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Tesla-Aktie -4%: Wird Washington jetzt vom Freund zum Feind?

Demokratischer Erdrutschsieg
Mit einem Kursverlust von -4% ist die Tesla-Aktie am Mittwochmorgen gemeinsam mit SpaceX der große Verlierer im Nasdaq 100-Index. Warum werden die beiden Unternehmen von Elon Musk heute an der Börse abgestraft und wie sollten Anleger mit dem Kursverlust von Tesla umgehen?

Erdrutschsieg der Demokraten

Der Auslöser des heutigen Kursrückgangs der Tesla-Aktie ist politischer Natur. Bei den gestern stattgefundenen Mid-term Wahlen in den USA haben die Demokraten einen großen Wahlsieg errungen. Sie errangen nicht nur die Mehrheit der Abgeordneten im Repräsentantenhaus, sondern stellen fortan auch die Mehrheit der Senatoren.

Durch diese Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses vergrößert sich die politische Gestaltungsmacht der Demokraten in Washington erheblich. Sie werden in den verbliebenen zwei Jahren der Politik von US-Präsident Trump viele Steine in den Weg legen.

Was hat das mit Tesla zu tun?

Tesla-Chef Musk und US-Präsident Trump sind bekanntermaßen freundschaftlich verbunden. Musk unterstützt Trump seit jeher und „erkauft“ sich damit den Wohlwollen des Präsidenten in Form einer Tesla-freundlichen Wirtschaftspolitik.

Diese „Freundlichkeit“ könnte sich unter den Demokraten ändern. Sie könnten gleich in vierfacher Weise negativ auf Tesla einwirken:

Zum Ersten über eine strengere Regulierung autonomer Fahrzeuge und Robotaxis. Zum Zweiten über eine geringere politische Unterstützung für bestimmte Technologie- und Energieprojekte. Zum Dritten über mögliche Einschränkungen bei der Steuervergünstigung von Elektroautos. Und zum Vierten über erhöhten politischen Druck auf Elon Musk persönlich und seine Unternehmen.

Das ist wenig überzeugend

Zuletzt konnte Tesla mit seinen Zahlen wenig überzeugen. Die Auslieferungen des Autobauers aus seiner Gigafactory in Shanghai sanken im Oktober um fast 30% gegenüber dem Vormonat. Das ist problematisch, weil China einer der wichtigsten Absatzmärkte für Tesla ist und der Wettbewerb mit heimischen Herstellern offenbar starken Spuren bei den Amerikanern hinterlässt.

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Zugleich kündigte Tesla vor wenigen Tagen eine Drosselung seiner für 2026 vorgesehenen Investitionen von über 25 auf rund 20 Milliarden US$ an. Das sorgte für Zweifel am Tempo der KI- und Robotikstrategie des Konzerns. Da ein Großteil der Bewertung der Tesla-Aktie auf dem Erfolg von Robotaxis, Optimus-Robotern und KI basiert, wird eine Capex-Reduzierung vom Markt kritisch gesehen.

Und nicht zuletzt ist die Unsicherheit an der Börse groß, ob und zu welchen Details Tesla mit SpaceX fusionieren könnte. Struktur, Zeitplan und Konditionen eines möglichen Zusammengehens der beiden Musk-Konzerne sind bis heute völlig offen.

Wieder unter 400 US$

Nachdem die Tesla-Aktie in den letzten drei Monaten von 300 auf knapp über 400 US$ geklettert ist, befindet sie sich seit einigen Tagen im Rückwärtsgang und fällt heute wieder deutlich unter die 400 US$-Marke. Einen Abwärtstrend würde ich daraus noch nicht ableiten, aber weitere Kurssteigerungen erwarte ich mangels positiver Katalysatoren nicht.

Die Bewertung bleibt völlig absurd

Die direkten Auswirkungen der demokratischen Herrschaft über den US-Kongress auf Tesla werden sich meiner Meinung nach in Grenzen halten. Deshalb halte ich den heutigen Kursrückgang der Tesla-Aktie für überzogen.

Genauso überzogen ist allerdings meiner Überzeugung nach immer noch die Bewertung von Elon Musks Auto- und Technologiekonzern. Die Tesla-Aktie wird mit einem Forward-KGV von über 160 gehandelt. Im Klartext: Die Börse hat nicht alle Tassen im Schrank, was die Bewertung von Tesla betrifft — und das bereits seit vielen Jahren.

Tesla wird 2026 und 2027 voraussichtlich mit knapp 15% wachsen. Das Gewinnwachstum dürfte in diesem Jahr deutlich unter und im kommenden Jahr deutlich über dem Umsatzwachstum liegen. Beides rechtfertigt in keiner Weise eine so hohe Bewertung.

Elon Musk weiß seit vielen Jahren, dass man mit dem Bau von Autos nicht viel Geld verdienen kann. Viel zu groß ist der internationale Wettbewerb in der Automobilindustrie.

Deshalb setzt der Tesla-Chef voll und ganz auf eine Zukunft mit selbstfahrenden Taxis und humanoiden Robotern. Aber von dieser Zukunft ist bis heute so gut wie nichts zu sehen. Die Cybercabs von Tesla sind nur in ein paar Städten in ausgewählten Gebieten unterwegs und die Roboter des Konzerns arbeiten an ein paar Fließbändern in den Autofabriken. Das war’s dann auch schon mit der Zukunft von Tesla.

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ℹ️ Tesla in Kürze

  • Der 2003 gegründete US-Autohersteller mit Hauptsitz in Austin im US-Bundesstaat Texas ist derzeit der weltweit zweitgrößte Hersteller von Elektroautos. Neben Fahrzeugen stellt Tesla (WKN: A1CX3T) auch Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen her.
  • Die Fahrzeuge und teilweise auch die Batterien werden in Gigafactories genannten Großfabriken produziert. Derzeit betreibt Tesla Gigafactories in den USA, Deutschland und China.
  • Tesla ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500. Der Unternehmenswert liegt aktuell bei rund 1,60 Billionen US$.

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Fazit

Angesichts der völlig absurden Bewertung der Tesla-Aktie kann ich Anlegern nur von einem Investment abraten. Seit Jahren verspricht Elon Musk das Blaue vom Himmel und hält doch so gut wie nichts ein.

Was bei einer möglichen Fusion mit SpaceX herauskommt, kann ich derzeit nicht vorhersehen. Ich würde nicht darauf setzen, dass SpaceX Tesla für eine hohe Kaufprämie erwirbt.