TRATON-Aktie: Abwärtstrend geht weiter – jetzt schon einsteigen?
Solide Geschäftszahlen vorgelegt
Nach dem verhaltenen Jahresstart entwickelte sich das Geschäft zunehmend besser. Das zeigt auch der am 28. Oktober veröffentlichte Neunmonatsbericht.
Der Umsatz verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3% auf 33,3 Milliarden €. Hierzu trugen ein um 3% gesteigerter Absatz von rund 230.400 Fahrzeugen sowie das wachsende Servicegeschäft bei.
Das bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich überproportional um 13% auf 2,3 Milliarden €. Die daraus resultierende bereinigte operative Rendite erhöhte sich von 6,3 auf 6,9%.
Wichtige Ertragstreiber waren das margenstarke Servicegeschäft und TRATON Financial Services. Während die Erlöse im Bereich Vehicle Services um 4% stiegen, legte TRATON Financial Services sogar um 19% zu. Gegenläufig wirkten höhere Zoll- und Rohmaterialkosten.
Allerdings ist zu beachten, dass das ausgewiesene operative Ergebnis ohne Bereinigungen mit 1,73 Milliarden € nahezu auf Vorjahresniveau lag. Die Verbesserung zeigt sich somit vor allem in der bereinigten Betrachtung.
Insgesamt fielen die Zahlen für die ersten neun Monate solide aus. Die Unternehmensführung betonte zudem, dass das Geschäft im dritten Quartal deutlich an Dynamik gewonnen habe.
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Auftragseingang deutlich gestiegen
Besonders erfreulich entwickelte sich der Auftragseingang. Dieser erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 25% auf 253.100 Fahrzeuge. Bei den Lkw betrug der Zuwachs sogar 28%. Bei den Bussen verbesserte sich der Auftragseingang um 11%.
Regional fielen die LKW-Bestellungen unterschiedlich aus. In Europa stieg der Auftragseingang bei Lkw um 7%. In Deutschland war er auf Sicht der ersten neun Monate noch um 3% rückläufig, im dritten Quartal wurde jedoch ein Plus von 9% erreicht.
Besonders stark entwickelte sich Nordamerika. Dort verdoppelte sich der Auftragseingang nahezu und lag mit einem Zuwachs von 105% deutlich über dem Vorjahreswert. Auch im Raum Asien-Pazifik war mit 55% ein kräftiger Anstieg zu verzeichnen.
Damit liegt der Auftragseingang deutlich über dem Fahrzeugabsatz. Das sogenannte Book-to-Bill-Verhältnis erreichte 1,1 und verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreswert von 0,9. Das ist ein positives Signal für die künftige Auslastung.
Auch bei den batterieelektrischen Fahrzeugen gab es Fortschritte. Der Absatz elektrischer Lkw stieg von 646 auf 1.389 Fahrzeuge. Das Wachstum ist beachtlich, allerdings ist das absolute Absatzniveau weiterhin relativ niedrig.
Jahresprognose bestätigt
Im Hinblick auf die bisherige Geschäftsentwicklung bestätigte der Konzern seine Jahreserwartungen.
Beim Umsatz und Absatz wird weiterhin mit einer Veränderung gegenüber dem Vorjahr zwischen 0 und +7% gerechnet. Für die bereinigte operative Rendite der gesamten TRATON GROUP erwartet das Management eine Bandbreite von 6,3 bis 7,3%, im Vorjahr lag sie bei 6,3%. Die bisher erreichte Konzernrendite von 6,9% liegt somit bereits innerhalb der angestrebten Bandbreite.
Für das vierte Quartal geht das Management von einer weiterhin positiven Geschäftsentwicklung aus. Der hohe Auftragseingang der vergangenen Quartale soll sich zunehmend im Fahrzeugabsatz niederschlagen. Insbesondere in Nordamerika wird mit einer weiteren Belebung gerechnet.
Bewertung
Die Geschäftszahlen der ersten neun Monate sind insgesamt erfreulich. Vor allem die Entwicklung des Auftragseingangs spricht dafür, dass sich die Nachfrage in wichtigen Märkten wieder erholt.
Positiv ist auch, dass TRATON nicht nur vom Fahrzeuggeschäft profitiert. Das wachsende Servicegeschäft und die Finanzdienstleistungen tragen zunehmend zur Stabilisierung der Ertragslage bei.
Allerdings bleibt die Lage in der Nutzfahrzeugbranche angespannt. Die Nachfrage ist regional sehr unterschiedlich, während hohe Zölle und Rohstoffkosten die Margen belasten. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten und die Gefahr einer schwächeren Konjunktur.
Auch der starke Auftragseingang sollte nicht überbewertet werden. Entscheidend ist, dass sich die Bestellungen tatsächlich in profitable Auslieferungen umwandeln lassen.
ℹ️ Traton in Kürze
- Die Traton SE (WKN: TRATON) ist eine Tochtergesellschaft der Volkswagen AG. In ihr sind die Nutzfahrzeugmarken des VW-Konzerns gebündelt, hierzu gehören bedeutende Marken wie MAN, Scania und Navistar. Das Angebot umfasst leichte Nutzfahrzeuge, Lkw und Busse.
- Der Konzern unterhält neben dem Hauptsitz in München weltweite 28 Produktionsstätten in 14 Ländern. Niederlassungen und Produktionsstätten.
- Die Aktie ist im MDAX gelistet. Die Marktkapitalisierung beträgt ca. 16 Milliarden €.
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Fazit
TRATON hat mit dem Neunmonatsbericht solide Geschäftszahlen vorgelegt. Umsatz und bereinigtes operatives Ergebnis sind gestiegen, besonders erfreulich entwickelte sich der Auftragseingang. Die Nachfrage scheint sich in wichtigen Märkten zu erholen.
Für einen Einstieg halte ich es dennoch noch zu früh. Charttechnisch befindet sich die Aktie weiterhin in einem ausgeprägten Abwärtstrend. Erst wenn sich eine stabile Bodenbildung abzeichnet, würde ich einen Einstieg in Betracht ziehen.
Für den mittelfristigen Kursverlauf sind das vierte Quartal und die Prognose für das Geschäftsjahr 2027 entscheidend.
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