CoreWeave-Aktie +19%: Ist das nur ein Strohfeuer?
KI-Fantasie trifft auf Schuldenproblematik
Fundamental bleibt CoreWeave eine der spannendsten, aber auch risikoreichsten Wetten auf den globalen KI-Infrastrukturboom. Erst kürzlich beschäftigte sich die Redaktion unter „CoreWeave-Aktie: Darum könnten +30% erst der Anfang sein“ mit den erheblichen Kursschwankungen und den Chancen auf eine größere Erholung. Für neuen Optimismus sorgte zuletzt insbesondere Goldman Sachs. Die US-Investmentbank stufte die Aktie am 19. Oktober auf „Buy“ hoch und verwies auf die weiterhin knappen Rechenkapazitäten sowie die technologische Wettbewerbsposition des Unternehmens. Tatsächlich wächst die Nachfrage nach leistungsfähiger KI-Infrastruktur ungebrochen, was CoreWeave grundsätzlich zugutekommen dürfte.
Allerdings wird die expansive Wachstumsstrategie zunehmend kritisch betrachtet. Mit Schuldenverpflichtungen in zweistelliger Milliardenhöhe und hohen Finanzierungskosten steht die Wirtschaftlichkeit der milliardenschweren Rechenzentrumsinvestitionen auf dem Prüfstand. Zuletzt sorgten entsprechende Sorgen für erhebliche Kursverluste bei zahlreichen sogenannten Neocloud-Anbietern. Immerhin treibt CoreWeave seine internationale Expansion weiter voran und kündigte erst gestern zusätzliche Rechenkapazitäten in Dänemark sowie den Aufbau eines globalen Netzwerk-Backbones an. Neue Erkenntnisse zur operativen Entwicklung dürfte der Quartalsbericht am 10. November liefern. Bis dahin bleibt die Frage, ob das außergewöhnliche Umsatzwachstum die hohen Kapitalanforderungen langfristig rechtfertigen kann.
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Zur Signallage

Quelle: stock3
Die technische Ausgangslage bleibt trotz des kräftigen Kursanstiegs angespannt. Nachdem CoreWeave zunächst die Unterstützung bei 79,03 US$ verloren hatte, beschleunigte sich die Abwärtsbewegung und führte den Titel auch unter 65,22 US$. Mit dem jüngsten Verlaufstief bei 51,24 US$ wurde schließlich sogar die darunterliegende Nachfragezone zwischen 54,80 und 56,82 US$ auf Intraday-Basis unterschritten. Die anschließende Käuferreaktion ist zwar konstruktiv, ändert aber noch nichts an der übergeordneten Serie tieferer Hochpunkte. Nach einem möglichen weiteren Vorstoß in Richtung 65,22 US$ rechne ich deshalb zunächst mit einem erneuten Rücksetzer. Besonders die Unterstützung bei 54,80 US$ steht dabei im Fokus. Wird auch diese nachhaltig unterschritten, dürfte sich die Korrektur bis zur nächsten größeren Zielmarke bei 38,49 US$ ausdehnen. Dort wäre nach dem massiven Kursverfall zumindest eine stärkere technische Gegenbewegung denkbar.
Eine nachhaltigere Erholung setzt dagegen voraus, dass CoreWeave zunächst 65,22 US$ zurückerobert und anschließend den Widerstand bei 79,03 US$ überwindet. Erst damit würde sich die kurzfristige Marktstruktur wieder deutlich verbessern. Oberhalb davon wäre weiteres Kurspotenzial bis 94,30 US$ eröffnet, wobei dort zugleich die seit Mai 2025 bestehende Abwärtstrendlinie einen markanten Widerstand bildet. Ein Ausbruch über diese Region könnte anschließend sogar 122,14 US$ wieder auf die Agenda bringen. Solange sich die Aktie allerdings unterhalb der genannten Hürden bewegt, bleibt die laufende Erholung aus meiner Sicht lediglich eine Gegenbewegung innerhalb des dominierenden Abwärtstrends.
ℹ️ CoreWeave in Kürze
- CoreWeave (WKN: A413X6) mit Sitz in Livingstone im US-Bundesstaat New Jersey ist ein 2017 gegründetes KI-Cloud-Computing-Startup.
- Das Unternehmen baut und betreibt Hochleistungsrechenzentren mit einer Cloud-basierten GPU-Infrastruktur.
- Die Kunden von CoreWeave sind im Wesentlichen die Entwickler von KI-Anwendungen, darunter Alphabet, Meta Platforms, Microsoft und OpenAI.
- CoreWeave gab im März 2025 sein Debüt an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist Mitglied im Nasdaq 100-Index. Das Tech-Unternehmen ist ca. 34 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Die CoreWeave-Aktie zeigt nach dem jüngsten Ausverkauf mit rund +19% eine beachtliche Erholung, doch für eine nachhaltige Trendwende reicht dies bislang nicht aus. Unterhalb von 65,22 und insbesondere 79,03 US$ bleibt die technische Ausgangslage kritisch. Eine erneute Verkaufswelle könnte zunächst die Unterstützungszone um 54,80 US$ und darunter sogar das nächste größere Kursziel bei 38,49 US$ aktivieren. Erst oberhalb von 79,03 US$ würden sich die Chancen auf einen umfangreicheren Erholungsimpuls bis 94,30 US$ deutlich verbessern. Bis dahin ist trotz der jüngsten Kaufbereitschaft weiterhin Vorsicht angebracht.
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