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BASF-Aktie: Wird der Evonik-Deal zum Game-Changer?

Zwischen Konjunkturhoffnung und Übernahmefantasie
Die BASF-Aktie zeigt in diesem Jahr eine starke Kursentwicklung und liegt seit Jahresbeginn mit fast +16% im Plus. Im Vergleich zum Benchmark-Index DAX, der lediglich mit +3,4% notiert, ergibt sich damit eine klare Outperformance. Zuletzt machten Übernahmepläne für den Spezialchemiekonzern Evonik die Runde. Was dahintersteckt und wie sich Anleger nun verhalten sollten.

Evonik-Poker: Milliardenchance oder teurer Kraftakt?

BASF lässt im Werben um Evonik offenbar nicht nach. Das erste Angebot von 22,15 € je Aktie, das den Spezialchemiekonzern einschließlich Schulden mit rund 14 Milliarden € bewertet, wurde zurückgewiesen. Eine verbesserte Offerte gilt als möglich, konkrete Verhandlungen oder eine neue Preisvorstellung sind bislang jedoch nicht bestätigt.

Entscheidend dürfte die Haltung der RAG-Stiftung sein, die rund 43% an Evonik hält. Gleichzeitig verlangen Gewerkschaften und Politik Zusagen zu Arbeitsplätzen und Standorten. Für BASF könnte der Zukauf das margenstärkere Spezialchemiegeschäft stärken und Skaleneffekte ermöglichen. Allerdings droht ein höherer Kaufpreis die Rendite zu schmälern. Zudem sind betriebsbedingte Kündigungen bei Evonik bis 2032 tariflich ausgeschlossen. Schnelle Einsparungen beim Personal wären damit kaum möglich.

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Konjunktur und Sparkurs liefern Rückenwind

Hoffnung macht die verbesserte Wirtschaftsperspektive. Der Internationale Währungsfonds erwartet für Deutschland 2026 inzwischen ein Wachstum von 1,3 statt zuvor nur 0,7%. Staatliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung könnten die Nachfrage nach industriellen Vorprodukten beleben. Als zyklischer Chemiekonzern wäre BASF ein möglicher Profiteur.

Parallel läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter. Hinzu kommt der Sparkurs, mit dem der Konzern seine Kostenbasis senken will. Die Verlagerung von IT-Aufgaben ins Ausland und der Stellenabbau bei BASF Digital Solutions zeigen, dass das Management auch bei den Fixkosten ansetzt. Ob sich diese Maßnahmen bereits ausreichend im Ergebnis niederschlagen, müssen die nächsten Zahlen zeigen. Der Quartalsbericht am 28. Oktober wird deshalb besonders wichtig.

Analysten sehen moderates Aufwärtspotenzial

Die Experten sind überwiegend zuversichtlich: 13 Kaufempfehlungen stehen elf Hold- und zwei Sell-Einstufungen gegenüber. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 55,20 € und damit etwa +6% über dem aktuellen Niveau. Die Deutsche Bank nennt 56 € als Ziel, Bernstein Research sogar 59 €. Vorsichtiger ist die Baader Bank mit einem Kursziel von 52 €.

Mit einem erwarteten KGV von rund 17 für 2026 ist BASF günstiger bewertet als Evonik mit etwa 19 und Air Liquide mit knapp 24. Für 2027 sinkt das prognostizierte KGV auf rund 13. Dazu kommt eine Dividendenrendite von mehr als 4%.

Charttechnik: Auf diese Marke kommt es an

Seit November 2025 zeigt der Kurs nach oben. Die Septemberkorrektur wurde an der 200-Tage-Linie aufgefangen, derzeit pendelt die Aktie um ihre 50-Tage-Linie. Übergeordnet dominiert seit 2022 jedoch eine Seitwärtsbewegung zwischen etwa 40 und 55 €. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über den Widerstand bei 55 € würde ein deutliches bullisches Signal liefern. Positiv ist, dass der langfristige Abwärtstrend seit 2018 bereits durchbrochen wurde.

ℹ️ BASF in Kürze

  • BASF (WKN: BASF11) ist der nach Umsatz größte Chemiekonzern der Welt. Er ist in den sechs Segmenten Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Surface Technologies, Nutrition & Care und Agricultural Solutions tätig.
  • Neben dem Hauptwerk in Ludwigshafen am Rhein betreibt der Konzern weltweit über 230 Produktionsstandorte in mehr als 90 Ländern.
  • Der 1865 gegründete Traditionskonzern ist Mitglied im DAX und aktuell an der Börse mit etwa 45,5 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Für mich bleibt BASF interessant: Die Dividende bietet laufende Erträge, während Konjunkturhoffnung, Kostensenkungen und eine mögliche Konsolidierung im Chemiesektor zusätzliche Chancen eröffnen. Der Evonik-Deal könnte strategisch sinnvoll sein, darf aber nicht zum überteuerten Kraftakt werden. Kurzfristig muss die Aktie den Widerstand bei 55 € überwinden. Gelingt das und bestätigen die Quartalszahlen die operative Verbesserung, könnte der nächste Aufwärtsimpuls folgen. Bis dahin bleibt BASF für mich ein aussichtsreicher Standardwert, bei dem die zyklischen Risiken jedoch fest im Blick behalten werden sollten.

Passend dazu: Während viele nur auf die Dividendenrendite schauen, bieten einige Titel derzeit beides – regelmäßige Ausschüttungen und deutliches Aufwärtspotenzial. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten für das kommende Jahr.