Deutsche Pfandbriefbank-Aktie: Knapp über dem Allzeittief – jetzt einsteigen?
Die Risikovorsorge normalisiert sich
Das vergangene Geschäftsjahr war von umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen geprägt. Im Mittelpunkt stand dabei der Rückzug aus dem US-Geschäft. Im ersten Halbjahr 2025 belief sich die Risikovorsorge auf 323 Millionen €. Entsprechend verzeichnete die Bank einen Verlust vor Steuern von 249 Millionen €.
Im ersten Halbjahr 2026 zeigte sich eine deutliche Verbesserung: Die Risikovorsorge sank auf 13 Millionen €, während der Vorsteuergewinn 16 Millionen € erreichte.
Auch das Neugeschäft entwickelte sich positiv. In den ersten sechs Monaten stieg das Volumen von 2,6 Milliarden € im Vorjahreszeitraum auf 3,1 Milliarden €.
Der Aufwärtstrend zeigte sich ebenfalls im Quartalsvergleich. Im ersten Quartal belief sich das Neugeschäft auf 1,3 Milliarden € bei einem Vorsteuergewinn von 6 Millionen €. Im zweiten Quartal stieg das Neugeschäft auf 1,8 Milliarden €, während der Vorsteuergewinn auf 10 Millionen € zulegte.
Kay Wolf, CEO der pbb, erklärte dazu:
In einem anhaltend volatilen Marktumfeld haben wir ein solides Halbjahresergebnis erzielt. Die Geschäftsentwicklung in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres zeigt, dass die Transformation der Bank auf einem guten Weg ist.
Nun wird entscheidend sein, ob sich dieser positive Trend auch im dritten Quartal fortsetzt. Die Veröffentlichung der bestätigten Zahlen ist für den 12. November vorgesehen; vorläufige Ergebnisse könnten bereits im Oktober vorliegen.
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Für das zweite Halbjahr zeigt sich die Bank zuversichtlicher
Für das Gesamtjahr erwartet die pbb inzwischen einen Vorsteuergewinn von 30 bis 40 Millionen €.
Nach dem im ersten Halbjahr erzielten Gewinn von 16 Millionen € müsste das Institut im zweiten Halbjahr weitere 14 bis 24 Millionen € erwirtschaften, um diese Prognose zu erreichen. Da die Bank mit höheren Erträgen in der zweiten Jahreshälfte rechnet, erscheint ein Ergebnis im oberen Bereich der Spanne grundsätzlich möglich. Entscheidend bleibt jedoch, ob sich die erwartete Geschäftsentwicklung tatsächlich materialisiert.
Beim Neugeschäft strebt die pbb für das Gesamtjahr ein Volumen von 7,5 bis 8,5 Milliarden € an. Gemessen an den bislang erreichten 3,1 Milliarden € müsste das Neugeschäft im zweiten Halbjahr somit deutlich anziehen.
Bewertung
Für die weitere Kursentwicklung dürften vor allem die kommenden Quartalsberichte und der Ausblick auf das nächste Geschäftsjahr ausschlaggebend sein. Insbesondere der Bericht zum dritten Quartal könnte wichtige Hinweise darauf liefern, ob die operative Erholung nachhaltig ist.
Der Konzernumbau scheint zunehmend Früchte zu tragen. Die deutlich gesunkene Risikovorsorge, das wachsende Neugeschäft und die Rückkehr in die Gewinnzone sprechen für eine Verbesserung der Geschäftslage. Allerdings bleibt abzuwarten, ob sich diese Entwicklung dauerhaft fortsetzt und die Bank ihre mittelfristigen Ziele erreichen kann.
Die Anleger bleiben vorsichtig, das zeigt sich am bisherigen Kursverlauf.
ℹ️ Deutsche Pfandbriefbank in Kürze
- Die Deutsche Pfandbriefbank, kurz (WKN: 801900) pbb, ist eine führende europäische Spezialbank für die Finanzierung von Immobilien und öffentlichen Investitionen.
- Sie zählt zu den größten Emittenten von Pfandbriefen. Für Privatanleger bietet sie Anlagen in Fest- und Tagesgeld an.
- Das Institut ist an über 10 Standorten in Europa sowie den USA vertreten und hat seinen Hauptsitz in München.
- Die Marktkapitalisierung der im Prime-Standard gelisteten Aktie beträgt aktuell etwa 400 Millionen €.
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Fazit
Aus meiner Sicht bietet das aktuelle Kursniveau wieder interessante Einstiegsmöglichkeiten. Bei einer Fortsetzung der operativen Erholung erscheint zunächst ein Kursziel von 3,60 € realistisch.
Allerdings sollten Anleger die bestehenden Risiken nicht unterschätzen. Die Transformation ist noch nicht vollkommen abgeschlossen. Im Hinblick auf die noch bestehende Vorsicht der Anleger könnte die Anlagestrategie des Tradens hier sinnvoll sein. Ein gradliniger Kursanstieg ist nicht zu erwarten.
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