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SK Hynix-Aktie: Die Panik zum Kauf nutzen?

-20% in einer Woche
Bei der SK Hynix-Aktie macht sich Panik breit. Nachdem der Kurs des koreanischen Speicherchipherstellers bereits in den letzten fünf Handelstagen um -15% eingebrochen ist, geht er am Dienstagvormittag um weitere -5% den Bach runter. Inzwischen ist die SK Hynix-Aktie wieder für unter 1.000 € zu haben. Was steckt hinter dem massiven Abverkauf und sollten Anleger bei dreistelligen Kursen zuschlagen?

Ein neuer Wettbewerber?

Auslöser des jüngsten Kurseinbruchs der SK Hynix-Aktie war ein ziemlich perfekter Sturm aus einem neuen Wettbewerber und warnenden Stimmen von Branchengrößten. Zuerst zum wichtigsten Kursbelastungsfaktor:

Der chinesische Speicherchiphersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) stellte Pläne vor, noch vor Ende 2026 erste Server-Speicherprodukte (DDR5-RDIMMs) auf Basis einer neuartigen 4F²-Architektur auf den Markt zu bringen.

Bei der 4F²-Struktur wird die Fläche einer Speicherzelle im Vergleich zu herkömmlichen planaren Designs drastisch verkleinert, was eine deutlich höhere Speicherdichte von bis zu +50% auf dem Wafer ermöglicht. Als Kernstück nutzt CXMT dabei eine sogenannte Vertical-Surrounding-Gate-Transistortechnologie.

Mit diesem Schritt drängt CXMT massiv in den wertvollen Server-DRAM-Markt vor. Bemerkenswert ist, dass chinesische Ingenieure damit die etablierten koreanischen Branchenriesen von Samsung Electronics und SK Hynix zeitlich unter Druck setzen.

Beide arbeiten an ähnlichen 4F²-Strukturen, könnten diese aber erst 2028 auf den Markt bringen. Erst kürzlich lief die Massenproduktion der aktuellen DRAM-Plattform bei CXMT an, wodurch das Unternehmen den technologischen Abstand zu den Weltmarktführern schrittweise verringert.

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Warnende Stimmen

Als wäre das schon nicht genug der schlechten Nachrichten, gab es auf einer Technologiekonferenz in Singapur sehr kritische Stimmungen zum Thema Künstliche Intelligenz und damit zum Wachstumsmotor des Geschäfts von SK Hynix. Niemand Geringerer als Broadcom-Chef Hock Tan warnte davor, dass die Finanzierung des Ausbaus der KI-Infrastruktur zunehmend zum Engpass der Tech-Branche wird. Tan sieht diesen Engpass inzwischen als gravierender an als die knappe Verfügbarkeit von Halbleitern, Speicherchips und Strom.

Der Broadcom-Chef erwartet, dass die Nachfrage nach Recheninfrastruktur bis 2029 oder 2030 das Angebot noch übersteigen wird. Mit dem Ausbau der Produktionskapazitäten könnte sich die Situation zum Ende des Jahrzehnts allerdings entspannen.

Auch Intel-Chef Lip-Bu Tan stieß in dasselbe Horn. Auch er warnte vor steigenden Kapitalkosten, die es Tech-Konzernen zunehmend schwer machen könnten, mit ihren KI-Investitionen noch attraktive Renditen zu erzielen.

Ausführliche Chartanalyse

Eine ausführliche Chartanalyse der SK Hynix-Aktie findet ihr bei meinem Kollegen Philipp Nyhoegen.

Die Kirche im Dorf lassen

Wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen. Ja, die Nachricht, dass ein chinesischer Technologiekonzern möglicherweise die amerikanisch-koreanischen Platzhirschen im Speicherchipmarkt technologisch überholt hat, mag dramatisch klingen. Das könnte darauf hindeuten, dass aus dem bisherigen Dreier-Oligopol aus Micron Technology, Samsung Electronics und SK Hynix in Zukunft ein Markt mit vier Mitspielern wird.

Aber ich bin generell kein Freund von Drama. Eine Ankündigung ist erst mal wenig wert. CXMT muss noch beweisen, dass es die neue Speicherchiptechnologie zur Serienreife bringt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Chinesen einen großen technologischen Vorsprung gegenüber den Koreanern und Amerikanern haben.

Selbst wenn CXMT einige Monate vor den etablierten Playern eine neue Technologie auf den Markt bringt, heißt das noch lange nicht, dass sie auch kommerziellen Erfolg haben wird. Ich gehe davon aus, dass westliche Technologiekonzerne keine Speicherchips aus China einkaufen werden. Das ist politisch de facto ausgeschlossen.

Der Erfolg von CXMT wird sich demnach nur auf den heimischen Markt beschränken. Die globalen Schwergewichte werden meiner Überzeugung nach auch zukünftig nur von Micron, Samsung und SK Hynix beliefert werden.

Optimismus statt Pessimismus

Die Bewertung der SK Hynix-Aktie kann man nicht anders als ein Schnäppchen bezeichnen. Das Forward-KGV liegt bei 5,5. Für einen Tech-Konzern mit einer so gewaltigen Umsatz- und Gewinndynamik ist das kaum nachvollziehbar.

Von 2023 auf 2025 haben die Koreaner ihren Umsatz verdreifacht. Im gleichen Zeitraum haben sie ihre operative Marge von -23% auf +47% gedreht. 2026 wird noch besser werden. Analysten gehen von einem Umsatzwachstum von 250% und einer weiteren deutlichen Verbesserung der Marge aus.

Ich will es mal so formulieren: Sogar im Falle eines Markterfolges von CXMT außerhalb Chinas (den ich für ziemlich unwahrscheinlich halte) ist die Bewertung der SK Hynix-Aktie so günstig, dass man mit einem Investment mittelfristig nicht viel falsch machen kann.

Die Börse preist bereits eine deutliche Abflachung des Umsatz- und Gewinnwachstums in den Aktienkurs ein. Meiner Meinung nach ist dieser Pessimismus zum einen verfrüht und zum anderen überzogen.

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ℹ️ SK Hynix in Kürze

  • SK Hynix (WKN: A1JWRE) mit Hauptsitz im südkoreanischen Icheon ist der weltweit zweitgrößte Hersteller von Speicherchips und ein technologischer Pionier der Halbleiterindustrie.
  • Das Unternehmen ist der globale Marktführer im Bereich von Hochgeschwindigkeits-Speicherchips (High Bandwidth Memory – HBM), die als unverzichtbare Schlüsselkomponente in KI-Beschleunigern von Branchenriesen wie Nvidia zum Einsatz kommen.
  • Neben HBM produziert SK Hynix ein breites Spektrum an Speicherlösungen, darunter dynamische Schreib-Lese-Speicher (DRAM) sowie NAND-Flash-Speicher für Smartphones, PCs, Rechenzentren und Automobilanwendungen.
  • Mit hochmodernen Produktionsstätten in Südkorea und China sowie globalen Entwicklungszentren treibt das Unternehmen die Errichtung des weltweit größten Halbleiter-Megaclusters voran.
  • Die Aktie ist an der koreanischen Börse in Seoul gelistet (KOSPI-Index) und feiert durch ein milliardenschweres ADR-Listing zudem ihr Debüt an der US-Technologiebörse Nasdaq. Der Börsenwert beträgt umgerechnet rund 780 Milliarden US$.

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Fazit

Trotz meines grundsätzlichen Optimismus in Bezug auf die SK Hynix-Aktie rate ich Anlegern, die nächsten Tage mit einem Investment abzuwarten. Diese Woche werden noch der weltgrößte Chipfertiger TSMC und der weltgrößte Chipmaschinenproduzent ASML ihre Zahlen vorlegen. Sie werden sich zweifellos auf die gesamte Tech-Branche auswirken.

Sollten sich die Wogen im Nachgang wieder geglättet haben, ist die SK Hynix-Aktie einen Kauf wert. Die Gelddruckmaschine der Koreaner wird noch eine Weile weiterlaufen.