AMD-Aktie +7%: Feiern die Bullen nun ihr großes Comeback?
Rechenzentren werden zum Wachstumsturbo
Der Umsatz kletterte im dritten Quartal um 45% auf 13,38 Milliarden US$. Analysten hatten lediglich 13,08 Milliarden US$ erwartet. Noch beeindruckender fiel die Gewinnentwicklung aus: Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 2,09 US$ nach 1,20 US$ im Vorjahreszeitraum. Die Schätzungen lagen bei 1,95 US$. Gleichzeitig verbesserte sich die bereinigte operative Marge von 24 auf 29%.
Hauptverantwortlich dafür ist das Data-Center-Geschäft. Der Umsatz der Sparte schoss um 97% auf 8,55 Mrd. US$ nach oben. Damit erwirtschaftet AMD inzwischen rund 64% seiner Erlöse mit Rechenzentren. Das Geschäft mit klassischen PC-Prozessoren wuchs dagegen lediglich um 7%, während Gaming einen Rückgang von 40% verkraften musste.
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Starke Aussichten für Q4 und darüber hinaus
Besonders spannend ist für mich der Ausblick. AMD rechnet im vierten Quartal mit rund 17 Mrd. US$ Umsatz, plus/minus 3%. Das wäre ein Wachstum von knapp 65% gegenüber dem Vorjahreszeitraum und liegt deutlich über den bisherigen Markterwartungen. Auch die bereinigte Bruttomarge soll mit rund 55% auf einem hohen Niveau bleiben.
Gleichzeitig bleiben die hohen Investitionen ein Thema: Der freie Cashflow fiel zuletzt um 64% auf 554 Millionen US$.
Analysten bleiben konstruktiv – Bewertung bleibt anspruchsvoll
Die Zahlen sorgen auch bei vielen Analysten für positive Reaktionen. JPMorgan hob das Kursziel von 550 auf 575 US$ an, Goldman Sachs bestätigte die Kaufempfehlung mit einem Ziel von 675 US$. HSBC bleibt mit „Hold“ und 500 US$ dagegen deutlich zurückhaltender. Am bullischsten gestimmt bleiben die Experten von Baird mit einem Kursziel von 1.250 US$.
Während die Wachstumsperspektiven überzeugen, bereitet die Bewertung weiterhin ein paar Kopfzerbrechen. Denn mit einem erwarteten KGV von etwa 38 ist AMD alles andere als günstig. Das hohe Bewertungsniveau verlangt nach anhaltend kräftigem Wachstum. Doch genau dafür liefert das Unternehmen momentan überzeugende Argumente. Der Umsatz wächst rasant, die Margen verbessern sich und das Rechenzentrumsgeschäft gewinnt immer mehr Gewicht. Für mich ist deshalb entscheidend, dass AMD seine ambitionierten Prognosen auch tatsächlich in steigende Gewinne ummünzen kann.
Charttechnik: 50-Tage-Linie als nächste Hürde
Charttechnisch bietet sich nun eine spannende Ausgangslage. Nach dem Rekordhoch bei 658,52 US$ Anfang Oktober war die Aktie i Sog des schwachen Halbleitermarktes um rund -30% zurückgekommen. Der vorbörsliche Kurssprung könnte jetzt den Weg in das am Freitag entstandene Downside-Gap ebnen. Innerhalb dieser Kurslücke wartet allerdings bei 548,70 US$ die 50-Tage-Linie als entscheidender Widerstand.
Gelingt der Sprung darüber, dürfte sich das Chartbild deutlich aufhellen. In diesem Fall rückt das Oktober-Hoch bei 658,52 US$ wieder in Reichweite. Scheitert AMD dagegen an der gleitenden Durchschnittslinie, wäre zunächst mit einer Konsolidierung zu rechnen.
Midterms und Saisonalität als zusätzliche Kurstreiber
Auch das übergeordnete Umfeld könnte sich nun wieder aufhellen. Nach dem Erfolg der Demokraten bei den US-Midterms zeichnet sich eine politische Blockade zwischen Kongress und Präsident Trump ab. Historisch reagieren die Aktienmärkte auf solche Wahlausgänge häufig positiv: BlackRock ermittelte seit 1970 für die sechs Monate nach Midterm-Wahlen ein durchschnittliches Plus von +14,1% beim S&P 500.
ℹ️ Advanced Micro Devices in Kürze
- Advanced Micro Devices (AMD) mit Hauptsitz in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien entwickelt und vertreibt Mikroprozessoren, Chipsätze und System-on-a-Chip-Lösungen.
- Eine eigene Fabrikationsstätte hat das Unternehmen seit der Ausgründung der eigentlichen Halbleiterherstellung im Jahr 2009 in Globalfoundries nicht mehr.
- AMD ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und hat eine Marktkapitalisierung von rund 790 Milliarden US$.
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Fazit
Ich sehe AMD nach diesen Zahlen wieder deutlich bullischer. Der Konzern beweist, dass er im KI-Wettrennen mehr als nur ein Herausforderer ist. Die Kombination aus explodierendem Rechenzentrumsgeschäft, beschleunigtem Umsatzwachstum und starken Perspektiven für 2027 liefert eine überzeugende Grundlage für steigende Kurse. Natürlich bleibt die Bewertung ambitioniert und das aktuelle Marktumfeld von Unsicherheiten geprägt. Doch wenn der Markt die Korrektur hinter sich lässt, könnte AMD meines Erachtens zu den größten Profiteuren einer möglichen Jahresendrallye gehören.
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