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D-Wave-Aktie: Griff ins fallende Messer – oder jetzt schon einsteigen?

Eine Analyse
Aktien von Herstellern von Quantencomputern befinden sich momentan in einer schwierigen Phase. Die D-Wave-Aktie hat sich seit Jahresbeginn etwa halbiert und notiert am Freitag aktuell bei 13,30 US-Dollar. Damit erreicht sie wieder das Kursniveau von Mitte 2025. Damit stellt sich die Frage: Geht der Abwärtstrend weiter oder bietet das aktuelle Niveau bereits wieder eine interessante Einstiegschance?

Kommerzialisierung stockt

Quantencomputer befinden sich derzeit in einer Übergangsphase von der Forschung hin zur kommerziellen Nutzung.

Auch wenn die Technologie noch nicht für alle Anwendungen ausgereift ist und die Systeme mit Fehlern und technischen Einschränkungen zu kämpfen haben, kaufen Forschungseinrichtungen und Unternehmen bereits erste Systeme und nutzen Quantencomputer für konkrete Anwendungen. Dieser Prozess dürfte sich in den kommenden Jahren weiter beschleunigen.

Der entscheidende Vorteil von Quantencomputern besteht darin, dass sie bestimmte komplexe Aufgaben wesentlich effizienter lösen können als klassische Computer. Aufgaben, die für herkömmliche Rechner extrem aufwendig oder praktisch nicht lösbar sind, könnten mit Quantencomputern deutlich schneller bearbeitet werden.

Bei D-Wave zeigen die Quartalsergebnisse allerdings, dass sich die Kommerzialisierung noch in einer frühen Phase befindet. Die Umsätze liegen trotz einzelner Wachstumsschübe weiterhin im unteren einstelligen Millionenbereich. Im zweiten Quartal wurden lediglich 3,1 Millionen US-Dollar erzielt.

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Aufträge steigen rasant

Ganz anders sieht die Entwicklung auf der Auftragsseite aus.

Der noch abzuarbeitende Auftragsbestand (Backlog) erhöhte sich im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 668% auf 40,7 Millionen US-Dollar. Das ist ein wichtiger Indikator für die zukünftige Umsatzentwicklung.

Für das dritte Quartal sind noch keine gravierenden Umsatzsprünge zu erwarten. Das soll sich im vierten Quartal oder spätestens Anfang 2027 ändern. Dann ist die Auslieferung von zwei Annealing-Systemen vorgesehen. Die Markterwartungen gehen dabei von einem Umsatz von rund 31 Millionen US-Dollar aus.

Sollte sich der Auftragseingang weiterhin so dynamisch entwickeln, könnte D-Wave mittelfristig deutlich höhere Quartalsumsätze erzielen.

Genau darin liegt die entscheidende Wachstumsstory der Aktie: Die Aufträge von heute sind die Umsätze von morgen.

Bewertung

Das größte Problem bei D-Wave besteht derzeit darin, dass die erzielten Umsätze noch in keinem angemessenen Verhältnis zu den hohen Entwicklungs- und Betriebskosten stehen.

Die daraus resultierenden Verluste führen zu einem hohen Cash-Burn. Das Unternehmen verfügt allerdings noch über eine beträchtliche Liquiditätsreserve. Ende Juni lagen die liquiden Mittel bei rund 546 Millionen US-Dollar.

Durch den Chips and Science Act erhält das Unternehmen gegen Abgabe einer Minderheitsbeteiligung vom US-Staat bis zu 100 Millionen US$.

Der aktuelle Cash-Burn ist deshalb kurzfristig noch kein existenzielles Problem. Entscheidend ist vielmehr, ob es D-Wave gelingt, den hohen Auftragsbestand tatsächlich in deutlich steigende Umsätze und langfristig auch in positive Ergebnisse umzuwandeln.

Das aktuelle Kursniveau ist bereits mit erheblichen Zukunftserwartungen verbunden. Die Bewertung lässt sich deshalb nicht allein anhand der heutigen Umsätze oder Gewinne rechtfertigen.

Investoren setzen vielmehr darauf, dass sich Quantencomputing langfristig zu einer bedeutenden Technologie entwickelt.

Dabei besteht durchaus eine gewisse Parallele zur Entwicklung der Künstlichen Intelligenz: Sollte sich Quantencomputing als Schlüsseltechnologie für bestimmte industrielle, wissenschaftliche und wirtschaftliche Anwendungen etablieren, wäre das Marktpotenzial erheblich.

Bei jungen Zukunftstechnologien sind allerdings hohe Kursschwankungen normal. Genau das zeigt sich derzeit auch bei D-Wave.

ℹ️ D-Wave Quantum in Kürze

  • D-Wave Quantum (WKN: A3DSV9), kurz D-Wave, ist ein Hardwareunternehmen, das sich mit der Entwicklung von Quantencomputern beschäftigt.
  • Das Unternehmen mit dem Hauptsitz in Burnabay, Kanada, wurde 1999 gegründet. Bekannt wurde es durch den Verkauf des ersten Quantencomputers 2011 an Lockheed Martin.
  • Neben der Hauptbörse NYSE kann die Aktie auch über Tradegate gehandelt werden. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell etwa 5 Milliarden €.

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Fazit

Wer in D-Wave investiert, sollte sich der erheblichen Chancen, aber auch der hohen Risiken bewusst sein. Die starken Kursschwankungen dürften bei einer jungen Zukunftstechnologie auch künftig zum Bild der Aktie gehören.

Entscheidend ist deshalb weniger die kurzfristige Kursentwicklung als die Frage, ob D-Wave mittelfristig seinen Umsatz deutlich steigern kann.

Kurzfristig könnte ein Einstieg zum Griff ins fallende Messer sein. Mittel- und langfristig sehe ich jedoch deutliches Kurspotenzial.

Um das Risiko zu mindern, könnten Teileinstieg sinnvoll sein. Anleger sollten eine hohe Risikobereitschaft mitbringen.

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