Rheinmetall-Aktie: Um 1.000 € die nächste Umkehr?
Fundamentale Stärke bleibt bestehen
Während sich die Rheinmetall-Aktie zumindest kurzfristig stabilisiert, bleiben die fundamentalen Aussichten des Rüstungskonzerns grundsätzlich vielversprechend. Wie mein Kollege Alexander Hirschler zuletzt unter „Rheinmetall-Aktie: Droht der Absturz auf 600 €?“ hervorhob, hält die Deutsche Bank an ihrer Kaufempfehlung samt Kursziel von 1.800 € fest. Für die am 5. November erwarteten Quartalszahlen rechnen die Analysten mit einem Umsatzwachstum von mehr als +40%. Besondere Hoffnungen ruhen zudem auf dem milliardenschweren Bundeswehr-Projekt „Arminius“, über das Anfang Dezember entschieden werden könnte.
Zusätzliche Wachstumsfantasie liefert der Ausbau der Produktionskapazitäten. So hat Rheinmetall gemeinsam mit ICEYE die Serienproduktion von SAR-Satelliten in Neuss gestartet, während die Übernahme des Alstom-Werks in Kassel zusätzliche Kapazitäten für den Bau militärischer Radfahrzeuge schaffen soll. Dennoch bleibt die Diskrepanz zwischen operativer Entwicklung und Aktienkurs bemerkenswert. Die Börse scheint zunehmend zu hinterfragen, wie schnell sich der hohe Auftragsbestand tatsächlich in steigende Gewinne und Cashflows verwandeln lässt. Genau diese Unsicherheit dürfte einer nachhaltigen Kurserholung vorerst im Wege stehen.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.
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Quelle: stock3
Die angelaufene Erholung könnte sich zunächst noch bis 989,20 € beziehungsweise an die psychologisch wichtige Marke von 1.000 € fortsetzen. Genau dort treffen allerdings mehrere charttechnische Widerstände zusammen. Neben der ehemaligen Unterstützungszone verlaufen hier sowohl die etablierte Abwärtstrendlinie als auch eine seit Anfang 2025 bestehende Trendlinie. Mein blaues Präferenzszenario sieht daher eine erneute Umkehr mit anschließendem Rückfall unter 946,60 € und weiter bis 900,20 € vor. Fällt auch dieses Jahrestief, würde sich das Abwärtspotenzial bis 772 € erheblich ausweiten.
Alternativ könnte ein nachhaltiger Ausbruch über 1.000 € die technische Ausgangslage kurzfristig aufhellen. In diesem Fall wäre eine Fortsetzung der Erholung bis 1.122 € möglich, bevor die nächste markante Widerstandszone zwischen 1.177 und 1.233,40 € relevant wird. Erst oberhalb dieser Kursregion würde sich das übergeordnete Chartbild spürbar verbessern. Bis dahin bleibt die laufende Gegenbewegung aus meiner Sicht anfällig für eine erneute Verkaufswelle.
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 45 Milliarden €.
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Fazit
Die Rheinmetall-Aktie zeigt kurzfristig wieder Stärke, doch der entscheidende Härtetest steht erst noch bevor. Rund um 1.000 € erwarte ich eine mögliche Umkehr und favorisiere anschließend einen erneuten Rücklauf bis 900,20 €. Darunter droht sogar eine Ausdehnung der Korrektur bis 772 €. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über das Widerstandscluster würde die Chancen auf eine größere Erholung bis 1.122 € deutlich erhöhen.
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