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Bayer-Aktie: Kommt bald ein neues 3-Jahreshoch?

Eine extrem gute Nachricht
Die Bayer-Aktie verspürt wieder starken Aufwind. Nachdem es mit dem Kurs des deutschen Pharma- und Chemiekonzerns bereits in den letzten fünf Handelstagen um +9% nach oben gegangen ist, setzen die Leverkusener auch am Freitagvormittag ihren Aufwärtstrend mit einem Plus von +4% fort. Was gibt Bayer dieser Tage so viel Rückenwind und können Anleger mit einem baldigen neuen 3-Jahreshoch rechnen?

Ein extrem wichtiges Urteil

Der jüngste Anstieg der Bayer-Aktie hat vor allem einen Grund: Bayer hat einen wichtigen Glyphosat-Prozess in den USA gewonnen. Das könnte die milliardenschweren Rechtsrisiken des Konzerns deutlich reduzieren.

Am gestrigen Donnerstag hat eine Jury in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri in einem weiteren Prozess einstimmig zugunsten von Bayer entschieden. Auch in diesem Gerichtsverfahren hatten die Kläger behauptet, ihr Krebsleiden sei durch das Unkrautvernichtungsmittel Roundup (Glyphosat) verursacht worden.

Allerdings verfolgten sie diesmal eine andere Argumentationslinie. Im Juni hatte der Supreme Court der USA entschieden, dass Bayer aufgrund fehlender Warnhinweise auf mögliche Krebsrisiken auf den Roundup-Packungen nicht mehr in einzelnen Bundesstaaten verklagt werden kann. Das Bundesrecht der USA schloss diese Argumentation auf Ebene der Bundesstaaten aus.

Deshalb versuchten es die Kläger diesmal mit einer Kombination aus einem angeblichen Konstruktionsfehler des Produkts, vorsätzlicher Täuschung und Nachlässigkeit. Aber auch diese Argumenten wies die Jury in St. Louis zurück.

Für Bayer ist das ein extrem relevantes Gerichtsurteil, da es möglicherweise allen Glyphosat-Klagen in den USA vollständig den Wind aus den Segeln nimmt. Kläger und ihre Anwälte werden es sich gut überlegen müssen, mit welchen Argumenten sie überhaupt noch einen Sieg gegen den deutschen Konzern vor Gericht erzielen wollen. Das erhöht die Chancen, dass sich die Kläger final mit Bayer in einem Vergleich einigen wollen, deutlich.

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Positive Nachrichten aus der Pharmasparte

Neben dem so wichtigen Gerichtsurteil aus den USA sorgten auch positive Nachrichten aus der Pharmasparte für gute Stimmung bei Bayer. Auf dem renommierten ESMO-Kongress wurden überzeugende Zwischenergebnisse der großen Phase-III-Studie DASL-HiCaP zum Krebsmedikament Nubeqa (Darolutamid) vorgestellt.

Die Kombination aus Nubeqa, Hormonentzug und Bestrahlung konnte das Risiko für Metastasen oder den Tod bei Patienten mit lokalisiertem Prostatakrebs und sehr hohem Rückfallrisiko um 58% gegenüber der Placebogruppe senken. Nach einem Zeitraum von vier Jahren waren in der Nubeqa-Gruppe rund 95% der Patienten frei von Metastasen. Dies eröffnet dem bereits etablierten Medikament die Aussicht auf eine wertvolle, lukrative Indikationserweiterung.

Flankierend zu den Studiendaten sorgte zudem die behördliche Zulassung des Wirkstoffs Asundexian in China zur Vorbeugung von erneuten Schlaganfällen für positive Impulse in der Pharmasparte. Die Zulassung ist strategisch wichtig, weil Bayer damit einen möglichen Nachfolger für den älteren Gerinnungshemmer Xarelto aufbauen kann.

Geht's jetzt Richtung 60 €?

Die Bayer-Aktie klettert zum Wochenschluss zeitweise über die Marke von 50 € und damit fast auf ein neues 3-Monatshoch bei 50,80 €. Zum Anfang Juli aufgestellten 3-Jahreshoch bei 53,20 € ist es nur noch ein Katzensprung. Ein Durchbruch würde sogar Kurse von 57 bis 60 € möglich machen.

Alles schon eingepreist

Trotz dieser geballten guten Nachrichten sehe ich aktuell kein weiteres Upside mehr in der Bayer-Aktie. Meiner Meinung nach ist ein für die Deutschen vorteilhafter Glyphosat-Vergleich in den USA nun bereits in den Aktienkurs eingepreist.

Das aktuelle Forward-KGV von 15 lässt sich meines Erachtens nicht anders rechtfertigen. Bayer ist schließlich ein Konzern, der nicht mehr wächst und auch bei der Marge praktisch kein Potenzial hat.

Zudem muss die Pharmasparte für Erfolge sorgen, um wegbrechende Umsätze von Blockbustern aufgrund des Auslaufs von Patenten zu kompensieren. Wir sprechen hier also nicht über zusätzlichen Umsatz, sondern nur über die Kompensation von sowieso erodierenden Erlösen.

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ℹ️ Bayer in Kürze

  • Die Bayer AG ist einer der weltgrößten Chemie- und Pharmakonzerne. Der Konzern ist in drei Geschäftsbereiche untergliedert: Pharmaceuticals (rezeptpflichtige Arzneimittel), Consumer Health (rezeptfreie Medikamente) und Crop Science (Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung).
  • Bayer hat seine Konzernzentrale in Leverkusen und unterhält weltweit Niederlassungen.
  • Bayer ist im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 gelistet. An der Börse wird der Konzern aktuell mit ca. 49 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Ich rate Anlegern deshalb, auf dem aktuellen Kursniveau nicht mehr in die Bayer-Aktie zu investieren. Die Bewertung preist meiner Einschätzung nach bereits alle guten juristischen und entwicklungstechnischen Nachrichten mehr als zu 100% ein. Ein Upside sehen ich vor diesem Hintergrund nicht mehr.