Bayer-Aktie nach Gerichtssieg – ist der Bann gebrochen?
Bayer gewinnt erneut vor Gericht – Glyphosat-Streit vor der Wende?
Bayer hat im US-Bundesstaat Missouri einen weiteren wichtigen Prozess rund um den Unkrautvernichter Roundup gewonnen. Eine Geschworenenjury entschied einstimmig zugunsten der Tochtergesellschaft Monsanto und wies die Klagen von drei Frauen ab, die ihre Krebserkrankungen auf das glyphosathaltige Produkt zurückgeführt hatten.
Bereits im Juni hatte der Oberste Gerichtshof der USA eine für Bayer wichtige Entscheidung getroffen. Dabei ging es um die Frage, ob das Unternehmen wegen fehlender Krebswarnungen auf seinen Produkten verklagt werden kann, obwohl die amerikanische Umweltbehörde EPA solche Hinweise nicht vorgeschrieben hatte. Die Richter stellten sich damals auf die Seite von Monsanto und schränkten damit eine wichtige Grundlage zahlreicher Klagen ein.
Im jüngsten Verfahren versuchten die Klägerinnen deshalb, mit anderen Vorwürfen gegen den Konzern vorzugehen. Sie argumentierten unter anderem, dass Roundup fehlerhaft entwickelt worden sei und Monsanto die Verbraucher getäuscht habe. Doch auch diese Anschuldigungen konnten die Geschworenen nicht überzeugen, womit Bayer nun einen weiteren Erfolg verbuchen konnte.
Damit verbessert sich zumindest die rechtliche Ausgangslage des Konzerns, denn ähnliche Vorwürfe spielen auch in anderen Verfahren eine Rolle. Eine Garantie für weitere Siege ist das Urteil zwar nicht, allerdings könnte es Klägern künftig schwerer fallen, mit vergleichbaren Argumenten erfolgreich gegen Monsanto vorzugehen.
Ganz erledigt ist die Angelegenheit damit noch lange nicht. In den USA sind weiterhin zahlreiche Glyphosat-Klagen anhängig, weshalb Bayer parallel versucht, einen großen Teil der Verfahren durch einen umfassenden Vergleich beizulegen. Dafür sind Zahlungen von insgesamt bis zu 7,25 Milliarden US$ über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren vorgesehen. Die endgültige Zustimmung des zuständigen Gerichts steht bislang noch aus. An der Börse kam der jüngste Erfolg jedenfalls hervorragend an. Innerhalb von zwei Handelstagen hat die Aktie damit fast +10% gewonnen.
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Analysten sehen weiteres Potenzial für die Bayer-Aktie
Auch bei den Analysten kam der jüngste Gerichtserfolg gut an. JPMorgan bestätigte am Freitag seine positive Einschätzung und hält weiterhin an einem Kursziel von 61 € fest. Gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag wäre damit noch ein Anstieg von rund +21% möglich.
Analyst Richard Vosser sieht in dem Urteil einen weiteren Fortschritt beim Versuch, die Glyphosat-Klagen einzudämmen. Schließlich konnte sich Bayer nun auch in einem Verfahren durchsetzen, bei dem andere rechtliche Vorwürfe im Mittelpunkt standen.
Etwas vorsichtiger bleibt Jefferies. Die Investmentbank bezeichnete den Gerichtserfolg zwar ebenfalls als ermutigend, hält aber an ihrer Halteempfehlung und einem Kursziel von 46 € fest. Hier wartet man zunächst auf die gerichtliche Entscheidung über den geplanten Glyphosat-Vergleich.
Für Anleger steht außerdem bereits der nächste Termin an. Am 3. November veröffentlicht Bayer seine Quartalszahlen und gibt damit einen neuen Einblick in das Pharma- und Agrargeschäft. Nach dem jüngsten Kursanstieg könnten gute Ergebnisse der Aktie weiteren Auftrieb geben.
ℹ️ Bayer in Kürze
- Die Bayer AG ist einer der weltgrößten Chemie- und Pharmakonzerne. Der Konzern ist in drei Geschäftsbereiche untergliedert: Pharmaceuticals (rezeptpflichtige Arzneimittel), Consumer Health (rezeptfreie Medikamente) und Crop Science (Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung).
- Bayer hat seine Konzernzentrale in Leverkusen und unterhält weltweit Niederlassungen.
- Bayer ist im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 gelistet. An der Börse wird der Konzern aktuell mit ca. 49 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Die jüngsten Gerichtserfolge machen Hoffnung, dass Bayer die jahrelangen Glyphosat-Probleme langsam besser in den Griff bekommt. Auch einige Analysten trauen der Aktie trotz des kräftigen Kursanstiegs noch weitere Gewinne zu. Neue Impulse könnten nun die Quartalszahlen am 3. November und die ausstehende Entscheidung über den Glyphosat-Vergleich liefern. Sollte Bayer auch hier gute Nachrichten präsentieren, könnte das der Aktie weiteren Auftrieb geben. Nach dem jüngsten Anstieg sind zwischenzeitliche Gewinnmitnahmen allerdings ebenfalls möglich.
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