX ist ein führendes privates Raumfahrtunternehmen mit dem Ziel, die Raumfahrt durch kostengünstige Raketen zu revolutionieren. Mittlerweile sind viele Raketenteile wiederverwendbar, somit wurde die Raumfahrt wesentlich preiswertet.
- Das Unternehmen wurde 2002 von Elon Musk gegründet und entwickelte sich zu einem der führenden Weltraumunternehmen der Welt. Der Konzern gliedert sich in die Sparten Raumfahrt, und Satelliten, verbunden mit Starlink sowie neuerdings in die KI-Sparte xAI.
- Die Aktie wird an der Nasdaq gelistet. Der Unternehmenswert liegt bei etwa 1,86 Billionen US$.
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Fazit
Ich glaube, dass die US-Midterms für SpaceX durchaus ein Thema sind, das man im Auge behalten sollte. Die neuen politischen Mehrheiten könnten den Ausbau der KI-Infrastruktur erschweren und zusätzliche Kosten verursachen. Wie groß die Auswirkungen tatsächlich werden, muss sich allerdings erst zeigen. Trotzdem bleibe ich für SpaceX langfristig optimistisch. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die USA den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur ernsthaft ausbremsen wollen, während der Wettbewerb mit China immer intensiver wird. Dafür ist das Thema inzwischen wirtschaftlich und strategisch zu wichtig. Nach dem jüngsten Kursrückgang könnte die Aktie deshalb wieder interessanter werden, auch wenn die politischen Risiken nicht ganz vom Tisch sind.