Ericsson-Aktie +11%: Kann es so weitergehen?
Unerwartet starke Zahlen
Auslöser des heutigen Kurssprungs der Ericsson-Aktie war die Vorstellung der Zahlen für das dritte Quartal. Sie fielen deutlich besser aus als erwartet.
Ericsson steigerte im abgelaufenen Quartal seinen Nettoumsatz um 6% im Vorjahresvergleich auf 59,5 Milliarden SEK. Organisch betrug das Umsatzwachstum sogar 7%. Besonders die wichtigste Sparte für Mobile Networks (Netzwerke) wuchs kräftig um 9% auf 38,7 Milliarden SEK, angetrieben von einer starken Nachfrage und Projektfortschritten in Schlüsselmärkten.
Eine noch positivere Überraschung gelang Ericsson beim Gewinn. Das bereinigte EBITA kletterte auf 10,1 Milliarden SEK. Damit wurde die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 7,93 Milliarden SEK meilenweit übertroffen. Die bereinigte EBITA-Marge verbesserte sich auf solide 17,0%, was zeigt, dass Kostendisziplin und operative Effizienz beim schwedischen Telekommunikationsausrüster greifen.
Mit einer Nettoliquidität von über 60 Milliarden SEK weist Ericsson zudem eine sehr solide Finanzposition aus. Das schafft den Schweden ausreichend Flexibilität beim Rückkauf eigener Aktien. Auch im laufenden Quartal will Ericsson 4,5 bis 4,8 Milliarden SEK durch Aktienrückkäufe an seine Anleger ausschütten.
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Auf dem Weg zum 18-Jahreshoch?
Die Ericsson-Aktie befindet sich seit Ende September in einem steilen Aufwärtstrend, der heute in einem neuen 3-Monatshoch gipfelt. Der nächste Widerstand wartet bei 10,20 €. Sollte auch diese Marke fallen, könnte die Aktie sogar Kurs auf das Jahreshoch, das zugleich ein 18-Jahreshoch darstellt, bei 11,80 € nehmen.
Alles schon eingepreist
Trotz der überraschend guten Quartalszahlen rate ich Anlegern, nicht in die Ericsson-Aktie zu investieren. Mir ist sie in den letzten Monaten bereits zu gut gelaufen und dementsprechend überbewertet.
Das Forward-KGV des Telekom-Hardware-Konzerns liegt bei 15. Das ist mir für ein Unternehmen, das seit 2023 einen rückläufigen Umsatz hat, ein viel zu hoher Wert. Für 2027 gehen Analysten zwar wieder von einem Wachstum aus, das aber mit rund 2% sehr mager ausfallen dürfte.
Die Gewinne von Ericsson sind notorisch volatil und kaum vorhersagbar. Pessimistisch stimmt mich auch der vorsichtige Ausblick des Managements auf künftige Material- und Komponentenkosten. Auch Ericsson machen die hohen Preise für Speicherchips und sonstige Kommunikationshardware zu schaffen.
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ℹ️ Ericsson in Kürze
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- Ericsson (Telefonaktiebolaget LM Ericsson) ist ein weltweit führenden Anbieter von Informationstechnik und Telekommunikationsausrüstung für Mobilfunk- und Festnetzbetreiber.
- Kerngeschäftsfeld ist die Ausstattung von Mobilfunknetzen (Basisstationen, Antennen). Ein Großteil des weltweiten Mobilfunkverkehrs läuft über Technik von Ericsson.
- Ein weiteres Geschäftsfeld von Ericsson ist die Lieferung von Hard- und Software für Cloud-Infrastrukturen.
- Ericsson notiert an der Börse Stockholm und ist ca. 360 Milliarden SEK wert.
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Fazit
Die Kursentwicklung der Ericsson-Aktie hat in den letzten Monaten bereits zu viel Optimismus vorweggenommen. Die Bewertung liegt inzwischen auf einem Niveau, das kaum mehr Upside zulässt.
Demzufolge rate ich Anlegern, nicht mehr in die Ericsson-Aktie zu investieren. Sie bietet kein attraktives Rendite-Risiko-Verhältnis mehr.