Spritpreise: Mehrheit sieht Senkung als reinen Wahlkampftrick
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Deutschen Entlastungen bei den Spritpreisen versprochen. Doch was dahintersteckt, ist für die Mehrheit der Bevölkerung ziemlich klar: 70 Prozent der Befragten in einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag von Welt TV sehen darin vor allem ein Wahlkampfmanöver. Nur neun Prozent glauben, dass die Bundesregierung es wirklich ernst meint. 17 Prozent vermuten eine Mischung aus beidem.
Was die Bürger wirklich wollen
Merz hatte die Entlastung angekündigt, konkret ist bislang aber gar nichts. Innerhalb der Koalition streiten CDU und SPD noch über den richtigen Weg. Die SPD setzt seit Monaten auf einen Preisdeckel, die CDU lehnt das ab, genauso wie eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne.
Die Civey-Umfrage hat auch abgefragt, was die Bürger selbst bevorzugen würden. 23 Prozent wünschen sich eine Senkung der Steuern auf Kraftstoffe, 22 Prozent eine Übergewinnsteuer, und 20 Prozent wollen die CO2-Abgabe gesenkt sehen. Einen Preisdeckel befürworten nur 12 Prozent. Klassischer Tankrabatt, Energiepauschale oder Direktzahlungen an Geringverdiener kamen jeweils auf fünf Prozent oder weniger. Befragt wurden zwischen dem 16. und 17. September online 2.500 Menschen zur Frage der Motivation und 5.000 zur Maßnahmenpräferenz.
Was das für Mineralölaktien bedeuten könnte
Sollte eine Übergewinnsteuer tatsächlich kommen, würde das direkt die Margen der großen Produzenten und Raffineure treffen. 22 Prozent Zustimmung in der Bevölkerung ist kein Randphänomen mehr. Auf der anderen Seite zeigt die Zerrissenheit der Koalition, dass konkrete Maßnahmen noch lange auf sich warten lassen könnten. Solange Merz kein klares Instrument benennt, bleibt die Unsicherheit an den Märkten bestehen.
Quelle: dpa-AFX
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